Wann:
18. Juli 2017 um 18:30 – 20:30
2017-07-18T18:30:00+02:00
2017-07-18T20:30:00+02:00
Wo:
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Großer Saal, Frankfurt am Main
Eschersheimer Landstraße 29-39
60322 Frankfurt am Main


Werke von Dowland, J.S. Bach, Giuliani, Tarrega, Eggert
Dienstag 18. Juli 2017 19.30 Uhr

Großer Saal in der HfMDK, Eschersheimer Landstraße 29-39, 60322 Frankfurt am Main

Eintritt: 8 Euro (ermäßigt 6 Euro) oder online: 6 Euro (ermäßigt 4 Euro) zzgl. Onlinegebühren online ab einer Woche vor Veranstaltungsbeginn unter der jeweiligen Veranstaltung auf der
HfMDK-Website www.hfmdk-frankfurt.info/ (der Onlineverkauf wird am Tag der Veranstaltung, bei Wochenendveranstaltungen freitags, um 13 Uhr geschlossen)

Am 18. Juli führt Christopher Brandt – seit 2015 Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) und seit 2008 als Gitarrenprofessor im selben Haus – im Rahmen seines Dozentenkonzertes die Besucher durch gut 450 Jahre anspruchsvoller Gitarrenliteratur. In seinem Soloprogramm präsentiert er neben bekannten Meisterwerken des Genres auch Transkriptionen bis hin zur zeitgenössisch experimentellen Komposition mit überraschend unterhaltsamem Charakter.

John Dowland (1563-1626), der ungekrönte „König der bittersüßen Melancholie“, eröffnet die musikalische Konzertreise durch die Zeit: Der englische Lautenist und Liedkomponist hat mit seinem umfangreichen Werk für die Laute Perlen der Renaissancemusik geschaffen. Drei seiner Fantasien entführen die Konzertbesucher in das elisabethanische Zeitalter: Mal berückend sanft, mal expressiv stehen sie für die gefühlvoll aufgeladene und harmonisch reichhaltige Musik Dowlands, für die stilistische Klarheit und die stringenten Spannungsbögen seiner anspruchsvollen und ausgereiftesten Kompositionen – voll leiser Traurigkeit und wehmütig-schmerzlicher Klage.

Johann Sebastian Bachs (1685-1750) Lautensuite a-moll, BWV 997 setzt einen programmatischen barock-virtuosen Kontrapunkt: Wer Bach auf der modernen Konzertgitarre spielen möchte, einem Instrument, das es zu Bachs Zeiten noch nicht gegeben hat, ist auf Bearbeitungen und Transkriptionen angewiesen – ein Verfahren, das Bach selbst gern und viel genutzt hat, bei seiner Suche nach immer neuen Klangmöglichkeiten. Christopher Brandt präsentiert das viersätzige Werk, das Bach um 1740 in seinen Leipziger Reifejahren komponierte, transponiert von ursprünglich c-moll nach a-moll. Neben der anrührenden Sarabande ist es vor allem die große ausgedehnte Fuge, die diese Suite nicht zuletzt aufgrund ihrer besonderen Dichte, Komplexität und richtungweisenden Ausschöpfung ihrer polyphonen Möglichkeiten zum heutigen Pflichtrepertoire der anspruchsvollen Gitarrenliteratur macht.
PRESSEINFORMATION, 12.07.2017

Mauro Giuliani (1781-1829) repräsentiert die italienische Klassik: Der Gitarrist und Komponist war selbst ein glänzender Gitarrenvirtuose seiner Zeit. Zahlreiche Kompositionen von ihm sind noch heute in den Konzertsälen der Welt zu hören. Eines seiner bekanntesten Gitarrenwerke ist die technisch hochvirtuose „Grande Ouverture“ aus dem Jahr 1809.

Und virtuos bleibt es auch bei der nächsten Reiseetappe: ins 19. Jahrhundert nach Spanien – mit Francisco Tarregas (1852-1909) „Capricho Arabe“ und „Recuerdos de la Alhambra“. Beide Kompositionen zählen zu den meistgespielten Werken Tarregas für Gitarre, insbesondere letzteres. Sehr wahrscheinlich wurde Tarrega hier inspiriert von der Erzählung des amerikanischen Schriftstellers Washington Irving über die berühmte Festungsanlage Alhambra in Granada. Das meisterhafte romantische Gitarrenstück, in dem die Melodie unentwegt als Tremolo gespielt wird, entwickelt sich zu einem satten vollen Klangteppich mit leuchtenden Kontrasten und stellt für jeden Gitarristen eine enorme technische Herausforderung dar.

