Das Kunsthaus Stade zeigte bereits 2006 Werke von Jonathan Meese und Daniel Richter in einer Gemeinschaftsausstellung. Mit Tal R erweitern die beiden Künstler ihre frühere Kooperation und kehren nach Stade zurück. Jonathan Meese, Daniel Richter und Tal R arbeiten in dieser Form erstmals zusammen. In der Ausstellung mit dem Titel Bavid Dowie tritt ihre künstlerische Verwandtschaft zutage und eine gemeinsam entfachte Energie. Sie ist eine seltene Kooperation, die von künstlerischer Kollegialität und Freundschaft lebt.

Bavid Dowie
Die Ausstellung ist Teil einer Ausstellungsserie, die in Holstebro (DK) startete und über Stade (D) weiter nach Espoo (FIN) zieht. Der 2016 verstorbene David Bowie ist Leitstern dieser Tournee und der Titel der Schau der augenzwinkernde Fingerzeig darauf, dass drei der erfolgreichsten Künstler sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, einem verbindenden Bewusstsein sowie nach substanziellem Unsinn machen. Die Künstler wenden dabei eine Strategie an, die von Bowie selbst stammen könnte: Es ist ein kaleido-
skopartiges zitieren, aneignen und beständiges performen, das die Grenzen zwischen (Künstler-)Subjekt und Kunst-Objekt verschwimmen lässt. Bowie, der „androgyne Marsmensch des Rock“ (Tobias Rüther), inszenierte vielfach Grenzverschiebungen und fasziniert auch aus diesem Grund das Künstlertrio.

Auf drei Etagen präsentiert das Kunsthaus farbintensive Gemälde und Skulpturen, die in einer einmaligen Zusammenarbeit im Vorfeld der Ausstellung entstanden sind. Neben den gemeinschaftlich entstandenen Werken zeigt die Ausstellung neuere Arbeiten jedes Einzelnen und gibt damit einen Einblick in den jeweils aktuellen künstlerischen Stand-
punkt. Zahlreiche persönliche Fundstücke und Kuriositäten, die Meese, Richter und Tal R von nah und fern zusammengetragen haben, ergänzen die Präsentation. Weiterhin werden geologische Preziosen von der Redgallery, Hamburg, zur Verfügung gestellt.
Die drei Künstler bringen sich auch als Kuratoren der Schau in Stade ein, planen die Verteilung der Arbeiten und den Aufbau der Ausstellung.

Zur Station im Kunsthaus Stade erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog der neu entstandenen Werke mit einem Text von Kristof Schreuf im Verlag Kettler.

Das Werk von Jonathan Meese (* 1970) steht in der Tradition des Gesamtkunstwerks und umfasst die Medien Malerei, Skulptur, Installation, Performance, Zeichnung, Collage und Theater. Thematisch bezieht sich Meese auf Helden und Antihelden der Welt-
geschichte, auf die Mythologie oder auch auf Filme und Populärkultur. Dabei entwickelt er eine „Diktatur der Kunst“, die Kunst als eine befreiende Gegenwelt versteht.

Daniel Richter (* 1962) ist einer der zentralen Protagonisten der zeitgenössischen Kunstszene in Deutschland. Richters Werk zeichnet eine stilistische Vielschichtigkeit und Wandlungsfähigkeit aus. Er experimentiert in einem breiten Spektrum und lotet dabei die Grenzen der Malerei aus, stets in der Auseinandersetzung mit der gesellschafts-
politischen Wirklichkeit.

Tal R (* 1967) ist eine wichtige künstlerische Größe seiner Generation. Er arbeitet mit scheinbar unerschöpflicher Energie und Kreativität an unkonventionellen Erzählungen. Seine Gemälde, Skulpturen, grafischen Arbeiten und Keramiken verhandeln unter einer harmlos erscheinenden Oberfläche aufschlussreiche Interpretationen von unbewussten und unterdrückten Seiten des Lebens.

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