Ein Jugend- und Kinderfilm, der jedoch viel stärker ein Mädchenfilm ist. Wie der Filmtitel schon sagt, geht es um Ari. Sie ist ein schwer bezwingbares und recht eigenwilliges Mädchen aus der Stadt. Nicht einfach einzuordnen, weshalb die Suche einer Einrichtung gilt, wo sie im Sinne der Behörden gut aufgehoben ist. Mit Hilfe einer falschen Aussage gelangt sie schließlich bis auf Gut Kaltenbach, fängt sofort an in betriebsamer Umgebung das Vertrauen zu einem unzähmbar gewordenen Pferd auf der Koppel zu gewinnen, einem Hengst mit Namen Ostwind, der aus Frustration seine Verhaltensweisen geändert hat. Es ist aber nicht so, dass daraus ein sozialkritischer Film geworden wäre, vielmehr nutzt “Ostwind” seine jugendliche Dynamik und die Pluralität der Dinge ganz bewusst für sich und erzählt eine Story über Pferd und Hof, überwindet dabei Hindernisse und zeigt Gefühle. Die Intrigen und menschlichen Verstrickungen auf Gut Kaltenbach sind Anlass, um daraus ein spannendes Abenteuer nicht nur für Mädchen entstehen zu lassen. Wer die mehrteilige Buchvorlage kennt, wird die Verfilmung genauso mögen. Zudem ein weiterer Jugend-Heimatfilm mit Pferdehof aus dem Jahr 2019 wie schon die deutsch-belgische Produktion  “Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers”.

Eine Filmrezension von Kulturexpress

Filmwebsite: Ostwind – Aris Ankunft            Spieldauer: 102 Minuten                 FSK ab 0 Jahren
Verleih: Constantin Film

Filmposter

Durch einen Zwischenfall werden Mika (Hanna Binke) und ihr Ostwind auf eine harte Probe gestellt. Mikas Großmutter (Cornelia Froboess), Sam (Marvin Linke) und Herr Kaan (Tilo Prückner) versuchen unterdessen, Gut Kaltenbach am Laufen zu halten, wobei sie Unterstützung von der ehrgeizigen und scheinbar netten Isabell (Lili Epply) bekommen. Dann bringt Fanny (Amber Bongard) die impulsive und kratzbürstige Ari (Luna Paiano) nach Kaltenbach und sorgt damit für mächtigen Wirbel. Ari fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und scheint eine besondere Wirkung auf den berühmten Hengst zu haben. Ist es möglich, dass Ostwind und Mika eine weitere Seelenverwandte auf Gut Kaltenbach finden? Und wird Ari es schaffen, Ostwind vor dem skrupellosen Pferdetrainer Thordur Thorvaldsen (Sabin Tambrea) zu schützen?

BESETZUNG (Auszug)

Ari  –  Luna Paiano
Mika  –  Hanna Binke
Fanny  –  Amber Bongard
Sam  –  Marvin Linke
Herr Kaan  –  Tilo Prückner
Maria Kaltenbach  –  Cornelia Froboess
Isabell Herburg  –  Lili Epply
Thordur Thorvaldsen  –  Sabin Tambrea
Elisabeth Schwarz  –  Nina Kronjäger
Britta  –  Meret Becker
Dr. Anders  –  Detlev Buck
u.v.a.

