Wann:
19. Juni 2019 um 18:00 – 20:00
2019-06-19T18:00:00+02:00
2019-06-19T20:00:00+02:00
Wo:
im Hörsaalzentrum (HZ 1) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, Frankfurt am Main.
Theodor-W.-Adorno-Platz 5
60323 Frankfurt am Main.


Aus Anlass seines 90. Geburtstags kehrt der berühmte Philosoph zurück an die Goethe-Universität und spricht am 19. Juni über das Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit. Jürgen Habermas ist der wichtigste deutsche Philosoph der Gegenwart und einer der weltweit meistzitierten Intellektuellen. Die politischen Debatten der Bundesrepublik hat er entscheidend mitgeprägt. Aus Anlass seines 90. Geburtstags kommt Habermas an die Goethe-Universität, wo er bis zu seiner Emeritierung forschte und lehrte. Auf dem Programm steht auch ein öffentlicher Vortrag des Jubilars mit dem Titel:

„Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit“
am Mittwoch, dem 19. Juni 2019, um 18.00 Uhr
im Hörsaalzentrum (HZ 1) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität,
Theodor-W.-Adorno-Platz 5, 60323 Frankfurt am Main.

In seinem Vortrag greift Jürgen Habermas ein klassisches Thema der praktischen Philosophie auf, das in seinem Werk eine große Rolle spielt. Ausgehend von der Kontroverse zwischen Kant und Hegel stellt er die Frage, wie sich die Prinzipien moralischer und politischer Autonomie zu der „sittlichen“ Realität historisch situierter Gemeinwesen verhalten. Er plädiert für den Vorrang von Prinzipien der Gerechtigkeit vor Imperativen sozialer Integration und zieht daraus Schlüsse für unsere Gegenwart.

Jürgen Habermas begeht am Vortag (18. Juni) seinen Geburtstag. Bei dem anschließenden Besuch in Frankfurt folgt er einer Einladung von Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, den Sprechern des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Ebenfalls an der Ausrichtung des Vortrags beteiligt ist die von Prof. Forst geleitete Leibniz-Forschergruppe „Transnationale Gerechtigkeit“ an der Goethe-Universität.

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff sagte: „Jürgen Habermas gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Goethe-Universität und der Philosophie der Gegenwart. Seine Theorie des Diskurses inspirierte auch den Exzellenzcluster Herausbildung Normativer Ordnungen und aktuell daraus entstehende weitere Forschungsinitiativen wie zum Beispiel den Frankfurter Beitrag zum ‚Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt‘.“

Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph, hob hervor: „Es ist für uns eine große Freude und Ehre, Jürgen Habermas aus Anlass seines Geburtstages an der Goethe-Universität begrüßen zu dürfen. Seine Theorie des Diskurses hat in der Philosophie, den Rechts- und Sozialwissenschaften weltweit paradigmenbildend gewirkt. Wer heute über immer drängendere Herausforderungen wie globale Gerechtigkeit, religiös pluralistische Gesellschaften sowie Fragen einer kosmopolitischen Demokratie und Staatsbürgerschaft nachdenkt, kommt an seinem Werk nicht vorbei“, betont.

Jürgen Habermas hat dreimal in Frankfurt Station gemacht, wo er nach eigenen Worten „die aufregendsten Zeiten“ seines „erwachsenen Lebens erfahren“ hat. Von 1956 bis 1959 war er Assistent am Institut für Sozialforschung und arbeitete mit Theodor W. Adorno zusammen. Als Nachfolger von Max Horkheimer bekleidete er von 1964 bis 1971 den Doppellehrstuhl für Philosophie und Soziologie an der Goethe-Universität.

Nach seiner Zeit am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, wo er bis heute wohnt, nahm er trotz attraktiver Angebote u.a. aus den USA erneut einen Ruf nach Frankfurt an. Hier lehrte und forschte er von 1983 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1994 als Professor für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozialphilosophie.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen und Würdigungen, die Jürgen Habermas im Laufe seines Lebens erhalten hat, gehört auch der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis. Dieser nach wie vor bedeutendste und höchstdotierte nationale Wissenschaftspreis wurde 1986, als er ihn erhielt, erstmals von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verliehen. Aus den Mitteln installierte er eine rechtsphilosophische Forschungsgruppe, die „AG Rechtstheorie“. Zu deren Mitgliedern zählten Rainer Forst und der Rechtswissenschaftler Klaus Günther.

Eröffnet wird die Vortragsveranstaltung von Prof. Birgitta Wolff, der Präsidentin der Goethe-Universität. Es folgen begrüßende Worte von Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, und von Prof. Rainer Forst.

Zu dem Vortrag sind Vertreter der Medien und auch die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen.

In den darauffolgenden Tagen werden frühere Schülerinnen und Schüler und Kolleginnen und Kollegen im Rahmen einer internen Tagung an der Goethe-Universität sein Werk, insbesondere das im Herbst erscheinende neue Buch, mit Jürgen Habermas diskutieren.

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