Die elfjährige Liliane Susewind (Malu Leicher), genannt Lilli, hat eine außergewöhnliche Fähigkeit: Sie kann mit Tieren sprechen! Diese besondere Gabe hat ihr bis jetzt allerdings immer nur Schwierigkeiten eingebracht.

Als ein Stadtfest wegen Lilli komplett im Chaos versinkt, muss sie mit ihren Eltern Regina (Peri Baumeister) und Ferdinand (Tom Beck) und ihrem Hund Bonsai umziehen. In der neuen Stadt schwört Lilli, ihr Geheimnis für sich zu behalten. Doch dann macht ein gemeiner Tierdieb den städtischen Zoo unsicher, in dem die Direktorin „Oberst Essig“ (Meret Becker) mit dem gutmütigen Tierpfleger Toni (Christoph Maria Herbst) arbeitet – und Tonis berechnende Freundin, die aufgetakelte Vanessa (Aylin Tezel), spielt ein falsches Spiel. Nur Lilli kann – unterstützt von ihrem Mitschüler Jess (Aaron Kissiov) – helfen, Babyelefant Ronni und die vielen anderen Tiere zu retten.

Poster

Wie viele Kinderfilme gilt auch hier die Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Wobei der kleine Zoo und seine Tiere das schützenswerte daran sind. Aber nicht nur das, auch Baumhütten und hohe Aussichtpunkte gilt es zu verteidigen gegen die bösen Machenschaften. Manche Szenen wirken zwar affektiert gespielt, aber gerade das ist wieder gelungen, denn für Kinder und Jugendliche ist der Affekt eine Möglichkeit um sich auszuprobieren, wie ihre Wirkung auf andere Menschen ist. Das Drehbuch unterstützt diese Eigenschaften und lässt zugleich in die Abgründe blicken, die sich auftun, wenn das Gute gegen das Böse kämpfen muss. Dabei überzeugt Malu Leicher als elfjährige Liliane mit langem roten Haar, auch Christoph Maria Herbst besticht durch sein witziges Auftreten, obwohl der doch zuerst immer so bierernst und streng wirkt. Hier ist er der kinderfreundliche Tierpfleger Toni, der das Team verantortungsvoll unterstützt bei der Aufklärung der ungeklärten Täterschaft. Ein anderer Kinderfilm diesmal aus der Schweiz, der zeitgleich in die Kinos gekommen ist: “Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes” (2018), der stärker mit italienischem Charme, aber eben auch sehr affektiert wirkt mit pomadigem Outfit der Darsteller. Dieserart Maske scheint im Moment wieder in zu sein bei Kinderfilmen. Die ungezähmte Wildheit der Kinder dagegen wird verklärt und ist vor allem durch die wilden Tiere im Zoo symbolisch übertragen. Förderlich ist auch der Wille nach Gruppenzusammengehörigkeit und Teamgeist. 

BESETZUNG

Liliane Susewind MALU LEICHER
Toni CHRISTOPH MARIA HERBST
Oberst Essig MERET BECKER
Vanessa AYLIN TEZEL
Ferdinand Susewind TOM BECK
Regina Susewind PERI BAUMEISTER
Jess AARON KISSIOV
Laura VALENTINA LEONE
Trixi FELICE AHRENS
Lehrer Gümnich DANIEL WIEMER
Polizist 1 DANIEL ZILLMANN
Polizist 2 STEFFEN WILL
Käptn Schwärzer MICHELLE MONBALLIJN

STAB

Regie JOACHIM MASANNEK
Drehbuch BEATE FRAUNHOLZ
BETTY PLATZ
MATTHIAS DINTER
ANTONIA ROTHE-LIERMANN
KATRIN MILHAHN
Roman TANJA STEWNER
Produktion FELIX ZACKOR
STEFAN RAISER
MAIKE HAAS
Koproduktion MARTIN BACHMANN
EVA VAN LEEUWEN
SEBASTIAN SCHELENZ
ANDRÈ SOMMERLATTE
Kamera RICHARD VAN OOSTERHOUT
Szenenbild ALINA DE SANTOS
Schnitt MARTIN RAHNER
Kostümbild GENOVEVA KYLBURG
Musik TILMAN SILLESCU, RIAD ABDEL-NABI
Musikberatung KLAUS FRERS
Maskenbild FABIENNE ADAM
MARKUS SCHARPING
Ton THOMAS GRIMM-LANDSBERG
Herstellungsleitung ANDREAS MESSERSCHMIDT
Produktionsleitung SEBASTIAN FRÖHLICH
JOHAN KNUDSEN
VFX Supervisor URS FRANZEN
Casting DANIELA TOLKIEN
Kindercasting ANNE WALCHER
Produktion DREAMTOOL ENTERTAINMENT
Koproduktion DEUTSCHE COLUMBIA PICTURES FILMPRODUKTION
VELVET FILMS
CINE PLUS
Förderer FILM- UND MEDIENSTIFTUNG NRW
MEDIEN- UND FILMGESELLSCHAFT BADEN-WÜRTTEMBERG
FILMFERNSEHFONDS BAYERN
WALLIMAGE
DEUTSCHER FILMFÖRDERFONDS

SONSTIGES

Drehorte RAEREN, AACHEN UND UMGEBUNG
Drehzeit 4. JULI – 23. AUGUST 2017

PRODUKTIONSNOTIZEN

Als Kulisse für das malerische Familienheim, das die Susewinds nach ihrem erneuten Umzug beziehen, diente der Biobauernhof 4 Linden in Vetschau im Nordwesten von Aachen. „Das ist ein kleines Paradies. Das hätten wir so niemals für den Film bauen können“, sagt Regisseur Joachim Masannek über das ökologische Wohnprojekt eines Architekten, der mit freiwilligen Helfern aus aller Welt und mit Tieren aller Art im Einklang mit der Natur lebt. „Der Hof hat einen besonderen Charme, der an Bullerbü erinnert“, lobt Produzent Felix Zackor die grüne Oase am Aachener Stadtrand. Die fiktive Kleinstadt, in der die Susewinds im Film wohnen, wurde von Kornelimünster/Walheim gedoubelt. Der südlichste Stadtbezirk Aachens, unmittelbar an der Grenze zu Belgien und am Fuße der Eifel gelegen, bot mit seinen historischen Bürgerhäusern und dem ehemaligen Kloster eine bildstarke Filmkulisse.

Den wichtigsten Drehort fand die Produktion in Belgien. Szenenbildnerin Alina de Santos verwandelte den stillgelegten Bahnhof von Raeren, einem Grenzort bei Aachen, in den Tierpark Paradisia. Denn ausgerechnet dorthin verschlägt es Liliane Susewind durch eine Projektwoche ihrer neuen Schule. Und dort ist es natürlich nahezu unmöglich, ihr Versprechen zu halten, sich von fremden Tieren fernzuhalten.

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