Warum heißt der Film „Wo ist Kyra?“. Müsste heißen: Wer oder was ist Kyra? Die Antwort bleibt der Film schuldig. Kyra sitzt in der Falle aber jedenfalls nicht auf der Straße. Der Lebenskampf findet immer noch statt, dem entspricht das düstere Bild aus New York. Dennoch ist die Persönlichkeit Kyras so außergewöhnlich, dass der Zuschauer wirkliches Interesse an ihr entwickelt. Die Frage nach ihr ist also stimmig und könnte weiter lauten: Wo ist Kyra eigentlich geblieben?

Autor und Regisseur Andrew Dosunmu war mit seinem atmosphärisch dichten dritten Spielfilm Gast beim Sundance Film Festival. Gemeinsam mit seinem Kameramann Bradford Young, der bereits zwei Mal mit dem Cinematographer Award des Festivals ausgezeichnet wurde, nutzt Dosunmu klar komponierte Bilder und eine stilvolle Umgebung, um den fragilen Charakter von Kyra in einem düsteren, feindselig wirkenden New York zu positionieren. Das begrenzt wirkende Interieur der New Yorker Wohnung gibt die Stimmung hervorragend wieder, in der sich das dramatische Schauspiel zusammenzieht. Damit wird die enorme Anspannung der Figur, die sich in dieser Welt deplatziert fühlt, noch verstärkt.
2017 entstand das Independent-Drama WHERE IS KYRA? („Wo ist Kyra“), in dem Michelle Pfeiffer neben Kiefer Sutherland zu sehen ist, das von einer sensiblen, fragilen Frau handelt, die in einer wilden, menschenfeindlichen Welt große Probleme damit hat, ihr Dasein in den Griff zu bekommen. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, muss sie mit dieser neuen Lebensphase fertig werden und neue Methoden entwickeln, um überleben zu können.


