Der Film ist ein Versuch, um auf Spurensuche zu gehen und damit den Philosophen Hans Blumenberg von neuem zu entdecken. Hierin besteht der Fortschritt. Die Handlung ähnelt dann einer Gesprächssituation, der sich die Akteure aussetzen, die helfen weitere Einblicke gewinnen in das philosophische Gedankengut eines ein wenig in Vergessenheit geratenen Philosophen zu finden.

Doch der Filmversuch über Blumenberg wäre vermutlich stecken geblieben, hätte nicht die Büchner-Preisträgerin 2013, Sibylle Lewitscharoff, mit ihrem äußerst erfolgreichen Roman Blumenberg für ein nochmals erweitertes Interesse an Blumenberg gesorgt. Lewitscharoff hat mit Vehemenz eine Tür eingetreten und der dahinter liegende Freiraum ermöglichte es uns, über einen Film nachzudenken und ihn auch zu gestalten, nachdem viele fragten: Wer war dieser Blumenberg? Denn jetzt war er den Spezialisten entrissen und wurde einer größeren Masse bekannt. Und diese Chance galt es zu nutzen.

Poster

Hans Blumenberg war und ist einer der einflussreichsten deutschen Philosophen der Nachkriegszeit. Sein Thema ist der Mensch, der über die Jahrhunderte hinweg um seine Selbstbehauptung gegen den Absolutismus der Wirklichkeit kämpft. Das Instrument dafür ist sein Denken, das er als Nachdenklichkeit versteht, das innehält und sich seiner selbst bewusst wird, Umwege zulässt, Distanz zum Übermächtigen schafft. Diesen Vorgang nennt Blumenberg das „Abenteuer des Denkens“.

Auf dem Foto Hans Blumenberg

Dieses Abenteuer wurde bei Blumenberg förmlich greifbar, wenn er ans Podium im Hörsaal VIII im Münsteraner Schloss trat, auf die Bühne, auf der er am hellsten gestrahlt hat: Mit dem immer gleichen Ritual zog er seine Handschuhe aus, legte seinen Hut ab, hielt kurz inne und startete seine Vorlesung ohne abzulesen, pointiert, hintergründig, unterhaltsam. Nicht nur Studenten, sondern auch normale Bürger pilgerten in seinen Hörsaal und Blumenberg belohnte sie mit einer Performance, die bis heute legendär ist. Seine Person sollte dabei aber unsichtbar bleiben, hinter seinen Worten verschwinden.

Drei Spurensucher reisen in Christoph Rüters Film in einem Bus quer durch Deutschland, um sich von dem Philosophen Hans Blumenberg ein Bild zu machen. Sie sprechen mit Menschen, die ihn gekannt haben, diskutieren seine Gedanken. Ausgangspunkt ist Blumenbergs Heimatstadt Lübeck, von hier folgen die Drei dem langen Weg seines Lebens und Denkens. Er führt sie über Münster, Heidelberg, Marbach, Stuttgart, München bis nach Zürich. An all diesen Orten kommen Zeugen zu Wort, die Blumenberg noch gekannt haben, die von seinem Charakter und seiner unglaublichen Präsenz berichten.

Website zum Film: Hans Blumenberg – der unsichtbare Philosoph

Mitwirkende: Burkhard Lütke Schwienhorst, Klaus Schölzel, Dr. Rüdiger Zill, Prof. Bettina Blumenberg, Dr. Christian Dräger, Prof. Dr. Jürgen Goldstein, Dr. Carsten Groth, Michael Krüger, Dr. Martin Meyer, Prof. Dr. Melanie Möller, Prof. Dr. Heinrich Niehues-Pröbsting, Dr. Heinz Rohrbach, Prof. Dr. Philipp Stoellger, Denis Trierweiler, Dr. Nicola Zambon u.v.a.

Buch und Regie: CHRISTOPH RÜTER
Ko-Autor:  BURKHARD LÜTKE SCHWIENHORST
Kamera:  PATRICK POPOW ¦ CORNELIUS PLACHE ¦ JAN ANDREAS ENSTE
Ton: UDO RADEK ¦ THORSTEN CZART ¦ KAI ZIARKOWSKI
Schnitt:  JAN GEROLD HANKA KNIPPER ¦ ANDRÉ BEDNOCCHI ALVES ¦ HOLGER BUFF
Mischung:  ANDREAS HELLMANZIK Herstellungsleitung CORNELIA KELLERS Producerin KERSTIN KRIEG
Ko-Produzenten: MATTHIAS GREVING ¦ CHRISTOPH RÜTER Produzent GERD HAAG

Eine Produktion von TAG/TRAUM Filmproduktion in Ko-Produktion mit KINESCOPE Film und Christoph Rüter Filmproduktion

mit freundlicher Unterstützung

von FILM- UND MEDIENSTIFTUNG NRW ¦ BKM – Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien ¦ FILMFÖRDERUNG HAMBURG SCHLESWIG HOLSTEIN ¦ POSSEHL STIFTUNG STADT LÜBECK

Print Friendly, PDF & Email