Wann:
27. September 2018 um 19:30 – 21:30
2018-09-27T19:30:00+02:00
2018-09-27T21:30:00+02:00
Wo:
Buchhandlung Weltenleser, Frankfurt am Main
Oeder Weg 40
Frankfurt am Main


Ein Thema, das brandaktuell ist und uns in zunehmendem Maße beschäftigt, ist das Abgleiten junger Menschen in den Extremismus. Ein Autor, der diese Problematik ernst nimmt und sich in seinem Werk damit auseinandersetzt, ist

Fouad Laroui, der

am Donnerstag, 27.09.2018, 19.30 Uhr

aus

„Im aussichtslosen Kampf zwischen dir und der Welt“ liest.

Moderation: Peter Ripken

Deutscher Text: Stéphane Bittoun

Anmeldung bitte unter: Tel. 069/91507210 oder info@weltenleser.de

Eintritt: 7,00 Euro

Der Roman erzählt die Geschichte von Ali und Malika, die erst vor kurzem in eine schicke Wohnung im Pariser Viertel Belleville eingezogen sind. Sie sind jung und verliebt, die Zukunft liegt ihnen zu Füßen, beste Aussichten erwarten sie. Ali, gebürtiger Marokkaner, brillanter Ingenieur, lebt seit nunmehr 10 Jahren in Frankreich. Malika ist Lehrerin, spricht kein Arabisch und weiß so gut wie nichts über die Kultur ihrer marokkanischen Eltern. Ihr Glück könnte perfekt sein, wenn Ali sich nicht plötzlich gezwungen sehen würde, seine Arbeit aufzugeben: Wegen seiner Herkunft hat das IT-Unternehmen, das ihn beschäftigt, ihn von einem sensiblen Projekt abgezogen, an dessen Entwicklung er bereits seit Monaten gearbeitet hat. Ali ist frustriert und sieht seine Lage immer pessimistischer, er versinkt zunächst in der Hoffnungslosigkeit und gleitet dann in den Extremismus. Der Alltag wird für das Paar zur Hölle . In seinem Roman erzählt Laroui von vier Menschen, die in den kulturellen und geschichtlichen Verwicklungen unserer Zeit gefangen sind: vom Tod eines jungen Franko-Marokkaners aus Paris in Rakka, von den Reaktionen seines Umfeldes, vom Dilemma, in dem sich seine Freundin befindet, und all dies vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse, die Europa seit 2015 erschüttert haben. Dieser engagierte, humanistische Roman lehnt sich auf gegen jede Form von Indoktrinierung und Fundamentalismus und setzt sich stattdessen ein für eine offene Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen kulturellen und historischen Diskursen unserer Zeit.

Fouad Laroui (Jg. 1958) absolvierte in seiner marokkanischen Heimat den französischen Bildungsweg, wurde dann an der École nationale des Ponts et Chaussées in Paris als Ingenieur diplomiert und promovierte später in Wirtschaftswissenschaften. Er leitete zunächst eine Mine in Marokko, kehrte aber dann seiner Karriere als Ingenieur den Rücken zu und ging nach England. Heute lebt er in Amsterdam und unterrichtet französische Literatur und Philosophie. Neben seiner Lehrtätigkeit arbeitet Laroui als Literaturkritiker und Schriftsteller. Er hat inzwischen neun Romane veröffentlicht und zahlreiche Essais und Erzählungen. Mehrfach wurde Fouad Laroui ausgezeichnet, darunter mit dem Prix Albert Camus, dem Prix Méditerranée, dem Prix du meilleur roman francophone, dem Prix Goncourt de la nouvelle.

Zusammen mit dem Alondra-Institut als Mitorganisator an unserer Seite laden wir Sie herzlich zu der Lesung und einem anschließenden Gespräch mit dem Autor ein.

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