mfa-Film                  Spieldauer: 133 Min.                        Kinostart: 19. April 2012

Zum Trailer:  Die Königin und der Leibarzt      

Originaltitel: En Kongelig Affaere

Regie und Drehbuch: Nikolaj Arcel. In den Hauptrollen Mads Mikkelsen als Johann Friedrich Struensee, Mikkel Følsgaard als König Christian VII., Alicia Vikander in der Rolle als junge dänische Königin Caroline Mathilde, David Dencik als Ove Høegh-Guldberg und Trine Dyrholm als Juliane Marie. Es ist das Jahr 1769 während Struensee an den dänischen Königshof gelangt, um dort als Leibarzt Christian VII. tätig zu werden. Die Folge sind Reformen, die das Land im Norden komplett umwerfen. Das geschieht zur Missgunst der höfischen Minister, die sich verstoßen vorkommen und die gesellschaftlichen Veränderungen argwöhnisch beobachten, um zur rechten Zeit restauratorisch mit drastischen Mitteln einzugreifen.

 mfa-Film                       Spieldauer: 133 Minuten                        Kinostart: 19. April 2012

Zum Trailer:  Die Königin und der Leibarzt       Originaltitel: En Kongelig Affaere

Regie und Drehbuch: Nikolaj Arcel. In den Hauptrollen Mads Mikkelsen als Johann Friedrich Struensee und Mikkel Følsgaard als König Christian VII., Alicia Vikander in der Rolle als junge dänische Königin Caroline Mathilde sowie David Dencik als Ove Høegh-Guldberg und Trine Dyrholm als Juliane Marie. In weiteren Rollen William Jöhnk Nielsen als Friedrich VI., Cyrom Björn Melville als Enevold Brandt, Laura Bro als Louise von Plessen, Thomas W. Gabrielsson als Schack Carl Rantzau.

Es ist das Jahr 1769 während Struensee an den dänischen Königshof gelangt, um dort als Leibarzt Christian VII tätig zu werden. Die Folge sind Reformen, die das Land im Norden komplett umwerfen. Das geschieht zur Missgunst der höfischen Minister, die sich verstoßen vorkommen und die gesellschaftlichen  Veränderungen argwöhnisch beobachten, um zur rechten Zeit restauratorisch mit drastischen Mitteln einzugreifen.

Mit „Die Königin und der Leibarzt“ schuf der Regisseur Nikolaj Arcel in Zusammenarbeit mit Rasmus Heisterberg und Lars von Trier eine aufwändige, bewegende und detaillierte Interpretation über einen der wichtigsten Abschnitte der dänischen Geschichte im 18. Jahrhundert.

Der Film wurde in Dänemark, Tschechien und Deutschland gedreht. Vor allem Dresden war als Drehort für das Setting des Films, der im 18. Jahrhundert spielt, wichtig.

DIE KÖNIGIN UND DER LEIBARZT wurde 2012 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin im Wettbewerb gezeigt. Mikkel Følsgaard erhielt für seine Rolle als König Christian VII. den silbernen Bären, ebenso wurden Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg für das Beste Drehbuch prämiert.

Kommentar des Regisseurs

„“Die Königin und der Leibarzt“ basiert auf einem der einschneidendsten Ereignisse in der dänischen und durchaus auch in der Europäischen Geschichte. Immer wenn ich den Film ausländische Investoren präsentierte, glaubte niemand, dass diese Geschichte wirklich passiert ist, dass sich diese einschlägigen Ereignisse tatsächlich im späten 18. Jahrhundert zugtragen hatten. In Dänemark hingegen findet sich dieses Thema bereits im Schulunterricht, es wurden mehr als 15 Bücher (Sachbücher wie auch Romane) darüber verfasst und es gibt sogar eine Oper und ein Ballett. Ich fühle mich daher geehrt und schätze mich glücklich, dass ich schließlich die vollständige Geschichte auf die Leinwand bringen konnte.

Für die Wahrnehmungsebene des Films war ich durch die wichtigen epischen Filme der 40er und 50er Jahre beeinflusst, die oft wie literarische Werke wirken. Sie sind um die Figuren und den Lauf der Zeit strukturiert und folgen keinen offensichtlichen Drehbuch-Modellen.

