Der Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgård) kommt zu seiner Buchpremiere nach New York. Seine junge Lebensgefährtin Clara (Susanne Wolff) ist ihm vorausgereist, um an der US-Veröffentlichung mitzuarbeiten. In seinem Roman schreibt Max vom Scheitern einer Liebe in dieser Stadt. Nicht ganz zufällig trifft er Rebecca wieder, die Frau von damals (Nina Hoss). Sie ist inzwischen eine sehr erfolgreiche Anwältin, ursprünglich aus Ostdeutschland und seit 20 Jahren in New York.

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Sie beschließen, noch einmal ein Wochenende miteinander zu verbringen. Es ist Winter in Montauk, dem kleinen Fischerhafen mit dem berühmten Leuchtturm am Ende von Long Island. Zwei Strandstühle am windgepeitschten Meer. Sie warten auf zwei Menschen, die einander für lange Zeit verloren hatten. Nun kehren sie zurück, voller Trauer um das versäumte Leben und Hoffnung auf die Zukunft. Die Körper erinnern sich, aber sie wissen nicht, ob sie die Zeit ungeschehen machen können. In Montauk werden sie es herausfinden.

Der schwedische Filmschauspieler Stellan Skarsgård verkörpert den Schriftsteller, der versucht, die Realität neu zu schreiben, Nina Hoss und Susanne Wolff  die beiden Frauen in seinem Leben. In weiteren Schlüsselrollen ist die Entdeckung Isi Laborde zu sehen, sowie Niels Arestrup.

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„RÜCKKEHR NACH MONTAUK ist eine sehr emotionale Geschichte“, betont der Regisseur. „Dieser Mann liebt zwei Frauen gleichzeitig. Und man hat das Gefühl, dass er beide gleich stark liebt. Aber bei Rebecca, die er zur Traumfrau stilisiert, ist Max ein ganz anderer als mit Clara, mit der er zusammenlebt. Susanne Wolff beobachte ich auch schon seit Jahren. Ich habe sie in ganz verschiedenen Rollen gesehen, immer mit einer unglaublichen Vitalität. Und mir war wichtig, dass Clara nicht zur ‚leidenden Ehefrau‘ degradiert wird. Sie ist eine starke, selbständige Frau mit eigenem Lebensentwurf. So ist dieses Trio zusammengekommen, da es sich als Traumbesetzung herausgestellt hat.“

In intensiven Proben über einen Zeitraum von acht Monaten wurde das Skript noch weiter verfeinert, sodass den Hauptdarstellern der Dreiecksgeschichte ihre Rollen buchstäblich auf den Leib geschrieben wurden. „Das war echte Teamarbeit“, bestätigt Volker Schlöndorff. „Wir haben das Drehbuch gemeinsam weiterentwickelt, Situationen und Dialoge angepasst. Es hat mir selten so viel Freude gemacht, mit Schauspielern zu arbeiten und vor allen Dingen zu erleben, wie jeder das Projekt zu seinem Film gemacht hat.“

Dieser Film ist die erste Zusammenarbeit zwischen Regina Ziegler und Volker Schlöndorff – und der 92. Kinofilm der Produzentin, die 2016 mit dem Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie ausgezeichnet wurde. „Ich habe die Professionalität von Volker und seine Leidenschaft, diesen Film zu stemmen, sehr geschätzt. Als Produzentin habe ich gleich drei Mal Glück gehabt: mit der Geschichte voller Gefühl, mit einem großartigen Aufgebot an Schauspielern und mit einem Regisseur, der schon einen Oscar hat.“

„Montauk“, heißt es, sei das Buch von Max Frisch, das bleiben wird. Während meiner Arbeit mit ihm an HOMO FABER haben wir oft über diese Erzählung gesprochen, und wir waren uns einig, dass sie zu autobiografisch sei, um sie zu verfilmen. Viele Jahre später bin ich durch ein Gespräch mit dem irischen Schriftsteller Colm Tóibín darauf gekommen, eine ähnliche Geschichte heute zu erzählen: Ein Schriftsteller kommt mit seiner Partnerin nach langer Zeit zurück nach New York und trifft dort auf eine Frau aus seiner Vergangenheit.

Ein guter Roman basiert, laut Henry James, auf „erlebtem Leben“ (life lived). Mit einem Film sollte es nicht anders sein. Unser Schriftsteller hat seine Geschichte, seine Liebe aufgeschrieben. Doch in der Erinnerung der Frau, um die es geht, war alles ganz anders. Was mich reizt, ist auf Rückblenden zu verzichten. Denn was sollten sie abbilden: die genaue Erinnerung der Frau oder die literarische Erzählung des Mannes? Die Gefühle der beiden füreinander sind nach wie vor sehr stark. Auch die Körper erinnern sich. Hat sich seit damals etwas verändert? Haben sie sich verändert? Können sie das Versäumte einholen?

