SWEETHEARTSRegie: Karoline Herfurth (BRD) Kinostart: 14. Februar 2019
Mel (Hannah Herzsprung) am Steuer im Fluchtwagen und ihrer gefesselten und mit den Augen verbundenen Geisel Franny (Karoline Herfurth)
Zwei sehr gegensätzliche Charaktere, die auch noch weiblich sind, begegnen sich ungewollt mitten auf der Straße in einer Fußgängerzone in der gerade ein Überfall stattfindet. Franny (Karoline Herfurth) ist eine ehrliche Haut aber beruflich wie privat völlig orientierungslos mit starker Tendenz zu Panikattacken. Die alleinerziehende Mutter Mel (Hannah Herzsprung) dagegen ist die pure Selbstversorgerin, das ist ganz im wörtlichen Sinne gemeint, die sich durch einen Coup mitten in Berlin die Lösung ihrer Probleme für sich und ihre Tochter verspricht und damit auf ein besseres Leben in Reichtum hofft. Käme nicht Franny im falschen Augenblick dazwischen, die in ihrer Unbeholfenheit einer Art Stockholm-Syndrom unterliegt, nachdem sie die Pläne ihrer Widersacherin durchkreuzt und sich dem Zwang des Täterprofils vollkommen unterordnet – sie spielt das Spiel von Anfang bis Ende mit – Welche Folgen das hat, ist kaum absehbar, denn niemand kommt ungeschoren davon: ehrliche Haut gegen pure Selbstversorgerin, das kann nur blutig enden. Berliner Brachenlandschaft dient als Treffpunkt, um die kriminellen Machenschaften aus Mels Raubüberfall abzuwickeln. Mehrere Banden sind informiert vom Überfall und wollen abkassieren. Hier setzt auch schon meine Kritik an diesem Ganovenstück an, was sich zuerst beschwingt wie eine Komödie gibt, in der sich alles von alleine einfädelt, wird mit harten Gewaltszenen aus einem Thriller untermalt. Dem fehlt es einfach an Realitätssinn. Wie lassen sich filmische Gegensätze so einfach vermischen? Auch hier ist eine ausgedehnte Autofahrt durch Berlin und Umgebung einer der Antreiber in der Story, wie das schon im ausgemachten Berlin-Thriller STEIG. NICHT. AUS! (2018) in der Regie von Christian Alvart der Fall war.
Spieldauer: 107 Minuten Verleih Warner Bros. Pictures
Filmposter
„Sweethearts“ ist – nach ihrem erfolgreichen Regiedebüt „SMS für Dich“ – der zweite Kinofilm von Karoline Herfurth, den sie als Regisseurin und Hauptdarstellerin entwickelt hat. Seit ihrem fulminanten Auftritt als Mirabellenmädchen in „Das Parfum“ zählt Herfurth zu den vielseitigsten und gefragtesten Schauspielerinnen in Deutschland.