STAB (Auszug)

Regie:  Theresa von Eltz
Drehbuch:  Lea Schmidbauer
Produzenten:  Ewa Karlström, Andreas Ulmke-Smeaton
Co-Produzenten :  Martin Moszkowicz (Constantin Film), Bernd Schiller (SamFilm)
Herstellungsleitung:  Ole Wilken
Produktionsleitung:  Sebastian Neitsch
Casting:  Stefany Pohlmann
Kamera:  Florian Emmerich
Szenenbild:  Christian Schäfer
Kostümbild:  Gabriele Binder
Maske:  Andrea Allroggen, Romy Meier
Schnitt:  Sandy Saffeels
Originalton:  Petra Gregorzewski
Sounddesign:  Media, Sound & Pictures
Mischung:  Tschangis Chahrokh
Musik:  Annette Focks
Horse Master:  Vanessa Wieduwilt

Sonstiges

Drehzeit:   3. Juli – 31. August 2018
Drehorte:  Hessen (Raum Kassel), Andalusien

OSTWIND – ARIS ANKUNFT wurde gefördert von FFF Bayern, HessenFilm und Medien, FFA, MBB, FFHSH und DFFF.

 

Zum Inhalt

Am Anfang steht eine finstere Ahnung, die Mika in den Süden Spaniens, nach Andalusien zurückkehren lässt, wo sie ihren treuen Hengst Ostwind zurückgelassen hat, damit er mit seiner Familie in einer Herde Wildpferde das freie Leben genießen kann. Es fühlt sich an für Mika, als sei sie gerufen worden. Und tatsächlich: Gerade hat sie Ostwind erblickt da erkennt sie auch schon, dass sich der Hengst in Todesgefahr befindet: Er ist von den Flammen eines sich rasend ausbreitenden Wildfeuers eingeschlossen. Nur Mikas todesmutiger Einsatz kann ihn retten und dem Inferno entkommen lassen. Der Preis ist hoch: Mika ringt nach Luft und wird ohnmächtig. Alles um sie herum wird schwarz …

Ari ist ein zwölfjähriges Mädchen mit explosivem Temperament. Als Waisenkind wird sie herumgereicht von einer Pflegefamilie zur nächsten – acht Familien in drei Jahren! Nie fühlt sie sich geborgen, nie fühlt sie sich Zuhause und verstanden.

Mika schwebt zwischen Leben und Tod, sie liegt nach der Rettung von Ostwind in Andalusien in einer Art Dornröschenschlaf im Krankenhaus. Besorgt betrachten ihre Mutter Elisabeth (Nina Kronjäger) und ihre beste Freundin Fanny (Amber Bongard) das Mädchen. Ostwind geht es einstweilen kaum besser. Der verletzte Hengst wurde zusammen mit Mika zurück nach Deutschland gebracht und befindet sich wieder auf Gut Kaltenbach, wo ihn Mika einst, es scheint eine Ewigkeit her zu sein, kennenlernte und Freundschaft mit ihm schloss. Jetzt ist der früher so stolze Ostwind nur noch ein Schatten seiner selbst. Dass er leidet, erkennt auch Sam (Marvin Linke), der vergeblich versucht, das Pferd zum Essen zu bringen.

Es ist offensichtlich, dass die enge Verbundenheit zwischen Mika und Ostwind die beiden in einem tragischen Teufelskreis gefangen hält: Solange es Mika im Krankenhaus nicht bessergeht, kann auch Ostwind nicht genesen. Und solange der Hengst darbt, kann auch Mika nicht gesundwerden. So erklärt das auch Sams Großvater, Herr Kaan (Tilo Prückner): Es muss eine neue Kraft zwischen die beiden treten, nur so kann der Bann gebrochen werden. Eine alte Skizze fällt ihm dabei in die Hände, worin die Kriegerin das Gegenstück zu Mika im Krankenbett bildet.

Fanny hat derweil noch andere Sorgen: Sie macht nach ihrer Rückkehr als Au-Pair-Mädchen in Paris ein Praktikum als Sozialarbeiterin unter den Fittichen ihrer Chefin Britta (Meret Becker), die Fanny selbst augenzwinkernd als „Drache“ bezeichnet. Heute wartet ein besonders harter Fall auf sie… Richtig – Ari! Fanny ist sofort klar, dass das Mädchen unschuldig ist und reingeritten werden soll. Aber auch ihre Unterstützung hilft nicht: Britta sieht keine andere Möglichkeit, als Ari in ein Pflegeheim abzuschieben. Dann hat sie den rettenden Einfall, als Britta zu ihr sagt, dass man bei der Behandlung aufsässiger Kinder in Skandinavien sehr gute Erfahrungen mit einer Ziegentherapie gemacht habe. Ungerührt erzählt Fanny von einer tollen Pferdetherapie auf Gut Kaltenbach – und überzeugt ihre Chefin damit tatsächlich.

