Die Europäische Kommission und die Stiftung Mies van der Rohe haben die fünf Finalisten bekanntgegeben, die um den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur/Mies-van-der-Rohe-Preis 2013 konkurrieren. Insgesamt 335 Werke in den 37 Teilnehmerländern des EU-Programms „Kultur“ waren für die Auszeichnung nominiert. Eine Jury von Fachleuten erstellte die endgültige Auswahlliste (Einzelheiten siehe unten). Die Gewinner des Preises und des Sonderpreises für junge Architektinnen und Architekten werden im Mai bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 6. Juni im Mies-van-der- Rohe-Pavillon in Barcelona (Spanien) statt.
„Ich gratuliere allen nominierten Architektenteams und ganz besonders den Finalisten. Die europäische Architektur ist besonders reich an Talenten und ein leuchtendes Beispiel für unsere dynamische Kultur- und Kreativwirtschaft. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die Architekturbranche infolge der Wirtschaftskrise vor großen Herausforderungen steht. Die Europäische Kommission und die Stiftung Mies van der Rohe unterstützen diesen Sektor, der nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft und zur Schaffung von Arbeitsplätzen leistet, sondern auch ein hohes kreatives Potenzial birgt und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärkt. Wir werden die Architektur auch weiter fördern – durch diesen Preis und im Rahmen des künftigen Programms ‚Kreatives Europa’“, sagte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend.

Die fünf Finalistenprojekte:
Rathaus, Gent, Belgien Robbrecht en Daem architecten, Marie-José Van Hee architecten
Metropol Parasol (Kultur- und Geschäftszentrum), Sevilla, Spanien J. Mayer H.
Harpa – Konzerthalle und Konferenzzentrum Reykjavik, Reykjavik, Island Batteríid Architekten, Henning Larsen Architekten, Studio Olafur Eliasson
Seniorenheim, Alcácer do Sal, Portugal Aires Mateus Arquitectos 2
Superkilen (interkultureller Stadtpark), Kopenhagen, Dänemark BIG Bjarke Ingels Group, Topotek1, Superflex

Die Architekturbranche ist das Herzstück des dynamischen Kultur- und Kreativsektors Europas. Mehr als eine halbe Million Menschen sind direkt in dieser Branche beschäftigt, weitere 12 Millionen im Baugewerbe. Die Kultur- und Kreativbranche trägt insgesamt bis zu 4,5 Prozent zum BIP der EU bei.
Der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur/Mies-van-der-Rohe-Preis unterstreicht den Beitrag europäischer Architektinnen und Architekten zur Entwicklung neuer Ideen und Technologien in der modernen Stadtentwicklung. Er wurde 1987 ins Leben gerufen und wird gemeinsam vom EU-Programm „Kultur“ und der Stiftung Mies van der Rohe finanziert. Mit 60 000 EUR dotiert, ist er der renommierteste europäische Architekturpreis. Er wird alle zwei Jahre an ein Projekt verliehen, das in den zwei Jahren zuvor fertiggestellt wurde. Die diesjährige Verleihung ist bereits die dreizehnte.
Nominiert werden die Projekte von unabhängigen Fachleuten aus ganz Europa, den Mitgliedsverbänden des Rates der europäischen Architekten (ACE), nationalen Architektenverbänden sowie den Mitgliedern des Beirats für den Preis.

Die Mitglieder der Jury, die die Finalisten für das Jahr 2013 ausgewählt haben, sind: Wiel Arets, Vorsitzender der Jury/Wiel Arets Architekten, Maastricht; Pedro Gadanho, Kurator für zeitgenössische Architektur, Museum of Modern Art (MoMA), New York; Antón García- Abril, Ensamble Studio, Madrid; Louisa Hutton, Sauerbruch Hutton Architekten, Berlin; Kent Martinussen, Vorstand, Dansk Arkitektur Center (DAC), Kopenhagen; Frédéric Migaryou, Direktor für Architektur & Design, Centre Pompidou, Paris; Ewa Porębska, Chefredakteurin, Architektura-murator, Warschau; Giovanna Carnevali, Sekretärin der Jury/Direktorin, Stiftung Mies van der Rohe, Barcelona.
Der Preis ist nach Ludwig Mies van der Rohe benannt, der als einer der Vorreiter moderner Architektur im 20. Jahrhundert gilt. Zu seinen berühmtesten Werken gehören der deutsche Pavillon auf der Weltausstellung von Barcelona (1929), die Villa Tugendhat in Brno (Tschechien), das Seagram-Gebäude in New York und die Nationalgalerie in Berlin.

335 Nominierungen und die Ländernamen:
Albanien, Österreich, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Zypern,
Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, ehemalige jugoslawische Republik
Mazedonien (EJRM), Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland,
Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Montenegro, Norwegen, Polen,
Portugal, Rumänien, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Schweden,
Niederlande, Türkei und Vereinigtes Königreich.
Alle nominierte Werke www.miesarch.com
Frühere Gewinner waren u. a.: Neues Museum, Berlin, Deutschland; David Chipperfield/David Chipperfield Architects in Zusammenarbeit mit Julian Harrap Norwegisches Opernhaus „Den Norske Opera & Ballet“, Oslo, Norwegen; SNØHETTA/Kjetil Trædal Thorsen, Tarald Lundevall, Craig Dykers Niederländische Botschaft in Berlin, Deutschland; OMA/Rem Koolhaas, Ellen van Loon Kongresshalle Kursaal, San Sebastián, Spanien; Rafael Moneo Stadtbahn-Terminal Hoenheim Nord, Straßburg, Frankreich; Zaha Hadid/Zaha Hadid Architects Kunsthaus Bregenz, Österreich; Peter Zumthor Französische Nationalbibliothek, Paris, Frankreich; Dominique Perrault 6 Flughafen Stansted, London, Vereinigtes Königreich; Norman Foster/Norman Foster + Partners Bankgebäude Borges e Irmão, Vila do Conde, Portugal; Álvaro Siza Vieira
Weitere Informationen
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Meldung: DAM Frankfurt, vom 05. 02. 2013