Die Konzertreise verklingt mit der Komposition „Vermilion Sands“ von Moritz Eggert (geb. 1965) aus dem Jahr 1999 für einen Gitarristen und zwei Gitarren. In Anlehnung an die gleichnamige Sammlung von Kurzgeschichten des Autors James Graham Ballard, die 1971 erschien, verlangt das Werk, das auf zwei Gitarren gleichzeitig und mit diversen Hilfsmitteln gespielt wird, nicht nur dem Interpreten mental wie akrobatisch einiges ab; es besitzt darüber hinaus beträchtliche Überraschungsmomente und einen nicht minder großen Unterhaltungswert.

Neben einem Studium für Germanistik und Schulmusik studierte Christopher Brandt im Rahmen der „Künstlerischen Ausbildung“ Gitarre an der HfMDK bei Prof. Michael Teuchert. Musiktheoretische Studien betrieb er bei Dr. Jürgen Blume und erweiterte sein Spektrum mit E-Gitarrenunterricht bei Prof. Michael Sagmeister. Schließlich absolvierte er ein Konzertexamensstudium bei Prof. Jürgen Ruck an der Musikhochschule Würzburg und ein Kompositionsstudium bei Toni Völker an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.

Christopher Brandt konzertiert regelmäßig mit den führenden Ensembles der zeitgenössischen Musik (wie mit dem Ensemble Modern) sowie mit dem Klangforum Wien, der Musikfabrik NRW, den Radiosinfonie-orchestern Frankfurt, Saarbrücken und Berlin, Concerto Köln, Bang on a can, den Bochumer Sinfonikern und anderen. Darüber hinaus erhielt er mehrere Preise als Gitarrist und Komponist (u.a. Carl-von-Ossietzky-Kompositionspreis, Wiener Karl-Scheit-Gitarrenwettbewerb). Brandt ist außerdem E-Gitarrist und E-Bassist der experimentellen Pop-Formation „Mavis“, einem Kollektiv aus Mitgliedern der deutschen Avantgarde- und Studioszene. Sein kompositorisches Schaffen umfasst alle Gattungen vom Solostück über Kammer- und Orchestermusik bis zum Musiktheater.

Christopher Brandt war zu hören mit Ur- und Erstaufführungen u. a. von Olga Neuwirth, Wolfgang Rihm, Frank Zappa, Helmut Oehring, Moritz Eggert, Clemens Gadenstädter, Helmut Lachenmann u. a. beim New Yorker Lincoln Center Festival, der RuhrTriennale und den Dresdner Tagen für Zeitgenössische Musik.
Seit dem Jahr 2008 ist Christopher Brandt Professor für Gitarre und Methodik an der HfMDK und bereits seit mehreren Jahren außerdem in die hochschulpolitischen Entwicklungen von Hessens

Hochschule für Musik, Theater und Tanz aktiv eingebunden: Seit Mai 2016 als Präsident, davor ab 2014 als Vizepräsident. Darüber hinaus hat er als Leiter des HfMDK-Ausbildungsbereiches Instrumentalpädagogik die Entwicklung des Masterstudiengangs „Instrumentalpädagogik“ verantwortet und sich maßgeblich in der Konzeption des Bachelorstudiengangs „künstlerische Instrumentalausbildung“ engagiert.

DAS PROGRAMM
John Dowland (1563-1626): Fantasia No. 7; Farewell; Fancy Johann Sebastian Bach (1685-1750): Lautensuite BWV 997 a-moll (orig. c-moll)
Prelude, Fuge, Sarabande, Gigue, Double
Mauro Giuliani (1781-1829): Grande Ouverture, Op. 61 Francisco Tarrega (1852-1909): Capricho Árabe; Recuerdos de la Alhambra
Moritz Eggert (*1965): Vermillion Sands für einen Gitarristen und zwei Gitarren (1999)

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