Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) widmet sich dem großen Einfluss der Medien auf die öffentliche Meinungsbildung. Am Beispiel historischer Fotografien und zeitgenössischer Positionen, etwa zu Themen wie Migration, Armut, soziale Probleme oder Bürgerkrieg, untersucht DELETE die Auswahl der Motive für die Veröffentlichung in den Medien. Wie beeinflussen Herausgeber, Redakteure, Autoren und Grafiker die Arbeit der Fotografen und die Aussagekraft ihrer Bilder? Welche Mechanismen entscheiden darüber, welche Aufnahmen gezeigt werden, und welche unsichtbar bleiben? Geleitet von diesen Fragen befasst sich das MKG mit dem Bildjournalismus der 1960er bis 1980er Jahre aus den eigenen Beständen. Der Fokus liegt dabei nicht auf Ikonen der Reportagefotografie, sondern auf Motiven, die nie gedruckt wurden. Die Themen der ausgewählten Arbeiten haben dabei nie an Aktualität verloren oder gerade neu an Aktualität gewonnen, wie etwa der Blick auf die anhaltenden Rassenkonflikte in den USA oder die vor dem Hintergrund des Brexit neu aufkeimende Sorge um Nordirland zeigen. Indem die Ausstellung historische Kapitel von Konflikten aufschlägt, die bis heute das Weltgeschehen bestimmen, will sie zum einen die Bedeutung der Medien für die Informationsvermittlung und Meinungsbildung hervorheben, zugleich aber auch dafür sensibilisieren, wie selektiv ihre Inhalte notwendigerweise sind und sein müssen. Den Arbeiten aus der Sammlung werden daher zeitgenössische Positionen an die Seite gestellt, die mit neuen Formen der Berichterstattung und dem Blick auf das zurzeit so prominente Thema der Migration die Wirkmacht und Einflusskraft visueller Information verdeutlichen. Mit Arbeiten von Hanns-Jörg Anders, Ryuichi Hirokawa, Thomas Hoepker u.a.

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