Mehrfach wollte ich das Projekt wegen Finanzierungsschwierigkeiten aufgeben. Als ich schließlich Regina Ziegler ausgerechnet auf Long Island begegnete, war sie gleich Feuer und Flamme wegen der Geschichte und der Besetzungsmöglichkeiten. Trotzdem blieb die Finanzierung so schwierig, dass ich eines Tages alles hinschmiss. Ich rechnete damit, dass Regina das erleichtert zur Kenntnis nähme, stattdessen weigerte sie sich, meine Entmutigung ernst zu nehmen, und mit neuem Elan starteten wir durch.

Es ist wunderbar, wenn ein Produzent auf diese Art und Weise die unvermeidlichen Zweifel eines Künstlers richtig einzuschätzen weiß. Regina hat es beim Schreiben des Drehbuches, der Besetzung und dem Dreh immer geschafft, das positive thinking durchzusetzen. Auch hat sie es verstanden, die angesprochenen Schauspieler und Koproduktionspartner mehr zu begeistern, als ich das allein gekonnt hätte. Und beim Aushandeln der Verträge schließlich habe ich sie als knallharte und risikobereite Geschäftsfrau kennen gelernt. Wir sind ein gutes Team.

Volker Schlöndorff war in diesem Sommer zur selben Zeit am selben Ort. Wir haben uns – ein Zufall kommt selten allein – getroffen. Genau an dem Ort, wo RÜCKKEHR NACH MONTAUK spielt, erzählte er mir, dass ihm dieser Stoff schon lange durch den Kopf gehe. Volker hatte bereits ein Drehbuch geschrieben, mit dem er allerdings noch nicht ganz zufrieden war. Er hatte Zweifel, ob und wie sich diese Geschichte umsetzen ließe. Da sagte ich: „Lass uns diesen Film zusammen machen!“ Er stimmte zu.

So wurde RÜCKKEHR NACH MONTAUK eine Gemeinschaftsproduktion von Volksfilm und Ziegler Film. Hartmut Köhler wurde unser ausführender Produzent. Volker Schlöndorff hat sich gemeinsam mit uns um die Finanzierung bemüht und ist – man glaubt es kaum: auch wieder eher zufällig – mit Til Schweiger ins Gespräch gekommen. Til war von dem Stoff sehr angetan und ist mit seiner Firma Barefoot Films als Koproduzent eingestiegen. Auf den ersten Blick mag diese Konstellation ungewöhnlich erscheinen, weil man Til Schweiger bei solchen Projekten eher nicht suchen würde. Aber der Markt hat sich verändert. Vorurteile zählen nicht. Worauf es ankommt, sind Partner, die wirklich Lust an einem solchen Projekt haben. Til hatte Lust und kann nun, was wir fabelhaft finden, sein Interesse an Arthouse-Filmen mit uns zusammen ausleben.

Zunächst hatte Volker auch an eine Umsetzung der Novelle von Max Frisch gedacht, kam aber dann zu dem Schluss, dass es eine andere Geschichte werden müsste. Colm Tóibín wurde unser Koautor und ist inzwischen durch „Brooklyn“ in aller Munde. Seine Mitwirkung hat den Wert und den Rang des Films noch einmal gesteigert.

Wir haben beim Cast immer gemeinsam entschieden, auch mit unseren Partnern in Frankreich und Irland. Für uns ist klar, dass Stellan Skarsgård der Richtige für den Schriftsteller Max Zorn ist. Über Nina Hoss lobend zu reden hieße, Eulen nach Athen zu tragen. Ähnliches gilt für Susanne Wolff. Mit diesen drei Künstlern haben wir eine optimale Besetzung gefunden, von der ich mir viel Aufmerksamkeit verspreche.

RÜCKKEHR NACH MONTAUK entstand an 25 Drehtagen in New York und auf Long Island… Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, an den Originalschauplätzen in und um Montauk zu drehen – und nicht etwa auf Sylt, auch wenn das billiger gewesen wäre. Aber da der Name Montauk schon im Titel vorkommt, kam ein Fake nicht in Frage. Die wunderbaren Szenen müssen am Strand genau dort spielen. Nur für die Studioaufnahmen gingen wir nach Berlin.

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