Literaturhaus Basel – Veranstaltungen – Mai und Juni 2026

Das Basler Literaturhaus präsentiert:

Das Buch ist eine echte Entdeckung! Oliwia Hälterlein erzählt eine weibliche Familiengeschichte auf eine neue Art. Sie ist Autorin, Dramaturgin, Kulturwissenschaftlerin und Moderatorin. Sie ist in Polen geboren, kommt aus einer Bäuer:innenfamilie ist sogenannte Erstakademikerin mit Zugang zum Studium über den zweiten. «Wir Töchter» wurde bereits ausgezeichnet.

  • ein Gespräch mit dem Autor Navid Kermani, der als einer der wichtigsten deutschsprachigen Intellektuellen gilt. Das Gespräch über «Sommer 24» führt Thomas Strässle.

«Was ich fühle ist Beglückung darüber, was Navid Kermani hier gelungen ist. Ein Triumph der Literatur über unsere bedrückende Gegenwart.» (Thomas Böhm, rbb)

Es ist ein Zukunftsroman und ein Klimaroman, aber anders, als man erwarten würde, ist er nicht dystopisch. Wie das geht, erfahren Sie im Gespräch mit dem Autor, Reporter und Klima -Podcaster Christoph Keller.

Eric Ehrhardt hat die Lyrikreihe «Die Wanne» ins Leben gerufen, die durch die Schweizer Literaturhäuser reist. Sie bietet Autor:innen und Künstler:innen eine Bühne und ermöglicht das Spiel mit unterschiedlichen Lesungsformaten. Mit Ariane von Graffenried, Lara Rüter, Ralph Tharayil und Lina Ehrentraut.

Noch ein Hinweis: Am 12. Mai 2026 stellt Sasha Filipenko sein neues Buch «Die Elefanten» vor. Es ist in Belarus  verboten, sogar Zitate daraus sind verboten. „In einem Interview sprach ich über meinen Roman «Die Elefanten», und da er in Belarus nun als «extremistische Literatur» gilt, drohen mir dort fünf Jahre Gefängnis – weil ich darüber gesprochen habe.“ Den ganzen Artikel von Sahsa Filipenko in der WoZ  über die Repression gegen die Literaturszene lesen Sie: hier.

Das ganze Programm finden Sie hier: hier.

Sasha Filipenko: «Die Elefanten»

Moderatorin: Nadine Reinert

Deutsche Lesung: Fabian Dämmich

Übersetzerin: Mascha Chevrekouko

Dienstag, 12. Mai 2026, 19.00

Eines Tages sind sie da. Wie aus dem Nichts leben sie plötzlich in der Stadt, stehen auf Strassen und Plätzen, leben mitten unter den Menschen und ziehen in die Häuser ein: die Elefanten. Doch niemand nimmt Anstoss an ihnen. Die Leute gehen weiter ihrer Wege und tun so, als hätte sich nichts geändert. Nur der Stand-up-Comedian Pawel weigert sich zu schweigen und ruft von der Bühne dazu auf, sich der Realität zu stellen. Er riskiert damit alles, sein Leben, seine Freiheit und vor allem seine Liebe zu Anna.

 

Oliwia Hälterlein: «Wir Töchter»

Moderation: Cornelia Pierstorff

Dienstag, 19. Mai 2026, 19.00

Eine Familie, zwei Jahrhunderte, drei Frauen: Die Großmutter, Marianna, wächst am Ende des Zweiten Weltkriegs auf und führt das Leben einer einfachen Bäuerin. Ihre Tochter Róza verlässt das vom Sozialismus geprägte Dorf und folgt Szymek nach Gdansk, wo die Schuhe auf dem Asphalt klackern und die Solidarnosc-Revolution ihre Anfänge nimmt. Ihre Tochter Waleria wächst im Westen des wiedervereinigten Deutschlands auf. Sie verlernt ihre Muttersprache und die Welt ihrer Babcia Marianna, einst ihr Zuhause, rückt in immer weitere Ferne. Doch als die erwachsene Waleria erfährt, dass sie keine Kinder bekommen kann, stellen sich ihr unerwartete Fragen: Was bedeutet es, die Letzte zu sein? Was schuldet Waleria den Frauen in ihrer Familie? Und welche Geschichten gehen mit ihr zu Ende? «Ein Buch wie eine Matrjoschka!» (Barbi Marković)

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe «Körper erzählen». Sie lädt dazu ein, anhand einer Konstellation aus aktuellen, klugen und ästhetisch selbstbewussten Texten Fragen zu Genealogien, Körpererfahrungen und Gewaltverhältnissen gemeinsam nachzugehen.

