Mit der Wanderausstellung 26 x Bauhaus widmet das Bureau des arts plastiques des Institut français Deutschland eine französische Hommage an das Bauhaus in Form eines von zeitgenössischen KünstlerInnen neu interpretierten Alphabets. Auftakt ist die Eröffnung am 12. April 2019 im Institut français Berlin. Ab 19:30 ist die Eröffnungsveranstaltung für alle zugänglich.

Zum 100-jährigen Bestehen des Bauhauses findet 2019 auf Initiative des Bureau des arts plastiques (BDAP) des Institut français Deutschland eine Wanderausstellung rund um das Erbe dieser Kunstbewegung und dessen Verbindungen zu Frankreich und zur Gegenwartskunst statt. Die Ausstellung wird über das ganze Jahr in verschiedenen Instituten präsentiert.

26 x Bauhaus zeigt eine Auswahl französischer und internationaler KünstlerInnen, die eingeladen wurden, über 26 Schlüsselwörter nachzudenken, die das Bauhaus nicht als Stil, sondern primär als Pädagogik und geistiges Erbe erkennen lassen. Basierend auf einem Alphabet – von Abstraktion bis Zeitgeist, über Kommunismus, Norm oder Fotomontage – trägt die Ausstellung dazu bei, die Unterrichtsmethoden der Schule zu veranschaulichen, um einige Grauzonen ihrer Geschichte neu zu beleuchten. Die eingeladenen KünstlerInnen ergänzen das Thema dabei um eine aktuelle künstlerische Auseinandersetzung durch Werke, von denen mehr als die Hälfte Neuproduktionen sind.

Die Ausstellung 26 x Bauhaus präsentiert 18 zeitgenössische Positionen, „denen das Multiple als Existenzform gemeinsam ist, die das Bauhaus aber jede auf ihre eigene Art und Weise hinterfragen und so jeglichen Versuch, diesem Tropismus einen einheitlichen Sinn überzustülpen, von vornherein zum Scheitern verurteilen. Die Figur des Künstlers/Historikers, die in den Werken von Michel Aubry, Stéphane Dupont und Katrin Ströbel durchscheint, bezeugt, dass die einst Kunsthistorikern oder Archäologen vorbehaltenen Werkzeuge heute zu den privile­gierten Ausdrucksmitteln der Kunst gehören. Die Künstler for­schen, recherchieren, stellen Archive zusammen, sammeln Daten und historische Dokumente, die sie zum Ausgangspunkt für Erzählungen und Formen nehmen, die diesen Spuren der Geschichte zu einer neuen Existenz verhelfen”, erklärt Marjolaine Lévy, Kuratorin der Ausstellung.
Gleichzeitig hebt die Ausstellung das französische Erbe des Bauhauses hervor: „Die Vielfalt des Bauhauses und seiner Lehren eröffnet zahlreiche Pfade, die es zu erkunden gilt. Der Körper und das Theater, die Faltung, die Farbtheorie, die Erfindung des Industriedesigns oder die Geschichte des Comics: Es mangelt nicht an interessanten Ansätzen für zeitgenössische Künstler. Cécile Dupaquiers radikal minimalistische Faltarbeiten hebeln die Normierung von DIN-A4-Papierbögen aus. Mïrka Lugosi interessiert sich für die unterschwellige Erotik in Oskar Schlemmers Kostümen. Barbara Breitenfellner erschafft ein modernistisches Mosaik, und Matthieu Martin erforscht die Farbgebung der Bauhaus-Meisterhäuser in Dessau. In der Ausstellung finden sich ferner ein Flugblatt in Form eines Manifests (Présence Panchounette), Spielzeuge (Emmanuel Van der Meulen), Kleider (Michel Aubry) und Musik (Rainier Lericolais). Genau das ist das Geniale am Bauhaus: überall zugleich gewesen zu sein – eine an allen Fronten kämpfende Avantgarde, die den entscheidenden Durchbruch erzielen und ihre Feinde ein für alle Mal besiegen wollte”, fügt Thibaut de Ruyter, Kurator der Ausstellung, hinzu.

Die erste Etappe der Wanderausstellung findet im Institut français Berlin statt (12 April – 8. Mai). Anschließend wird sie in den Instituts français in Bremen, München, Mainz, Bonn und Frankfurt am Main zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint eine kostenlose Begleitpublikation für die BesucherInnen mit Kommentaren der KuratorInnen, zusätzlichen Erläuterungen und Hintergrundinformationen zu den Werken und Definitionen von Schlüsselbegriffen im Zusammenhang mit dem Bauhaus. Parallel zur Ausstellung wird ein Rahmenprogramm mit Diskussionen, Workshops, Austauschbegegnungen und Filmvorführungen in den verschiedenen Ausstellungsorten stattfinden.

26 x Bauhaus ist das Resultat einer Zusammenarbeit der KuratorInnen Thibaut de Ruyter (Berlin) und Marjolaine Lévy (Paris), die dafür im Rahmen des Programms JEUNES COMMISSAIRES des Bureau des arts plastiques ausgewählt wurde.
Das Programm JEUNES COMMISSAIRES des Bureau des arts plastiques (BDAP) des Institut français Deutschland schlägt neue Wege in der Unterstützung aufstrebender französischer KuratorInnen in der deutschen Kunstszene ein. Das Programm wird in enger Zusammenarbeit mit dem französischen Kulturministerium und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) organisiert und begleitet NachwuchskuratorInnen bei ihren beruflichen Schritten und ermöglicht ihnen temporäre Kooperationen mit deutschen Kultureinrichtungen oder großen Kunstereignissen.

In diesem Rahmen wird die Ausstellung 26 x Bauhaus von zwei KuratorInnen gestaltet, einem vom BDAP ausgewählten Senior-Kurator und einer Nachwuchskuratorin, die im Rahmen einer Ausschreibung ausgewählt wurde.
Thibaut de Ruyter, Kurator und Kunstkritiker mit Sitz in Deutschland, arbeitet gemeinsam mit Marjolaine Lévy, Doktorin für Kunstgeschichte und Autorin vieler Werke, die sich auf zeitgenössische Kunst spezialisiert haben.

Mehr Programm-Infos auf: www.jeunescommissaires.de

Die KünstlerInnen
Michel Aubry (Paris), Karina Bisch (Paris), Barbara Breitenfellner (Berlin), Cécile Dupaquier (Berlin), Stéphane Dupont (Paris), Jakob Hinrichs (Berlin), Rainier Lericolais (Paris), MϊrkaLugosi (Clamart), Matthieu Martin (Berlin), Mathieu Mercier (Paris), Présence Panchounette (Bordeaux), Evariste Richer (Paris), Bojan Šarčević (Paris/Basel), Yann Sérandour (Rennes), Heidi Specker (Berlin), Katrin Ströbel (Marseille), Emmanuel Van der Meulen (Paris) und Elsa Werth (Paris).

Ausstellungsorte
Institut français Berlin: Vernissage im Institut français am 12. April 2019 um 19.30 Uhr
Ausstellung vom 13. April bis 8. Mai 2019.
Institut français Bremen: Mai – Juni 2019
Institut français München: Juni – Juli 2019
Institut français Mainz: September – Oktober 2019
Institut français Bonn: Oktober – November 2019
Institut français Frankfurt am Main: November – Dezember 2019

Details: institutfrancais.de/26-mal-bauhaus

Meldung: Institut français Deutschland, Berlin

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