Willkommen Italien! ist als enthusiastische Einladung in ein spannendes fünftes Galeriejahrzehnt zu verstehen, bei dessen Initialausstellung Italien und viele außergewöhnliche Talente von der Transavanguardia über die Pop Art bis hin zur Neuen Figuration und zeitgenössischen Abstraktion im Fokus stehen und einen vielseitigen und differenzierten Blick auf die italienische Kunstlandschaft versprechen. Viele Jahrhunderte stand Italien an der Spitze der internationalen Kunstszene, galt als Sehnsuchtsort für Künstler, Literaten und Intellektuelle. Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts allerdings spielte die Kunst des Mittelmeerstaates eine relativ untergeordnete Rolle. Erst der Futurismus brachte Italien wieder an die vorderste Front der internationalen Avantgarde. In Ihrer Frühjahrsausstellung widmet sich DIE GALERIE einer Vielzahl an Künstlern, die diese Entwicklung besonders nach 1945 bis heute gestaltet haben.

Enrico Baj Maschera Ninlil 1994 Holz, Acryl und Collage 66 x 32 cm

Geprägt vom Surrealismus, Dada, der Pop Art und in seinen Materialbildern auch von der Arte Povera, ist Enrico Baj eine der Schlüsselfiguren der Kunst des 20. Jahrhunderts in Italien. Unter dem Eindruck der Hiroshima-Bombe gründete der erklärte Pazifist und Anarchist Baj gemeinsam mit Sergio Dangelo die Künstlergruppe Movimiento Nucleare, die sich fast schon obsessiv mit dem Atomkrieg auseinandersetzte. 1955 begann er, aus Bändern, gemusterten Stoffen und Tapeten, Armeeorden und Möbelteilen satirisch-kritische Collagen zu fertigen. Neben Gemälden und Zeichnungen sind es besonders die aus objets trouvés zusammengesetzten farbigen Masken, die es in DIE GALERIE zu entdecken gilt.

Marino Marini Cavaliere 1945 Bronze 106 x 96 x 38 cm Exemplar 1/3

Eine ebenso bedeutende Rolle in der italienischen Kunst des 20. Jahrhunderts spielt der Bildhauer Marino Marini. DIE GALERIE freut sich, in ihrer Ausstellung eine seiner typischen Reiterskulpturen, betitelt Cavaliere, von 1945 präsentieren zu können. Das klassische Thema „Pferd und Mensch“ diente dem Künstler dazu, die Rolle der figurativen Skulptur in der Moderne zu hinterfragen, damit zu experimentieren und seine Gültigkeit zu überprüfen.

DIE GALERIE · Gesellschaft für Kunsthandel mbH Grüneburgweg 123 · D-60323 Frankfurt am Main · www.die-galerie.com

Sandro Chia, Mitglied der Künstlergruppe Transavanguardia, die in den 1970er Jahren aus der Arte Povera hervorgegangen war und auf eine rätselhaftfragmentarische Ikonographie zurückgreift, präsentiert DIE GALERIE mit ungewöhnlich reduzierten und aufwendigen Mosaiken. Auch eine Skulptur, die auf die jahrtausendealten chinesischen Kriegerplastiken der berühmten Terrakotta-Armee Bezug nimmt, wird in der Ausstellung präsent sein.

Valerio Adami sowie der Autor und Maler Emilio Tadini werden mit großformatigen Gemälden zu sehen sein, die ihre Beeinflussung durch die Pop-Art (Adami gilt als ihr bedeutendster italienischer Vertreter), die Malerei De Chiricos und Picassos deutlich machen.

Emilio Tadini, La Candela, 1998, Acryl auf Leinwand, 150 x 220 cm

Der einzigartige Theatermacher, Schauspieler und Nobelpreisträger Dario Fo präsentierte sich erst spät als Maler. Umso schöner ist es, dass es gelingt, einige wunderbare, vor seinem Tod 2016 entstandene Werke aus Familienbesitz zeigen zu können.

Mit Carlo Manini und Riccardo Cordero treffen zwei in ihrem Minimalismus verwandte, jedoch in ihrer Materialwahl sehr konträre Bildhauer der Gegenwart aufeinander. Stein zum einen und Metall zum anderen bilden die Grundlage für die in ihrer Einfachheit klassisch schönen Skulpturen. Freuen Sie sich außerdem auf Werke von Piero Dorazio, Lucio del Pezzo, Mario Schifano und anderen.

Ausstellung: BENVENUTA ITALIA !

Adresse: DIE GALERIE Grüneburgweg 123 60323 Frankfurt am Main

Ausstellungsdauer: 23. Januar – 21. März 2020

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