Gleichzeitig waren mein Kreativ-Team und ich von der Idee beflügelt, das skandinavische Historiendrama in das neue Jahrhundert zu retten. Das wollten wir dadurch erreichen, dass wir uns an eine uns selbst auferlegte Regel hielten: Wir wollten Geschichte nicht zeigen/demonstrieren, uns nicht sinnlos in offiziellen historischen Ereignissen verlieren, den schicken Kleidern und Frisuren, oder wie das Essen serviert wurde.

Wir wollten vielmehr, dass die Zuschauer die Geschichte einfach durch die Augen der Figuren erleben und die 1760er Jahre für gegeben hinnehmen können. Auch wenn die Epoche im Design der Sets und der Kostüme natürlich präsent ist, wurde der Film so gedreht und geschnitten, wie ein Film, der im modernen Kopenhagen spielt.

Durch Gabriel Yareds und Cyrille Auforts wunderbaren Soundtrack wurde der Film schließlich zu einem runden Ganzen und zu seinen Ursprüngen als Filmepos zurückgeführt.“

                                                               Nikolaj Arcel

Historischer Hintergrund

Caroline Mathilde (1751-1775) wurde als jüngste Tochter von Friedrich Ludwig von Hannover und Augusta von Sachsen-Gotha und als Schwester des Prinzen von Wales und späteren englischen Königs George III. geboren. Schon seit 1714 war das englische Königshaus mit dem Haus Hannover in Personalunion verbunden. Aus politischen Gründen, um die Machtverhältnisse zwischen dem Königreich Dänemark und England zu sichern und stärken, waren Hochzeiten zwischen Vertretern beider Königshäuser an der Tagesordnung. Schon im Alter von 13 ½ Jahren wurde Caroline Mathilde mit ihrem Cousin 1. Grades Christian VII., dem späteren dänisch-norwegischen König verlobt. Die Ehe wurde im Oktober 1766 in London „per procurationem“ geschlossen. Die Braut war zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt, ihr Ehemann zählte 17 Jahre.

Christians VII. (1749-1808) Mutter Luise war eine Schwester von Caroline Mathildes Vater. Als der Junge mit drei Jahren seine Mutter verlor und der Vater rasch danach Juliane Marie von Braunschweig-Wolfenbüttel heiratete, die ihren eigenen Sohn Frederik vorzog, wurde der sensible und schüchterne Christian in die Obhut eines Erziehers übergeben. Dieser behandelte das Kind sadistisch und sperrte ihn mitunter stundenlang in dunkle Kammern ein. Schon früh zeigten sich daher bei Christian Anzeichen einer Geisteskrankheit. Er litt außerdem unter Depressionen und besaß keinerlei Interesse am politischen Tagesgeschäft. Als Christian VII. mit 17 Jahren zum König von Dänemark und Norwegen gekrönt wurde, leitete das Kabinett unter der Vorherrschaft von Graf Johann Hartwig Ernst von Bernstorff die Regierungsgeschäfte.

14 Monate nach der Heirat zwischen Caroline Mathilde und Christian VII. brachte die Königin den Thronfolger Friedrich zur Welt.  Im Mai desselben Jahres unternahm Christian VII. eine Europareise, die ihn nach Aufenthalten in London und Paris auch nach Altona führte, damals Teil des dänischen Königreiches. Von dort holte er 1769 Johann Friedrich Struensee (1737-1772) an den dänischen Königshof, der dem kranken König als Leibarzt zur Seite stand. Struensee, Pastorensohn aus Halle, war 1757 nach seinem Medizinstudium nach Altona gezogen, um dort als Armenarzt zu wirken. Durch das Elend der armen Menschen begann er sich, geprägt von den Gedanken der Aufklärung, mit gesellschaftlichen Missständen zu beschäftigen. Er kämpfte gegen Unwissenheit und Unsauberkeit, setzte eine allgemeine Pockenschutzimpfung durch und schrieb mehrere Abhandlungen, die auch veröffentlicht wurden. Durch seine Schriften erreichte Struensee große Bekanntheit.

Am dänischen Königshof gelang es Struensee rasch, nicht nur das Vertrauen des Königs, sondern auch die Freundschaft der Königin zu erringen. Caroline Mathilde war in ihrer Ehe mit dem psychisch labilen Christian VII. unglücklich und verliebte sich in Struensee. Im Juli 1771 kam Prinzessin Luise Augusta zur Welt, von der heute angenommen wird, dass sie das gemeinsame Kind von Struensee und Caroline Mathilde war.

