Deutsches Literaturarchiv Marbach im Juni 2026

Montag, 22., bis Mittwoch, 24. Juni
Paris
Thomas Manns Pariser Rechenschaft (1926). Deutsch-französischer Austausch – Europäische Gespräche – Essayistische Experimente
Internationale Tagung

Thomas Mann reiste im Januar 1926 nach Paris, um sich dort sieben Jahre nach dem Versailler Vertrag als inoffizieller Kulturbotschafter der Weimarer Republik um eine deutsch-französische Wiederannäherung zu bemühen. Die Eindrücke der neuntägigen Reise, die Thomas Mann als »ein Abenteuer ersten Ranges« bezeichnete, verarbeitete er in seiner Pariser Rechenschaft, die 1926 im S. Fischer Verlag erschien. Die geplante Tagung stellt sowohl die Reise und deren Genese, die politisch-diplomatischen Kontexte und wissenschaftsgeschichtlichen Folgen als auch die Pariser Rechenschaft als eigenartige Gattungshybride literaturwissenschaftlich in den Mittelpunkt und beleuchtet damit den deutsch-französischen Kulturtransfer und die Europakonzepte der Zwischenkriegszeit. Mit Olivier Agard, Barbara Beßlich, Tillmann Heise, Friedhelm Marx, Kai Sina, Joëlle Stoupy u.a.
Den Abendvortrag am 23. Juni in der Deutschen Botschaft hält Hans Wißkirchen.

In Kooperation mit der Universität Heidelberg, der Sorbonne Université, Paris und der Deutschen Botschaft in Paris.

Ausstellungen

Schiller!
Dauerausstellung im Schiller-Nationalmuseum

Friedrich Schiller thematisiert zentrale Anliegen seines Zeitalters, macht in seinen Dramen und historischen Schriften immer wieder Europa und dessen Geschichte zum Schauplatz und Thema, versteht sich als ›Weltbürger‹. Seine Verse wurden zu geflügelten Worten, bis heute gilt er als Dichter der Freiheit und Rebellion.
Die neue Schau im Schiller-Nationalmuseum rückt mit rund 400 Exponaten – Manuskripten, Briefen und Büchern, Bildern und Skulpturen – die politische Dimension von Schillers Werk in den Fokus und zeigt den Autor zugleich im Kontext anderer Autorinnen und Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts. Inwiefern prägten Schillers Lebenserfahrungen sein Verständnis von Politik, Freiheit und Gesellschaft? – Wie wirkten sich Ortswechsel, zunächst Flucht und Exil, später vor allem imaginierte Reisen, auf Leben und Werk aus? – Wie fand er zwischen Finanznot und Freiheitsdrang, zwischen Brotberuf und Dichterdasein seinen Weg zum freien Schriftsteller? – Welche Rolle spielten die europäischen Werte der Französischen Revolution in seinem Leben und in seinen Texten? – Wie wurde er unmittelbar nach seinem Tod bereits zur Kultfigur?

›Schiller!‹ wird von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Digitalisierungsinitiative des Bundes sowie von der Wüstenrot Stiftung gefördert.

Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten
Eine Wechselausstellung im Literaturmuseum der Moderne
bis 19. Januar 2027

Rainer Maria Rilke zählt national und international zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren. Das Jahr 2026 wird aus doppeltem Anlass literarisch im Zeichen Rilkes stehen, ist es doch gerahmt von seinem 150. Geburtstag am 4. Dezember 2025 und seinem 100. Todestag am 29. Dezember 2026.
Das Deutsche Literaturarchiv, das seit seiner Gründung 1955 systematisch Materialien von Rainer Maria Rilke archiviert, besitzt eine der weltweit bedeutendsten Rilke-Sammlungen, die mit der Übernahme des Rilke-Archivs Gernsbach (RAG) im Jahr 2022 noch einmal umfassend erweitert wurde. Die Ausstellung zum Jubiläumsjahr kann so aus dem Vollen der Bestände schöpfen, den ›ganzen‹ Rilke in seinen verschiedenen Handlungsrollen und biografischen Beziehungsnetzwerken sichtbar machen und in der zeitgenössischen literarischen Landkarte verorten. Die Schau richtet den Blick auf die verschiedenen sozialen, intellektuellen und künstlerischen Welten, in denen Rilke lebte und verkehrte — und ebenso auf jene Welten, die er literarisch gestaltete. Dabei wirft sie Schlaglichter auf Rilke als Autor und Netzwerker im zeitgenössischen Literaturbetrieb, auf seine familiären, freundschaftlichen und amourösen Beziehungen, auf seine Ambitionen als Bürger und Künstler, auf Rilke als Reisenden, Lesenden, Schreibenden, Sammelnden und Zeichnenden sowie auf Rilkes (eigene) Darstellung im Bild.

Insgesamt werden rund 200 Exponate und alle vorhandenen Materialarten und Objekttypen gezeigt: Manuskripte, Briefe, Notizbücher, Skizzen, Bücher, Bilder und Objekte. Die interaktive und multimediale Ausstellung ist für eine Dauer von 12 Monaten im Literaturmuseum der Moderne zu sehen.

›Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten‹ wird gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.

Die Seele 2
Die Schausammlung im Literaturmuseum der Moderne

In der Schausammlung zum 20. Jahrhundert zeigen wir über 180 Exponate aus den Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach – von 1899 bis 2001 und von Arendt bis Zuckmayer. Zu den Exponaten gehören unter anderem Stücke aus den Nachlässen von Hannah Arendt, Gottfried Benn, Paul Celan, Hilde Domin, Alfred Döblin, Hans Magnus Enzensberger, Hermann Hesse, Robert Gernhardt, Franz Kafka, Ernst Jünger, Heinrich Mann, Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke, W. G. Sebald und Carl Zuckmayer. Im Mittelpunkt stehen dabei diese Fragen: Warum Literatur im Archiv erfahren? Was macht diese Erfahrungen so einzigartig, und wie werden sie für uns alle zugänglich? Welche Bilder von der ›Literatur‹ und von der ›Welt‹ sind mit diesem Archiv der Literatur verbunden? Die Schausammlung wird durch zwei interaktive digitale Präsentationsformen erweitert.

›Mit der Seele schreiben‹ wurde im Rahmen von ›Neustart Kultur‹ des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. ›Literaturbewegen‹ ist Teil des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderten Projekts ›Literatur digital lesen. Forschung in Aktion‹.

Öffentliche Führungen

Jeweils am letzten Sonntag im Monat:

11 Uhr durch die Dauerausstellung ›Die Seele 2‹ im Literaturmuseum der Moderne
13 Uhr durch die Dauerausstellung ›Schiller!‹ im Schiller-Nationalmuseum
14 Uhr durch die Wechselausstellung ›Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten‹ im Literaturmuseum der Moderne

Dauer: jeweils 60 Minuten
Preis: 5 € pro Führung zzgl. Museumseintritt (9 € / erm./DSG 7 €)

Karten

Für Mitglieder der DSG und des Freundeskreises
Rezeption des Deutschen Literaturarchivs Marbach: Telefon: 07144-848-0

Allgemeiner Vorverkauf:

www.reservix.de
www.dla-marbach.de/service/vorverkauf/

Kalender – DLA Marbach