In Halle 9.2 viele asiatische Anbieter in kleinteiligem Bereich mit Ständen in Standardgröße. Weihnachtsschmuck, Glemmer, Glitzerkram in Hülle und Fülle war dort aufgebaut. Einen Trend bei der Auswahl an Waren sicher aufzuspüren, fällt schwer. Eins ist sicher: Das Weihnachtsgeschäft ist international. Weihnachtsschmuck findet auch in den asiatischen und vorderasiatischen Ländern reißenden Absatz. In Halle 8.0 dagegen ein dänischer Kerzenanbieter, der seinen Stand mit Nut-und-Feder einrahmte. Auf Anfrage wurde mir bei DK International interior AS gesagt, in dieser Bauweise werden auch ganze Häuser gebaut.

Zu den Zahlen:
6 Prozent mehr Aussteller und 3,5 Prozent mehr Besucher reisten an. Zur Christmasworld kamen 37.398 Besucher aus 114 Ländern (15.837 Inland und 21.561 Ausland) nach Frankfurt am Main. Insgesamt 966 Aussteller aus 45 Ländern präsentierten ihre Produktneuheiten, 2015 waren dies 911 Aussteller aus 42 Ländern.

„Die Christmasworld ist mit mehr Ausstellern und einem abermals deutlichen Besucherplus ein absolut zuverlässiges Zugpferd der internationalen Dekobranche für die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Sie glänzt in allen Messeparametern und positioniert sich damit klar als unangefochtene Leitmesse für Dekoration und Festschmuck für alle Marktteilnehmer“, so Geschäftsführer Detlef Braun. In diesem Jahr kommen sowohl mehr Besucher aus dem Ausland (+3,9 Prozent) als auch aus dem Inland (+2,9 Prozent).

Von der Qualität der internationalen Besucher zeigt sich Thomas Tykesson, Geschäftsführer des schwedischen Unternehmens Konstsmide ebenfalls begeistert: „Für uns war die Christmasworld noch besser als im vergangenen Jahr. Wir konnten nochmals mehr Aufträge schreiben mit Einkäufern aus Italien, Frankreich, Spanien sowie Australien, Brasilien und Mexiko.“ Jörg Mumbeck, Geschäftsführer von Fink, schließt sich an: „Auf der Christmasworld sind alle Vertriebskanäle vertreten. Die Händler, die hier sind, sind positiv gestimmt und in Kauflaune.“ Dazu auch Hamid Yazdtschi, Geschäftsführer Gilde Gruppe: „Im momentanen Marktumfeld, geprägt durch verschiedene Einflüsse – ob gesellschaftlicher Art bis hin zu digitalen Einflussfaktoren – ist es schwierig, sich im Markt zu behaupten. Vor diesem Hintergrund liegt der Vorteil der Christmasworld in ihrer punktuellen Ausrichtung auf Weihnachten und Feste. Die Facheinkäuferstruktur stimmt: Wer kommt, der ordert.“

Die Aussteller zeigen sich bei dem sowohl starken deutschen als auch internationalen Fokus der Veranstaltung äußerst zufrieden. Das bestätigen auch die Ergebnisse der Ausstellerbefragung. 78 Prozent der Aussteller zeigen sich außerordentlich zufrieden bis zufrieden mit der Erreichung ihrer Messebeteiligungsziele. Außerdem gaben die Befragten sehr gute Noten für die Besucherqualität, Anzahl der Neukontakte und die Erreichung unterschiedlicher Besucherzielgruppen sowie für das Orderverhalten während der Messe.

Auf Besucherseite liegt die Messebeurteilung wie im Vorjahr ebenfalls auf sehr hohem Niveau. 95 Prozent der Befragten geben an, dass sie ihre Messebesuchsziele erreicht haben. Das größte Interesse der Fachbesucher aus aller Welt lag mit 64 Prozent auch in diesem Jahr bei der Weihnachts- und Adventsdekoration, gefolgt von der saisonalen Dekoration & Geschenke (43 Prozent), Floristenbedarf & Gartendekoration (25 Prozent) sowie Visuelles Merchandising & Licht (24 Prozent).

Einkäufer aus 114 Ländern bestätigen internationale Ausrichtung
Über alle drei Messen hinweg kamen in diesem Jahr mehr Besucher aus Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, was als deutliche Entspannung der Märkte in Südeuropa zu deuten ist. Aber auch aus Übersee reisten mehr Händler an – ob aus Argentinien, Australien, Japan oder Südafrika. John Herberth, Geschäftsführer der European DIY-Retail Association bestätigt die Attraktivität der drei Messen für Händler aus dem Ausland: „Jedes Jahr kommen mehr Einkäufer für Baumärkte und große Verbrauchermarktketten aus dem Ausland nach Frankfurt. Hier finden sie die richtigen Anbieter, die deren großvolumige Nachfrage nach neuen Produkten bedienen können.“

Der Anteil internationaler Fachbesucher bei der Christmasworld liegt bei 58 Prozent, einen Prozentpunkt höher als zuvor. Massimo Nencioni, Key Account Manager Global Concept, bestätigt: „Die Christmasworld ist für uns die wichtigste Messe für Weihnachtsdekoration. Es kommen Kunden aus aller Welt: In diesem Jahr hatten wir Neukunden aus der Türkei, Kenia, Angola und Marokko.“

