Wie ein Mensch, hier Mutter und Sohn, über Jahre hinweg auf engstem Raum leben und sich über Wasser halten, ohne innerlich aufzugeben. Welche posttraumatischen Erfahrungen aus dem Gefangensein resultieren. Wie damit umgegangen werden kann auch nach der scheinbaren Wiedereingliederung in die Gesellschaft

UPI Media     Spieldauer: 118 Minuten     Kinostart: 17. März 2016 

Zum Trailer: Raum  Regie: Lenny Abrahamson (Kanada/Irland 2015) FSK ab 12 Jahre 

Der Film zeigt die perfide Sicht auf das Gefangensein auf engstem Raum. Das ist wie in einer Box. Diese hat nur wenige Quadratmeter und ein Dachfenster. Darin leben Mutter und Sohn. Von diesen beiden Personen erzählt der Film. Sie sind Ausgangspunkt der Handlung. Der Junge sieht mehr wie ein Mädchen mit langen Haaren aus. Das ist Tarnung, damit der Mann der die beiden seit Jahren gefangen hält, nicht böse wird. Die engen Räumlichkeiten haben merkwürdige Verhaltensweisen zur Folge. Angewohnheiten, die nicht mehr einfach abzustellen sind. Der Junge hat die Welt draußen in seinem jungen Leben noch nie kennen gelernt. Er ist auf Schilderungen angewiesen, die ihm seine Mutter beibringt, die den Jungen vor zuviel Belastung zu schützen sucht und deshalb Märchen erzählt. Ich erinnere mich an ein Zwei-Personen Stück von Henning Mankell. Sein Theaterstück „Zeit im Dunkeln“ ist ein atmosphärisch packendes Kammerspiel, das sich mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt. Auch hier werden beengte Verhältnisse geschildert, denen Menschen ausgesetzt sein können.

Wie ein Mensch, hier Mutter und Sohn, über Jahre hinweg auf engstem Raum leben und sich über Wasser halten, ohne innerlich aufzugeben. Welche posttraumatischen Erfahrungen aus dem Gefangensein resultieren. Wie damit umgegangen werden kann auch nach der scheinbaren Wiedereingliederung in die Gesellschaft

UPI Media     Spieldauer: 118 Minuten     Kinostart: 17. März 2016 

Zum Trailer: Raum  Regie: Lenny Abrahamson  (Kanada/ Irland 2015)  FSK ab 12 Jahre 

Der Film zeigt die perfide Sicht auf das Gefangensein auf engstem Raum. Das ist wie in einer Box. Diese hat nur wenige Quadratmeter und ein Dachfenster. Darin leben Mutter und Sohn. Von diesen beiden Personen erzählt der Film. Sie sind Ausgangspunkt der Handlung. Der Junge sieht mehr wie ein Mädchen mit langen Haaren aus. Das ist Tarnung, damit der Mann der die beiden seit Jahren gefangen hält, nicht böse wird. Die engen Räumlichkeiten haben merkwürdige Verhaltensweisen zur Folge. Angewohnheiten, die nicht mehr einfach abzustellen sind. Der Junge hat die Welt draußen in seinem jungen Leben noch nie kennen gelernt. Er ist auf Schilderungen angewiesen, die ihm seine Mutter beibringt, die den Jungen vor zuviel Belastung zu schützen sucht und deshalb Märchen erzählt. Ich erinnere mich an ein Zwei-Personen Stück von Henning Mankell. Sein Theaterstück „Zeit im Dunkeln“ ist ein atmosphärisch packendes Kammerspiel, das sich mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt. Auch hier werden beengte Verhältnisse geschildert, denen Menschen ausgesetzt sein können.

