Die KfW hat die “Villa 102”, das ehemalige Frankfurter “Literaturhaus” in der Bockenheimer Landstraße 102, nach mehrjähriger denkmalgerechter Sanierung mit einer festlichen Abendveranstaltung wieder eröffnet. Die KfW hatte das Haus in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Frankfurter Hauptsitzes nach jahrelangem Leerstand im Jahr 2012 erworben, um es als lebendiges Kulturdenkmal zu erhalten und als Plattform für den regionalen und internationalen Dialog fortzuführen. Das von dem Architekten Alfred Engelhard in einem maßvollen neobarocken Stil geplante und in den Jahren 1912/1913 errichtete repräsentative Gebäude hatte nach einer wechselvollen Geschichte von 1990 bis 2005 als “Literaturhaus” in Frankfurt besondere Bedeutung erlangt und drohte seither zu verfallen.

Außenansicht der Villa 102

Bei den im Frühjahr 2014 begonnenen Sanierungsarbeiten wurde einerseits durch Erhalt und der Aufarbeitung möglichst vieler historischer Elemente den Anforderungen des Denkmalschutzes Rechnung getragen. Zum anderen wurden die vorhandenen Möglichkeiten genutzt, den Einbau modernster Technik in die Sanierung zu integrieren und so dem Haus künftig vielfältige Nutzungsoptionen zu öffnen. Zugleich wurden im Rahmen der historischen Sanierung bestmögliche energetische Standards im Hinblick auf den Energieverbrauch berücksichtigt.

In der Villa 102 wird zukünftig die KfW Stiftung mit Projekten und Veranstaltungen zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Globalisierung, Umwelt und Klimaschutz, demografischer Wandel sowie zu Kunst und Kultur präsent sein und das Haus dabei auch immer wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Zudem plant die KfW, das Gebäude für Veranstaltungen und als Dialogplattform zu nutzen. Im 2. Obergeschoss sind moderne Funktionsräume entstanden, die für Schulungszwecke genutzt werden.

Der Vorstandsvorsitzende der KfW, Dr. Bräunig, sagte bei seiner Begrüßungsansprache: “Die Einweihung der Villa 102 fällt in das Jahr des 70. Geburtstags der KfW, deshalb haben wir doppelten Grund zur Freude. Die KfW ist international tätig, aber am Finanzplatz Frankfurt verwurzelt. Daher ist die Villa 102 ein Gebäude, mit dem wir uns als KfW eng verbunden fühlen. Nachdem wir als direkter Nachbar seinen jahrelangen Leerstand beobachten mussten, haben wir uns entschlossen, Verantwortung zu übernehmen und dieses wertvolle Stück Frankfurter Geschichte zu erhalten. Die Villa 102 wird wieder zu einem Symbol des Dialogs und des Austauschs werden.”

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht dem Vorstandsvorsitzenden der KfW, Dr. Günther Bräunig, eine Keramiktafel mit hessischem Landeswappen, Foto (c) Heinrich Voelkel

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sagte bei der Eröffnungsveranstaltung: “Die Villa 102 ist ein echtes Schmuckstück geworden. Solche Bauwerke erzählen eine Geschichte. Indem wir sie bewahren, geben wir den Generationen nach uns die Chance, diese Geschichte neu zu entdecken und zu erleben. Ich freue mich sehr, dass die KfW die Villa nun wieder zu einem Ort der Kultur macht und dieses bekannte und beliebte Frankfurter Kulturdenkmal endlich wieder mit Leben füllt. Die Villa 102 wird künftig auch ein Zentrum für Veranstaltungen der KfW-Stiftung sein. Damit kommt etwas zusammen, das perfekt zusammenpasst. Denn mit der Sanierung und künftigen Nutzung dieses Hauses übernimmt die KfW eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung. Diese Verantwortung gehört zum Grundverständnis, zum Fundament der KfW. Sie wird hier in der Villa einmal mehr sichtbar und greifbar – und sogar begehbar. Und das ist gerade im Jubiläumsjahr der KfW ein tolles und wichtiges Bekenntnis”, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Die vielfältige und wechselhafte Geschichte der Villa 102 hat der KfW-Mitarbeiter und Historiker Marc Zirlewagen in dem Buch “Von der Großbürgervilla zur Kulturinstitution – Die Bockenheimer Landstraße 102” detailliert nachgezeichnet.

www.villa102.de

Meldung: KfW

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