Wann:
2. März 2018 um 15:30 – 16:00
2018-03-02T15:30:00+01:00
2018-03-02T16:00:00+01:00
Wo:
Oper Frankfurt - Städtische Bühnen, Frankfurt am Main


Musikalische Leitung: Antonello Manacorda
Regie: Tobias Kratzer
Bühnenbild und Kostüme: Rainer Sellmaier
Licht: Jan Hartmann
Video: Manuel Braun
Chor und Extrachor: Tilman Michael
Dramaturgie: Konrad Kuhn

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Video: Manuel Braun
Chor und Extrachor: Tilman Michael

Vasco da Gama: Michael Spyres
Selika: Claudia Mahnke
Nelusko: Brian Mulligan
Ines: Kirsten MacKinnon
Don Pedro: Andreas Bauer
Don Diego: Thomas Faulkner
Der Großinquisitor von Lissabon / Der Oberpriester des Brahma: Magnús Baldvinsson
Don Alvar: Michael McCown
Anna: Bianca Andrew u.a.

Chor, Extrachor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Der deutschstämmige Komponist Giacomo Meyerbeer (1791-1864) galt gut hundert Jahre lang als eine der
beherrschenden Figuren im europäischen Musiktheater. Sein Name steht geradezu synonym für ein Genre,
welches das Repertoire der Pariser Oper seit den späten 1820er Jahren prägte: die Grand opéra. Für deren
Stil sind große Chor-Tableaux und weit ausgreifende Ensembleszenen im kontrastreichen Wechsel mit
lyrischen Soloszenen kennzeichnend. Zählt man noch die damals vom Publikum erwarteten spektakulären
technischen Effekte und das Ballett hinzu, kann man die Grand opéra salopp als Vorläufer des heutigen
Blockbuster-Kinos bezeichnen. Als Meyerbeer 1864 kurz vor Probenbeginn zu seinem letzten Werk – dem ein
Libretto von Eugène Scribe mit dem geplanten Titel Vasco da Gama zugrunde liegt – überraschend starb,
wurde die Oper 1865 in Paris mit etlichen Kürzungen und Auslassungen als L’Africaine mit großem Erfolg
uraufgeführt.

Um die Jahrhundertwende jedoch verblasste Meyerbeers Stern, und Richard Wagners infames
Pamphlet Über das Judentum in der Musik sowie später die Nationalsozialisten taten ein Übriges, so dass
Meyerbeers Werke von den Spielplänen verschwanden. Erst am 2. Februar 2013 fand in Chemnitz eine
Aufführung von L’Africaine statt – nunmehr unter dem französischen Titel Vasco de Gama –, die sich auf das
gesamte Material Meyerbeers stützen konnte. Dieses liegt auch der Frankfurter Produktion zugrunde.
Zur Handlung: Vasco da Gama träumt von der Entdeckung unbekannter Horizonte, die er für Portugal erobern
will. Nachdem ein erster Versuch, das Kap der Guten Hoffnung zu überwinden, gescheitert ist, versagt der Rat
der Admiralität ihm jedoch eine weitere Expedition. Dabei kann Vasco mit Selika und Nelusko, zwei in Afrika auf
dem Sklavenmarkt gekauften Fremdlingen, kundige Führer vorweisen. Nach unbedachten Äußerungen lässt ihn
der Großinquisitor wegen Gotteslästerung in den Kerker werfen. Ines, seine große Liebe, kann ihn nur befreien,
indem sie sich auf die von ihrem Vater befohlene Heirat mit Vascos Rivalen Don Pedro einlässt. Als dieser mit
Ines zu einer weiteren Entdeckungsreise aufbricht, folgt Vasco ihm mit einem eigenen Schiff. Am Ziel, im
ersehnten fernen Land, werden die Portugiesen von feindlichen Kriegern überwältigt. Den Eindringlingen droht
der Tod. Selika, die ehemalige Sklavin, entpuppt sich als Königin ihres Volkes. Sie gibt Vasco als ihren Gatten
aus und rettet ihn auf diese Weise. Doch weil sie spürt, dass er Ines nie vergessen wird, entsagt sie ihrer Liebe.
Sie ermöglicht den beiden die Flucht und wählt den Freitod unter dem giftigen Manzanillo-Baum.

Für die musikalische Leitung kehrt Antonello Manacorda nach Mozarts Don Giovanni (2016/17) zurück nach
Frankfurt. Der Italiener ist u.a. seit 2010 als Chefdirigent der Kammerakademie Potsdam engagiert. Regisseur
Tobias Kratzer hat sich bereits ausgiebig mit dem Werk Meyerbeers auseinandergesetzt und inszenierte u.a.
Les Huguenots in Nürnberg (2014) und Nizza (2016) sowie Le Prophète in Karlsruhe (2016). Die Stimme des
amerikanischen Tenors Michael Spyres (Vasco da Gama) ist prädestiniert für die exponierten Partien der
Grand opéra. Neben seinem Debüt an der Oper Frankfurt sind 2017/18 zudem Engagements an der
Metropolitan Opera in New York, der Opéra national de Paris und der Wiener Staatsoper geplant. Auch Brian
Mulligan (Nelusko) ist Amerikaner und war hier zuletzt 2017/18 als Luna in Verdis Il trovatore zu Gast. Seine
Landsfrau Kirsten MacKinnon (Ines) war Schülerin am Curtis Institute of Music in Philadelphia und wird ab
der Saison 2018/19 den Sängerstamm der Oper Frankfurt verstärken. Ensemblemitglied Claudia Mahnke
(Selika) gastierte kürzlich als Kundry in Wagners Parsifal an der Hamburgischen Staatsoper.

Premiere: Sonntag, 25. Februar 2018, um 17.00 Uhr im Opernhaus

Weitere Vorstellungen: 2., 11. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren),
16., 23., 31. März, 2. (15.30 Uhr) April 2018

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18.00 Uhr

Preise: € 17 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

www.oper-frankfurt.de 

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