Ein Plädoyer für weibliche Solidarität
Abseits der Blicke der Außenwelt, draußen in der schwäbischen Provinz, führt eine patente Hebamme ein Frauenheim. Wer diskret ein Kind zur Welt bringen will, findet hier Unterschlupf. Auch die Schriftstellerin Caroline Reimann zieht sich hierhin zurück. Nur zeigt die Fassade bald Risse, rohe Schikanen nehmen ihren Lauf – und Caroline erkennt den hohen Preis ihres Wunsches, eine selbstbestimmte Mutter zu sein.
Das Tränenhaus wurde bei Erscheinen 1908 zum Skandal und eröffnet heute eine einzigartige Perspektive auf die Ursprünge des Umgangs mit weiblicher Selbstermächtigung.
Gabriele Reuter (1859–1941) war bekannt für ihre realistischen und sozialkritischen Romane. Mit Aus guter Familie wurde sie über Nacht berühmt. Als Wegbereiterin der Frauenliteratur im 19. und frühen 20. Jahrhundert bot sie wertvolle Einblicke in die Lebensumstände ihrer Zeit und prägte die Diskussion über Geschlechterrollen und soziale Gerechtigkeit.
Annette Seemann, geb. 1959, lebt als Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin in Weimar. Ihre Schwerpunkte sind kulturgeschichtliche Publikationen zur Weimarer Geschichte und Biographien von Frauen, so zu Gabriele Reuter (2016) und zu den Töchtern von Thomas und Katia Mann (Die Töchter des Zauberers, 2024). Sie ist seit Gründung Vorsitzende des Fördervereins zugunsten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.
Gabriele Reuter
Das Tränenhaus.
Mit einem Nachwort von Annette Seemann – Eine berührende Geschichte über die Kraft weiblicher Solidarität
Roman
Philipp Reclam jun. Verlag, Ditzingen
Hardcover, 204 Seiten
Format: 215 mm x 135 mm
ISBN: 978-3-15-011578-7
Dieses Buch erscheint am 18.03.2026