Christian VII. ernannte Struensee bereits im März 1769 zu seinem politischen Berater, der damit die Staatsgeschäfte des Königs übernahm. Weitere Titel folgten, die schließlich im Geheimen Kabinettsminister mit Generalvollmacht mündeten. Struensee wurde außerdem in den Grafenstand erhoben. Johann F. Struensee versuchte innerhalb seiner Zeit an der Spitze, den dänischen Staat im Sinne der Aufklärung zu reformieren. Er setzte u.a. Dekrete zur Entmachtung des Adels, Meinungs- und Pressefreiheit durch, die ihm gerade im Adel und der Staatskirche eine Menge Feinde verschafften. Aber auch in der Bevölkerung, die den feudalistischen Staat als gottgegebene Ordnung ansahen, machte Struensee sich nicht beliebt. Angeführt von der Königinwitwe Juliane Marie nutzen seine Gegner Struensees Verhältnis zu Caroline Mathilde aus und verwickelten den „geheimen Herrscher“ in eine Intrige. Bezeichnenderweise verwendeten sie dazu die von Struensee selbst eingeführte Pressefreiheit, um in Pamphleten negative Stimmung gegen den Vertrauten des Königs zu schüren.

               

Im Januar 1772 wurde Struensee verhaftet und im April 1772 wegen Hochverrats hingerichtet. Caroline Mathilde, der man ebenfalls Verschwörung gegen den König vorwarf, kam in Schutzhaft nach Schloss Kronberg und wurde schließlich im März 1772 von Christian VII. geschieden. Ihre Tochter wurde zwar offiziell als königliche Prinzessin anerkannt, aber dennoch musste sich Caroline Mathilde nach Schloss Celle zurückziehen, wo sie 1775 an Scharlach starb. Ihre Kinder hat sie nicht wiedergesehen.

An die Stelle von Struensee trat im dänischen Staatsgefüge Juliane Maries Vertrauter Ove Høegh-Guldberg, der die Gesetze des Reformers weitgehend rückgängig machte und den dänischen Absolutismus alter Prägung wieder einführte. Christian VII. war zu diesem Zeitpunkt komplett aus dem politischen Tagesgeschäft verdrängt. 1784 entmachtete, damals erst 16-jährig, Christians Sohn Friedrich Høegh-Guldberg und regierte als Kronprinz an Stelle des Vaters. Da Friedrich der Aufklärung zugeneigt war, führte er eine Reihe von Struensees Reformen erneut ein.

Crew:
Regie: Nikolaj Arcel
Drehbuch: Nikolaj Arcel
          Rasmus Heisterberg
Ausführender Produzent:  
          Lars von Trier
          Peter Aalbæck
          Peter Garde
Kamera:   Rasmus Videbæk
Schnitt:  Mikkel E.G. Nielsen
          Kasper Leick
Szenenbild:
          Niels Sejer
Kostümbild:
          Manon Rasmussen
Maske:    Linda Dvorakova
          Ivo Strangmüller
Originalmusik:
          Gabriel Yared
          Cyrille Aufort
Produktion:
          Sisse Graum Jørgensen
          Meta Louise Foldager
          Louise Vesth
Produktionsfirma Zentropa Entertainments
mit Unterstützung von DFI, DR, Nordisk Film & TV Fond, MDM, MEDIA, Film i Väst, SVT, SFI, Sirena Film, Tschechische Kultusministerium, Den Vestdankse Filmpulje

  Besetzung:
Mads Mikkelsen –  Johann Friedrich Struensee
Mikkel Følsgaard  –  Christian VII.
Alicia Vikander  –  Caroline Mathilde
David Dencik  –  Ove Høegh-Guldberg
Trine Dyrholm  –  Juliane Marie
William Jøhnk Nielsen  –  Friedrich VI.
Cyron Bjørn Melville  –  Enevold Brandt
Laura Bro  –  Louise von Plessen
Thomas W. Gabrielsson  –  Schack Carl Rantzau 
   
Print Friendly, PDF & Email

Ähnliche Beiträge: