Am Bauhaus Dessau wurde am 19. Oktober 2018 heftig diskutiert. Wie in den öffentlichen Medien sind die Meinungen kontrovers. Einig waren sich die Mitarbeiter im Selbstverständnis der Institution Bauhaus Dessau als offener Ort einer demokratischen Gesellschaft. Die Kontroverse drehte sich vor allem darum, ob die Entscheidung, das Konzert abzusagen der richtige Umgang mit der Situation ist.

Als Stiftung, deren Aufgabe es ist, das Erbe des Bauhauses über eine künstlerisch-wissenschaftliche Arbeit in seinen Themen und Ideen regional wie international lebendig zu halten, beobachten wir seit einiger Zeit, dass das Bauhaus mehr und mehr zur Projektionsfläche rechtspopulistischer Aktionen wird. In den sozialen Netzwerken wird das Bauhaus zunehmend instrumentalisiert und nicht zuletzt in dieser Woche fand sich ein Hakenkreuz vor dem Gebäude, dass wir zur Anzeige gebracht haben.

Aufgrund vermehrter Aufrufe in den sozialen Medien zur gewaltsamen Störung des Konzerts mussten wir annehmen, dass das Bauhaus Ziel von extremistischen Angriffen geworden wäre. So liegt der Grund für unsere Entscheidung neben dem Status des UNESCO-Welterbes, vor allem in dem Ziel, keine erneuten medialen Bilder einer gespaltenen zerrissenen Gesellschaft zu ermöglichen. Dies steht auch im Kontext jener polarisierten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die in den vergangenen Monaten das Bild Ostdeutschlands geprägt haben.

Die Entscheidung wurde nach vielfacher Abwägung und in Betrachtziehung vieler Aspekte getroffen. Zeitlich wurde sie bereits vor der Stadtratssitzung in Dessau-Roßlau getroffen. Wir lassen uns hier von der AfD nicht vereinnahmen.

Das Bauhaus Dessau-Roßlau nimmt die Rückmeldungen auf die eigene Entscheidung ernst und lädt daher zeitnah zur Debatte Bauhaus, Politik und Extremismus ein.

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06846 Dessau-Roßlau

Siehe auch: Bauhaus Dessau stellt Pressesprecherin frei
Siehe auch: Statement zu den Vorfällen am Bauhaus Dessau

Meldung: Stiftung Bauhaus Dessau

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