WERK OHNE AUTOR Regie: Florian Henckel von Donnersmarck (BRD) auf DVD & blue ray ab 04. April 2019

Der Anfang unterscheidet sich erheblich vom Ende, obwohl Schauspieler sich in vielem ähneln, die eigentlich ganz unterschiedlich wirken sollen. Die Szene mit den Omnibussen wiederholt sich wie eine Hommage an den Anfang. Dennoch ein sehenswerter Künstlerfilm, der zugleich Heimat- und Epochenfilm ist. Heimatfilme finden beim deutschen Publikum immer wieder ganz besondere Anerkennung. Das löst Begeisterung aus trotz der Überlänge, die aber wie im Fluge dahinzieht. Zum einen werden Einblicke in den Musentempel, Kunsthochschule und Ateliers, gewährt. Der Duft nach Ölfarbe und Leinwand dringt durch. Wie im Zeitraffer werden verschiedene Kunststile vorgestellt. Ähnlichkeit mit tatsächlichen Künstlern wäre zufällig, kann aber beabsichtigt sein.

Was mir auffällt, viele der SchauspielerInnen wirken sehr jugendlich, müssen sich aber sehr erwachsen geben. Ihre Augen spiegeln eigentlich nicht das System, das sie gerade verkörpern sollen, Nazizeit oder Nachkriegsdeutschland in der DDR und Westdeutschland. Ihre Körperbewegungen sind meiner Meinung nach nicht eckig genug, wie das vielleicht zur Nazizeit der Fall gewesen wäre, sondern sie sind viel stärker im jetzt und hier verhaftet. Es geht um Leben und Geburt. Aber auch die Todesgefahr stellt sich dar, wenn die Tante vom kleinen Kurt in eine Heilanstalt eingeliefert wird, um von heute auf morgen aus dem Leben des Jungen zu verschwinden, obwohl sie sich nur freizügig zeigen wollte und im Sinn hatte, ihren Neffen als Künstler zu fördern.

Die Aussprache der Akteure ist nicht übermäßig deutlich zu verstehen. Etwas verhalten klingen die Dialoge nach, was durchgängig ist. Das drückt eine Stimmung aus, die einerseits voller Demut ist, die andererseits einen Reichtum vorgibt, welcher in der Wirklichkeit nur den wenigstens zu Teil geworden sein dürfte. Großbürgerliches Ambiente wird geboten. Das ist erhebend. Der Lebenslauf des Kunstmalers Kurt Barnert (Tom Schilling) nimmt schon traumhafte Züge an, was gerade in der Nachkriegszeit nicht ohne weiteres glaubhaft erscheint. Seine Beweggründe sind vor allem durch seine Innerlichkeit geprägt. Vom Schildermaler avanciert Kurt Barnert zum hochdotierten Kunstmaler und mimt den Glücklichen. Er ist damit Identifikationsfigur, der Erzähler, aus dessen Perspektive die meisten Handlungen erklärbar werden. Die einzige Aufforderung an Kurt Barnert, jemand sollte immer der Beste sein in seinem Beruf. Das ist Erziehung zum Leistungsdenken. Den Schattenpart übernimmt Kurt Barnert damit nicht, diesen Part überlässt er vielmehr Professor Carl Seeband (Sebastian Koch), Arzt mit Vergangenheit und Vater von Kurt Barnerts Ehefrau Ellie. Ein spannungsgeladener Spielfilm, wie schon „Das Leben der Anderen“ vom gleichen Regisseur. Den echten Thriller mit scherenschnittartigen Szenen kann ich in diesen Abläufen allerdings nicht gleich wiedererkennen.

Eine Filmrezension von Kulturexpress

Spieldauer: DVD 182 Min./ blue ray 189 Min.  sowie als Download verfügbar                

FSK ab 12 Jahren                     Verleih: Walt Disney International

Filmtrailer:

BESETZUNG

Kurt Barnert TOM SCHILLING

Professor Carl Seeband SEBASTIAN KOCH

Ellie Seeband PAULA BEER

Elisabeth May SASKIA ROSENDAHL

Professor Antonius van Verten OLIVER MASUCCI

Kurt Barnert 6 Jahre CAI COHRS

Martha Seeband INA WEISSE

NKWD Major Murawjow EVGENY SIDIKHIN

Dolmetscher Murawjow MARK ZAK

Frau Hellthaler ULRIKE C. TSCHARRE

Hausarzt Dr. Michaelis BASTIAN TROST

Professor Horst Grimma HANS-UWE BAUER

Günther Preusser HANNO KOFFLER

Adrian Schimmel/Finck DAVID SCHÜTTER

Max Seifert FRANZ PÄTZOLD

Werner Blaschke HINNERK SCHÖNEMANN

Waltraut Barnert JEANETTE HAIN

Johann Barnert JÖRG SCHÜTTAUF

Großmutter Malvine JOHANNA GASTDORF

Günther May FLORIAN BARTHOLOMÄI

Ehrenfried May JONAS DASSLER

als Gäste

Vorarbeiter Otto BEN BECKER

Ausstellungsführer Heiner Kerstens LARS EIDINGER

STAB

Buch, Produktion & Regie FLORIAN HENCKEL VON DONNERSMARCK

Produzenten JAN MOJTO, QUIRIN BERG, MAX WIEDEMANN, CHRISTIANE HENCKEL VON DONNERSMARCK

Koproduzenten CHRISTINE STROBL, DIRK SCHÜRHOFF

Casting SIMONE BÄR, ALEXANDRA MONTAG

Herstellungsleitung DAVID VOGT

Herstellungsleitung Degeto KIRSTEN FREHSE

Produktionsleitung TOM STERNITZKE, DANIEL MATTIG

Postproduction Supervisor SVEN NURI

Original-Ton MATTHIAS RICHTER BVFT

Tongestaltung CHRISTOPH VON SCHÖNBURG

Mischung MICHAEL KRANZ, MARTIN STEYER

Hair Design ALDO SIGNORETTI

Make Up Design MAURIZIO SILVI

Kostüm GABRIELE BINDER

Szenenbild SILKE BUHR VSK

Musik MAX RICHTER

Schnitt PATRICIA ROMMEL BFS

Co-Editor PATRICK SANCHEZ-SMITH

Director of Photography CALEB DESCHANEL ASC

Redaktion CAROLIN HAASIS (ARD Degeto), CARLOS GERSTENHAUER (BR), BETTINA RICKLEFS (BR)

Die Produktion wurde gefördert durch MEDIENBOARD BERLINBRANDENBURG

FILMFERNSEHFONDS BAYERN

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NORDRHEIN-WESTFALEN

MITTELDEUTSCHE

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FILMFÖRDERUNGSANSTALT

DEUTSCHER FILMFÖRDERFONDS

TSCHECHISCHER STAATLICHER KINEMATOGRAFIE FONDS

Eine Pergamon Film Produktion und eine Wiedemann & Berg Film Produktion, präsentiert von Buena Vista International, in Koproduktion mit Beta Cinema, ARD Degeto, Bayrischer Rundfunk und in Zusammenarbeit mit Sky Deutschland, Rai Cinema, Paolo Del Brocco, Arte sowie Andreas Schreitmüller

mit Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte, Untertitel Deutsch für Hörgeschädigte