Helmut Schmidt, Geschäftsführer Christborn ergänzt: „Die Frequenz war gut und auch sehr international. Besonders viele Italiener, Österreicher, Schweizer und Amerikaner haben wir an unserem Stand begrüßt. Außerdem sind Russland und die Ukraine wieder stark präsent. Sehr erfreulich ist, dass unsere Kunden alle gut abverkauft haben. Das ist die Grundvoraussetzung, dass sie wieder kommen.“

Dieter Uhlmann, Geschäftsführer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller, bezeichnet die Christmasworld als die beste Messe, die seine Mitglieder seit langem hatte. „Der Handel aus dem In- und vor allem dem Ausland platziert sehr gute Order. Unsere Produkte sind auf der Christmasworld zu wahren Exportschlagern geworden.“ Besucherzuwächse gab es außerdem aus Ländern wie China, Spanien, Irland, Rumänien, Ukraine, Portugal, Slowakische Republik, Slowenien, Kroatien, Malta, Australien, Weißrussland, Argentinien, Armenien, Serbien, Chile, Mazedonien oder Peru.

Christmasworld liefert Impulse mit Frischblumen-Arrangements
Das Weihnachtsgeschäft 2015 verlief für Handel und Hersteller sehr zufriedenstellend. Mit dieser guten Ausgangslage haben Fachhändler neue Festschmuck- und Dekorationsartikel geordert. Zusätzlich fanden sie auf der Christmasworld zahlreiche neue Impulse, um ihr Geschäft noch weiter voranzubringen. „Künftig wird es im Handel immer mehr darum gehen, Produkte richtig zu platzieren und zu inszenieren – wie in der Christmasworld Trendschau und der Sonderschau „design by modern nature“ gezeigt – so dass Emotionen und die Konsumlust geweckt werden“, sagt Matthias Hedemann, Vertriebsleiter bei Design im Dorf.

Ganz neu auf der Christmasworld wurde daher ein Produktbereich für frische Blumen und Pflanzen eingeführt. Möbel- und Dekorationshandel sowie Floristen und Gartencenter konnten erstmals vorkonfektionierte Frischblumenprodukte direkt von den Blumenproduzenten ordern. „Kunden verlangen immer mehr nach einer fertig inszenierten Dekorationswelt – nämlich Deko und Pflanze kombiniert. Wir freuen uns, dass die Christmasworld stärker in diesen Bereich investiert. Wir haben bereits als einer der ersten Anbieter einen Stand in der neuen Produktgruppe gesichert“, sagt Dennis Bunnik, Geschäftsführer von Bunnik Creations.

Die Christmasworld wird 2017 den neuen Produktbereich Floradecora mit frischen Blumen und Pflanzen in der Halle 11.1 einführen. Partner sind Green Team Consultancy und 2Dezign. Bereits seit sechs Jahren kreieren die beiden Holländer Rudi Tuinman und Pascal Koeleman von  Dezign auf der Christmasworld imposante Erlebniswelten, die zum Staunen und Entdecken einladen.

„Design by modern nature“ war in diesem Jahr ihr Motto für eine stilvoll dekorierte, absolut moderne Wohnwelt. Der elegante Mix aus Natur und Glamour wurde erzeugt durch Kupfer und Gold im Zusammenspiel mit Grün, Braun- und Basistönen – sowie vielen Waldfiguren wie Hirsch, Eule, Eichhörnchen oder Fuchs. Das war die perfekte Showbühne für die Deko- und Beleuchtungselemente der Aussteller, die zum Teil extra dafür angefertigt wurden.

„Wir wollen nicht einzelne Produkte verkaufen, sondern Atmosphäre, Lifestyle, die in Stimmung und Kauflaune versetzen. Dafür muss alles neu, groß, innovativ sein. Je mehr Theater und Überraschungseffekt, desto mehr wird verkauft / desto größer der Absatz“, animiert Pascal Koeleman, Geschäftsführer 2Dezign, die Besucher während eines Rundgangs durch die Präsentation, für die 42 Designer und Floristen zehn Tage und zehn Stunden pro Tag gearbeitet haben. Über 25.000 Frischblumen und über 2.000 Pflanzen waren dabei der absolute Blickfang. In der Galleria 0 konnte die frische Ware erstmals direkt von den Produzenten geordert werden.

Der Markt für Frischblumen befindet sich im Wandel. Zum einen suchen Blumenzüchter, Produzenten und Großhändler nach neuen Absatzkanälen, die sie auf der Christmasworld in Frankfurt am Main, in einem zentralen Traffic Hub inmitten des weltweiten Warenstroms zwischen Blumen-Produktion und Verbrauchermärkten finden. Im europäischen Vergleich geben die deutschen Verbraucher mit Abstand am meisten aus für Schnittblumen und Zimmerpflanzen. „Die Zeit ist reif für einen völlig neuen Nährboden und der Fokus der Christmasworld auf festliche Dekorationen ist dafür geradezu perfekt, denn sie liefert bereits die „Hardware“ zur neuen „Software“, bestätigt Ronald van den Breevaart, Geschäftsführer Green Team Consultancy. Außerdem belegen Studien, dass sich Frischblumen positiv auf das Wohlbefinden auswirken. „Insofern macht es Sinn, lieben Menschen Blumen zu schenken.“ Zum anderen ist es die verbesserte Qualität der Pflanzen und Blumen, die sie für breitere Vertriebskanäle öffnet: „Die Blumen sind schöner, robuster und langlebiger als zuvor, damit wollen wir neben retail vor allem mehr professionelle Floristen auf der Christmasworld erreichen. Wir freuen uns bereits auf Floradecora 2017“, sagt Jolanda van der Lugt von van der Lugt Lisianthus.

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