Die Welt und Frankreich Ringvorlesung an der Goethe-Universität präsentiert Frankreich-Forschungen nicht nur aus den eigenen Reihen

Schon in der Frühen Neuzeit strebte die französische Monarchie eine globale Ausdehnung ihrer Territorien an, die sie im 19. und 20. Jahrhunderts teils mit massiver Gewalt festigte. Auch wenn Frankreich seither etliche Gebiete wieder verloren hat, so ist es mit seinen überseeischen Gebieten und starken inneren Migrationsbewegungen nach wie vor ein Land, das stark durch seine koloniale Vergangenheit geprägt ist. Dies ist nicht zuletzt in den aktuellen Unruhen spürbar. Die Ringvorlesung „Die Welt und Frankreich“ an der Goethe-Universität soll neue Perspektiven auf unser Nachbarland ermöglichen. Eröffnet wird die Reihe

am Mittwoch, 28. Oktober, um 18 Uhr

in Hörsaal 9 im Hörsaalzentrum,

Theodor-W.-Adorno-Platz 5 (Campus Westend)

mit einem Einführungsvortrag von Prof. Roland Ißler (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen), Prof. Sandra Seubert (Politikwissenschaft) und Prof. Xenia von Tippelskirch (Historisches Seminar) unter dem Titel „Imperiale Phantasien, dekoloniale Kämpfe“.

In weiteren Vorträgen geht es u.a. um die Französischsprachigkeit weltweit, um Frankreich und Westafrika, um die Aufklärung als Exportprodukt im Libanon, um die Rolle marokkanischer Arbeiter bei der Staatseisenbahn und um Kolonialismus und Antikolonialismus im französischen Denken nach 1945. Die Rednerinnen und Redner hinterfragen kritisch, nehmen Anregungen aus postkolonialer und dekolonialer Theorie auf und berichten von den Herausforderungen, die mit ihrer Forschung einhergehen.

Veranstaltet wird die Ringvorlesung vom IFRA-SHS/Institut français Frankfurt, dem Institut für Politikwissenschaft, dem Institut für Romanische Sprachen und Literaturen, vom Historischen Seminar, in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften und dem Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

 

Mittwoch, 11. November, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Die Welt und Französisch: Zur Situation der Frankophonie

Prof. Dr. em. Jürgen Erfurt (Goethe-Universität)

 

Mittwoch, 18. November, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Von einem „Empire“ zum anderen: Französischer Kolonialismus und die Entstehung des Narrativs eines goldenen Zeitalters in der westafrikanischen Savanne

Dr. Nikolas Gestrich (Goethe-Universität)

 

Mittwoch, 25. November, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Another African History (Vortrag in englischer Sprache)

Prof. Dr. Camille Lefebvre (École des hautes études en sciences sociales, Paris)

 

Mittwoch, 9. Dezember, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Neukaledonien oder Kanaky? Dekolonisierungskämpfe auf Frankreichs größter Pazifikinsel

Prof. Dr. Oliver Eberl (Universität Marburg)

 

Mittwoch, 16. Dezember, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Aufklärung als Exportprodukt? Französische Schulen im Libanon der Mandatszeit aus globaler Perspektive

Prof. Dr. Esther Moeller (Universität Marburg)

 

Mittwoch, 13. Januar 2027, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Frankophonie in Literatur und Film

Prof. Dr. Ute Fendler (Universität Bayreuth)

 

Mittwoch, 27. Januar 2027, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Bedruckte Stoffe und tätowierte Körper. Tuchhändler und Mystikerinnen zwischen Syrien und Marseille im 18. Jahrhundert

Dr. Samuel Weber (Goethe-Universität)

 

Mittwoch, 3. Februar 2027, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Discrimination Against Moroccan Workers at the SNCF (1970-2018) (Vortrag in englischer Sprache)

Prof. Dr. Lionel Zevounou (École des hautes études en sciences sociales, Paris)

 

Mittwoch, 10. Februar, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum

Im Süden der Theorie. Kolonialismus und Antikolonialismus im französischen Denken nach 1945

Onur Erdur (CMB)

Sitzung gemeinsam mit dem Institut für Sozialforschung

 

Information:

Prof. Dr. Xenia von Tippelskirch

IFRA-SHS und Historisches Seminar

Goethe-Universität

ifra@institutfrancais.de

https://ifra-francfort.fr/de/node/296.

Bluesky: @goetheuni.bsky.social

LinkedIn: @Goethe-Universität Frankfurt

 

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