Originaltitel: Room

Zur Website: Raum

Die Geschichte beginnt in einem abgeschlossenen, verriegelten Raum von 9qm² und enthüllt ein großes, grenzenloses Universum, das auf dem weltweiten Bestseller von Emma Donoghue basiert. Die Dunkelheit des Buches ist durch den Unterstrom der Liebe durchsetzt. Das wird anfänglich nicht gleich erkennbar. Es braucht   einen Moment, bis sich dem Zuschauer die fatale Enge erschließt, quasi die Bühne in der die beide ausharren müssen. Ein Schrank dient als Kinderbett, indem Jack, ein 5jähriger Junge liegt und nachts schläft. Er und seine hingebungsvollen Mutter, die unter widrigsten Umständen mit unschuldiger Liebe, Vorstellungskraft und unverwüstlichem Geist halten zusammen, komme was wolle. 

Die Geschichte von RAUM überwältigte Kritiker sowie Leser, so dass Donoghues Buch 2010 die literarische Szene eroberte und nicht nur populärer Bestseller war, sondern auch zum modernen Klassiker erklärt wurde. Zum Teil Märchen, zum Teil Thriller thematisierte das Buch Gefangenschaft und Befreiung, Isolation und Verbindung: Wie die Welt in den Köpfen vor sich geht. Das größte Geduldspiel der Adaption war es, den Kontrast zwischen dem Leben drinnen im Raum, in der ersten Hälfte des Filmes und der totalen Reizüberflutung des Lebens außerhalb des Raumes, in der chaotischen aber erlösenden zweiten Hälfte herzustellen.

Die Idee von Jack und Ma kam ursprünglich ganz unerwartet. Die Romanautorin hatte eine Reihe von Romanen verfasst, einige Kurzgeschichtensammlungen veröffentlicht und arbeitete an literarischen Biografien, aber nichts, was mit RAUM zu vergleichen wäre. Eines Tages hörte sie den erschütternden Bericht von Elisabeth Fritzl, einem österreichischen Mädchen, das durch ihren gewalttätigen Vater 24 Jahre in einem Keller eingesperrt war. Während dieser Gefangenschaft gebar Fritzl mehrere Kinder, die mit ihr in diesem Gefängnis lebten. 

Donoghue hatte wenig Interesse an den konventionellen Hintergründen der Geschichte: das reißerische Verbrechen gegen Fritzl oder die Faszination an psychotischen Kriminellen. Sie war weit mehr an den Fragen über die menschliche Natur und die menschliche Belastbarkeit interessiert, wie beispielsweise Fritzls seltsame Mutterschaft und ihr bloßer Überlebenswille: Wie wäre es, ein Elternteil in einem verschlossenen Raum zu sein? Wie könnte man ein Kind großziehen, das seit der Geburt nie Teil der Gesellschaft war? Was würde passieren, wenn man dann in der modernen Welt auftaucht, nachdem man so lange davon entfernt war oder sie nie Teil der Existenz der eigenen Welt war?

Es gibt historische Versuche mit Kindern, die ohne Zuwendung und Erlernen einer Sprache aufgezogen wurden. Bei einem Experiment wollte Friedrich II. feststellen, welche Sprache Kinder entwickeln, wenn sie ohne Ansprache und Zuneigung aufwachsen. Über den genauen Hergang des Experiments ist wenig bekannt. Das Kinder wurden isoliert und waren eingesperrt. Das Ergebnis seines Experiments war niederschmetternd: Alle Kinder starben, aufgrund fehlender Zuwendung. Er schrieb dazu: “Sie vermochten nicht zu leben ohne das Händepatschen und das fröhliche Gesichterschneiden und die Koseworte ihrer Ammen.”

Rolle Schauspieler Synchronstimme
JACK (Jacob Tremblay) Xara Eich
MA (Brie Larson) Laura Maire
NANCY (Joan Allen) Susanna Bonaséwicz
OLD NICK (Sean Bridgers) Viktor Neumann
LEO (Tom McCamus) Hans-Eckart Eckhardt
OFFICER PARKER (Amanda Brugel) Svantje Wascher
DR. MITTAL (Cas Anwar) Nico Mamone
TALK SHOW HOSTESS(Wendy Crewson) Susanne von Medvey
ROBERT (William H. Macy) Joachim Tennstedt
DOUG (Matt Gordon) Roland Wolf

Buch und Dialogregie: Clemens Frohmann

Romanvorlage: Emma Donoghue

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