David Hockney-Ausstellung im Museum Ludwig endet am 3. Februar 2013. Über 200.000 Besucher haben die Schau schon besucht

Am Sonntag, 3. Februar endet die Ausstellung „David Hockney: A Bigger Picture“ im Museum Ludwig. 201.391 Besucher haben diese bisher gesehen. Eröffnet wurde die umfassende Schau am 26. Oktober 2012.

Am Freitag, 1. und am Samstag, 2. Februar ist die Ausstellung jeweils bis 21 Uhr geöffnet, an den anderen Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Nach der Royal Academy in London und dem Guggenheim Museum in Bilbao ist das Museum Ludwig die letzte Station dieser Ausstellung.

Als schillernde Figur des ‚Swinging London’ und Bildchronist eines coolen ‚Californian Way of Live’ wurde der Brite David Hockney weltbekannt. Aber auch seine einfühlsamen Porträts, meisterhafte Stillleben, Fotocollagen und die klugen Verarbeitungen kunstgeschichtlicher Phänomene sichern ihm seit Jahrzehnten einen Platz auf der Hitliste bedeutender Gegenwartskünstler. Seit seiner Heimkehr von Los Angeles in Großbritanniens ländliches East Yorkshire schuf er eine Vielfalt wunderbarer Landschaftsbilder, großenteils direkt in der Natur gemalt. Diese entstehen nicht nur auf der traditionellen Leinwand, sondern auch auf dem iPhone und dem iPad des 75jährigen. Neben großen Ölgemälden bilden Screens mit der ihr eigenen Leuchtkraft, großformatige Ausdrucke und Multi-Fokus-Filme einen wesentlichen Bestandteil der Ausstellung.

David Hockney „A Closer Winter Tunnel, February – March“, 2006, Öl auf 6 Leinwänden / Oil on 6 canvases. Je / each 91,44 x 121,92 cm, gesamt / total 182,88 x 365,76 cm © David Hockney, Collection Art Gallery of New South Wales, Sydney, Photo: Richard Schmidt

Seine Swimmingpool-Paintings gehören zu den populärsten Bildformeln der 1960er Jahre. Als schillernde Figur des Swinging London und Bildchronist eines coolen Californian Way of Life wurde David Hockney weltbekannt. Auch mit seinen eigenwilligen Porträts, meisterhaften Stillleben und Landschaftsgemälden, Fotocollagen, Bühnenbildern und intelligenten Verarbeitungen kunstgeschichtlicher Phänomene zählt er seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart.

Dabei hält sein vielseitiges Werk immer neue Überraschungen bereit. Hatte Hockney bereits in Kalifornien die komplexe Wahrnehmung des Raumes unter anderem in Bildpanoramen des Grand Canyon verarbeitet, so ist die Landschaftsmalerei in den vergangenen Jahren geradezu ins Zentrum seines Schaffens gerückt. Seit seiner Heimkehr von Los Angeles ins ländliche East Yorkshire, die sich bereits 1997 anbahnte und 2005 zu Hockneys dauerhaftem Aufenthalt in England führte, schuf er eine überwältigende Vielfalt wunderbarer Landschaftsbilder. Teils direkt in der Natur gemalt, bieten die oft monumentalen Formate dem Betrachter einen unmittelbaren Zugang. Dann wiederum übersetzt der Künstler Landschaft in fast märchenhafte, ornamental stilisierte Szenerien, die uns in eine farbenprächtige Traumwelt entführen.

David Hockney „Winter Timber“, 2009, Öl auf 15 Leinwänden / Oil on 15 canvases, Je / each 91,44 x 121,92 cm, gesamt / total 274,32 x 609,60 cm, © David Hockney, Photo: Jonathan Wilkinson

Parallel zur traditionellen Malerei experimentiert Hockney intensiv mit Bildschirm-Zeichnungen. Der Touchscreen seines Smartphones, später dann das iPad ermöglichen ein äußerst schnelles Arbeiten, lassen Bilder entstehen, die durch enorme Frische und Unmittelbarkeit bestechen. Zugleich weisen sie in ihrer synthetischen Anmutung einen seltsam irrealen Unterton auf. Sowohl auf den leuchtenden Screenoberflächen als auch in großformatigen Ausdrucken bilden sie ein wesentliches Element der Ausstellung. Seit 2010 widmet sich David  Hockney der Landschaftsthematik darüber hinaus in beeindruckenden Multi-Fokus-Filmen. Auch diese von ihm entwickelte Aufnahmetechnik, die in der Projektion auf neun oder gar achtzehn zu einem Bild gefügten Monitoren ein einzigartig intensives Seherlebnis bietet, nimmt in der Kölner Ausstellung breiten Raum ein. Lässt sich der Betrachter auf die außergewöhnliche Offenheit des Gesamtbildes ein, so vermag er hier weitaus bewusster und selbstbestimmter zu sehen, als es der festgelegte Fokus einer einzelnen Kamera je erlauben würde.

In ihrer Komplexität zeigt die Ausstellung einen Künstler, der dem klassischen Thema Landschaft auf souveräne Weise neue Impulse verleiht, wobei in all den Arbeiten eine tiefe Liebe zur sichtbaren Welt und zur Schönheit der Dinge mitschwingt. Am Ende kommt dann plötzlich noch ein neues Thema ins Spiel. Zwölf Jongleure agieren in einem Bildfeld aus 18 Screens, ermöglichen eine ungewohnt neue Wahrnehmung von Bewegung in Raum und Zeit und damit – wie sollte es bei David Hockney anders sein – bereits einen erwartungsreichen Ausblick auf Folgendes.

David Hockney „The Arrival of Spring in Woldgate, East Yorkshire in 2011(twenty eleven)“
Aus einem 52-teiligen Werk / one of a 52 part work, Öl auf 32 Leinwänden / Oil on 32 canvases. Je / each 91,44 x 121,92 cm, gesamt / total 365,76 x 975,36 cm, © David Hockney, Photo: Jonathan Wilkinson

Die Ausstellung wurde organisiert von der Royal Academy of Arts London, in Kooperation mit dem Museum Ludwig, Köln und dem Guggenheim Museum, Bilbao. Kuratoren der Ausstellung sind Marco Livingstone und Edith Devaney in Kooperation mit Stephan Diederich.

In London brach die Ausstellung „David Hockney: A Bigger Picture“ mit mehr als 650000 Besuchern alle Rekorde.

Die Ausstellung wird gefördert von Rolex und unterstützt durch NEC, ENI, Visit Hull & East Yorkshire und Ströer Out-of-Home Media AG als Medienpartner.

Meldung: Museum Ludwig, Köln, vom 29. Januar 2013