Eine Kooperation mit Art of Intervention.

 

Navid Kermani: «Sommer 24»

Moderator: Thomas Strässle

Mittwoch, 20. Mai 2026, 19.00

Navid Kermani, der als Reporter und Orientalist schon viele Kriege, Krisen und Umbrüche erlebt und beschrieben hat, verdichtet in seinem neuen, hellsichtigen Roman das aktuelle Gefühl der grossen Verunsicherung in einem einzigen Sommer: Ein Freund, der zuletzt politisch auf Abwege geraten war, hat sich das Leben genommen. Die Kriege rücken näher und die Debatten werden schriller. Und auch der Vorwurf, ein Macho zu sein, erschüttert das Selbstbild des Erzählers. «Ein wohltuend differenzierter, die eigenen Sichtweisen stets hinterfragender Roman. Eine dringend gebrauchte Haltung im höllischen Meinungsfeuerwerk unserer Tage.» (WDR)

 

Christoph Keller: «Nennt mich Wellenkamm»

Moderatorin: Naomi Gregoris

Mittwoch, 27. Mai 2026, 19.00

Amiy, eine erfolgsverwöhnte Influencerin, klettert leicht angetrunken, auf die Reling eines Kreuzfahrtschiffes und fällt über Bord. Sie wird von einem Segelboot gerettet, auf dem sich sieben Reisende jeden Abend Geschichten aus der Zukunft erzählen. Amiy verwandelt sich in «Wellenkamm» und taucht ab in eine Welt, die den Klimakollaps im letzten Moment abgewendet und sich neu erfunden hat: Erdölraffinerien sind zu Industriemuseen geworden, Hochhäuser in hängende Gärten verwandelt, Superyachten werden zu Wohnungen und Werkstätten, die Geschlechtergerechtigkeit ist endlich hergestellt. Christoph Kellers Zukunftsroman ist keine reine Utopie, sondern nimmt – mit Fachwissen und Humor – eine mögliche Zukunft literarisch voraus.

Lyrikreihe «Die Wanne»: Ich, ich, ich

Autorin: Lara Rüter

Autorin: Ariane von Graffenried

Autor: Ralph Tharayil

Autor*in, Raum- und Bühnengestaltung: Lina Ehrentraut

Moderator und Kurator: Eric Ehrhardt

Donnerstag, 28. Mai 2026, 19.00

«Die Wanne» bietet Platz für spartenübergreifende Lesungsformate, unterschiedliche Diskurse und neue wie etablierte Stimmen Platz. An diesem Abend «Ich, ich, ich» geht es um Identität, Persönlichkeit und Perspektivität im Gedicht. Angesichts zunehmender Polarisierung, Sprachverrohung und Ticketdenken braucht die Gegenwart die Lyrik. Denn ihr originärer, intimer Gesprächsraum entwirft eine Perspektive jenseits der grassierenden Perspektivenlosigkeit. Lyrik zeigt, was Sprache überhaupt ist, nicht ist und sein kann.

Gefördert von Landis & Gyr, Ernst Göhner, ProLitteris und der GGG Basel

Di. 12.05. Sascha Filipenko: «Die Elefanten»

Di. 19.05. Oliwia Hälterlein: «Wir Töchter»

Mi. 20.05. Navid Kemani: «Sommer 24»

Mi. 27.05. Christoph Keller: «Nennt mich Wellenkamm»

Do. 28.05. Lyrikreihe «Die Wanne»: Ich, ich, ich.

So. 31.05. Geschichten am Sonntag: «Ich packe meinen Koffer»

Di. 02.06. Sharon Dodua Otoo: «So, in etwa, ist es geschehen»

Mi. 03.06 Benjamin von Wyl: «Film deiner Träume»

So. 07.06. Sofalesung mit Hayat Erdoğan: «Hauptsache kein Zeitgeist»

Di. 09.06. Julia Weber & Hannah Häffner: «Weil ich Ruth bin» & «Die Riesinnen»

So. 21.06. Sofalesung mit Çiğdem Akyol: «Geliebte Mutter – Canım Annem»

Di. 23.06. Ukrainische Bibliothek. Mit Serhij Zhadan, Katja Petrowskaja, Claudia Dathe und Irina Bondas

Do. 25.06. Judith Hermann: «Ich möchte zurückgehen in der Zeit»

Diese und weitere kulturelle Veranstaltungen finden Sie auch auf Agenda Basel – die Plattform für Stadt und Region Basel.

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