Ari ist weniger überzeugt. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist sie sich sicher, dass es sich abermals nur um ein kurzes Gastspiel handeln wird, zumal sie nichts mit Pferden am Hut ab. Schon auf der Fahrt zu ihrem neuen Zuhause auf dem Anhänger von Sams Traktor büchst Ari aus und landet bei dem Unterstand, in den Ostwind sich verkrochen hat. Die ungezähmte Wildheit und Energie des Mädchens geht auch an Ostwind nicht spurlos vorbei. Er bäumt sich auf und rennt aus dem Unterstand in Freie. Erstmals seit Tagen! Als Ari sich ihm zu nähern versucht, rennt er weg. Aris Interesse ist geweckt.

Auf Gut Kaltenbach hat Maria Kaltenbach (Cornelia Froboess) mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Wie immer ist es finanziell nicht gut bestellt um das Gestüt, und sie merkt, dass sie langsam in ein Alter kommt, in dem es zunehmend schwieriger wird, die Energie aufzubringen, den Laden so zu schmeißen, dass es weitergeht. Mit der attraktiven Isabell Herburg (Lili Epply) hat sie bereits eine neue rechte Hand angestellt, ahnt aber nicht, dass die junge Frau ihre ganz eigenen Pläne hat – und bereit ist, über Leichen zu gehen, um ihre Ziele durchzusetzen: Mithilfe des umstrittenen „Pferdemagiers“ Thordur Thorvaldsen (Sabin Tambrea) will sie Kaltenbach an sich reißen – Thordurs Hilfe soll bezahlt werden, indem Ostwind in seinen Besitz übergeht. Frau Kaltenbach hält indes nichts von Thorvaldsen und macht das Isabell auch unmissverständlich klar. Isabell will diese Abfuhr nicht hinnehmen. Kurzentschlossen lässt sie die Herztabletten von Maria Kaltenbach verschwinden, die kurz darauf nach einem Schwächeanfall in ein Sanatorium eingewiesen wird.

Ari erfährt von Fanny, wer das schöne schwarze Pferd ist und dass es sich um Mikas Ostwind handelt – und wie es um die beiden seit ihrem Unfall in Andalusien bestellt ist. Die Begegnung mit Ostwind will dem Mädchen nicht mehr aus dem Kopf gehen. Wieder stiehlt sich Ari zu dessen Unterstand. Und tatsächlich gelingt es ihr, den Hengst zum Fressen zu bringen. Als sie vor ihm die Arme hochreißt, sucht Ostwind jedoch wieder das Weite. Herr Kaan hat die beiden beobachtet und erklärt Ari, dass Pferde Angst bekommen, wenn man ruckartig die Arme vor ihnen hebt. Ari fragt ihn, ob er ihr helfen und das Reiten beibringen kann. Dazu müsse er ihr erst beibringen, wie sie ihre unbändige Energie besser unter Kontrolle bringt, erklärt Herr Kaan, der eine leise Ahnung hat, dass Ari womöglich die Kriegerin sein könnte, nach der er sucht. Ari lässt sich auf die langwierige Ausbildung ein. Keine Sekunde zu früh: Wie sich schnell herausstellt, kann nicht nur einzig sie den Teufelskreis von Mika und Ostwind durchbrechen. Von ihr hängt auch die gesamte Zukunft von Gut Kaltenbach ab, als Isabell und Thordur ihren diabolischen Plan in die Tat umzusetzen beginnen …

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