Waldräume sind lebenswichtig für den Menschen. Der Wald ist wesentliches Kulturgut, das wir schützen müssen. Der Wald ist allgemeingut. Wer in den Wald gehen will, soll das tun. Dort findet man Ruhe und Entspannung vom Alltag.

Auf der Grundlage von Zeichnungen, die Caspar David Friedrich auf Rügen herstellte, entstand ein Sachbuch, das sich mit den bewaldeten Küstenstreifen auf Südrügen und an der Ostsee beschäftigt, der sogenannten Goor. Die Intention wird durch die vielen s/w Fotografien noch betont. Bilder von Bäumen, Waldrändern, Lichtungen zeigen ein Landschaftsbild, das sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und dennoch seinen Charakter als Urlandschaft behielt. Die Schweden, die das Land bis 1815 besetzten, waren die ersten, die im Jahre 1695 eine detaillierte Matrikelkarte der Landschaft mit verschiedenen Landmarken anfertigten. Diese Karte dient heute als Vergleich zu den Veränderungen, die sich innerhalb der Waldungen seither getan haben. Nicht nur über Bäume wird berichtet, sondern auch ein klassizistisches Badehaus in der Goor ist Objekt der Anschauung und Ausdruck für aufkommenden Wohlstand in der Region.
Zahlreiche s/w Abbildungen mit Aufnahmen aus der Natur begleiten den schmalen Band. Es ist der Versuch die Dualität des Lebens zu verdeutlichen, wie sie sich aus den Bedeutungen von Erhalten und Haushalten ergeben. Es ist die Rede von der Michael Succow Stiftung, deren Namensgeber, 1997, Preisträger des alternativen Nobelpreises war. Im Jahr 2003 wurden 60 Hektar Wald in der Goor an die Stiftung übertragen, womit die Bestimmung zur Ausrufung eines Naturschutzgebiet verknüpft war. Das Zulassen von Wildnis war einer der wesentlichen Verpflichtungen, die sich daraus ergaben.

Von besonderer Bedeutung ist das Badehaus von Putbus, das im Jahre 1818 in klassizistischem Baustil errichtet wurde Putbus zählt als der gelungene Versuch, die Vision einer Synthese von Natur und Kultur umzusetzen. Träger der Einrichtung hieß Wilhelm Malte von Putbus, der Naturschützer und Ökonom, der Putbus zu einem lebendigen Gesamtkunstwerk erstehen ließ.
In den nächsten Kapitel werden die einzelnen Gebiete der Goor beschrieben, die nicht nur Landschaft sondern auch Wasserschutzgebiet ist. Vereinzelt finden sich bronzezeitliche Hügelgräber. Anfang des 19. Jahrhunderts waren es 1200 an der Zahl. Überall haften die Zeichen der Vergänglichkeit, wie die Natur immer wieder diese Dualität von Aufbau und Verfall vollzieht.
Zahlreiche Kartierungen aus dem Buch weisen auf die zeitlichen Veränderungen in den Gemarkungen hin. Hier wird das Bemühen spürbar mit nüchternem Blick ein Bild von der Situation nachzuzeichnen. Zuletzt darf die Küste nicht fehlen, die nicht weit sein kann und neben Hainbuchen, Haselbäumen, Ahorn, Birken und Eschen stetiger Bestandteil der Goor im Kreislauf der Natur geblieben ist.

Die Goor
Natur – Landschaft – Kulturerbe
von Lebrecht Jeschke & Hans Dieter Knapp
Hinstorff Verlag, Rostock, 1. Auflage 2007
108 Seiten, broschiert
ISBN-10: 3356011995
ISBN-13: 978-3356011999
Gewicht: 200g
Größe: 21,2 x 11,4 x 0,8 cm

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