Spielt zwar in einer modernen, von Lärm und Gewalt geplagten Welt, doch je weiter sich die Handlung aufs Land verlagert, desto ruhiger wird es. „Dies ist ein Film, bei dem der Ton das Bild sehr viel mehr beeinflusst als das Bild den Ton“, erklärt Regisseur Leonetti. Mit Poe’scher Düsternis ausgestattet, versucht THE SILENCE in Bereiche vorzudringen, die sonst im Verborgenen liegen bleiben. Bei Poe ist es die schwarze Katze hinter einer Wand, die so kläglich jammert um auf sich aufmerksam zu machen, womit das Unglück seinen Lauf nimmt. In THE SILENCE ist es die ‘Büchse der Pandora’, die versehentlich geöffnet wurde. Einer Metapher, die sich auf unterirdische Vermächtnisse aus der Vorzeit bezieht.

Filmposter

Als eine archäologische Expedition in einem unzugänglichen Höhlensystem in Nordamerika eine bislang unbekannte Parasitenart entdeckt, ahnt noch niemand, wie gefährlich diese „Wespe“ genannte Spezies tatsächlich ist. Doch einmal freigesetzt, mutieren und vermehren sich diese Urzeitmonster nicht nur, sondern greifen bald auch Menschen an. Ihre Opfer finden sie dank ihres feinen Gehörs: Schon das kleinste Geräusch lockt eine Unzahl von ihnen an. Die einst so laute Welt verstummt. Die gehörlose Ally (Kiernan Shipka) und ihre Familie ziehen sich in die Wälder zurück, denn überleben lässt sich nur noch in völliger Stille. Gefahr geht aber auch von anderen Menschen aus, wie die Familie bald erfahren muss: Im rücksichtslosen Überlebenskampf ist jedes Geräusch ein potentielles Todesurteil. Und dann kreuzt eine bedrohliche Sekte ihren Weg, die es ausgerechnet auf Ally abgesehen hat… Im Film sind Ally, die seit ihrem dreizehnten Lebensjahr taub ist, und ihre Familie in der Lage, den Ansturm der Wespen zu überleben, weil sie es kennen, in Stille zu leben und in Gebärdensprache zu kommunizieren. Diese zu lernen war für die Schauspieler also wichtiger Bestandteil ihrer Vorbereitung.

Zur Filmwebsite: THE SILENCE       Spieldauer: 91 Minuten     FSK: ab 16 Jahren freigegeben      Verleih:  Constantin Film

Highlight in Design und Ausführung sind die “Wespen”, jener fleischfressenden Flugkreaturen, deren Befreiung aus einem lang versiegelten, unterirdischen Höhlensystem für Chaos in den Städten sorgt und Ally und ihre Familie zur Flucht aufs Land zwingt. Sie nennen sie ‚Avispa‘, wegen der Art und Weise wie sie ausschwärmen. ‚Avispa‘ heißt Wespe auf Spanisch. Visual Effects Supervisor Dennis Berardi und das Team seiner Firma Mr. X, die sich auf Beschreibungen aus Lebbons Buch und Anregungen der Filmemacher stützen, wurden mit dieser Aufgabe betraut. THE SILENCE basiert auf dem gleichnamigen Bestseller-Roman des britischen Horror- und Dark Fantasy-Autors Tim Lebbon.

„Wir wollten eine Kreatur, die sich in ihrem Design möglichst organisch und naturalistisch anfühlt. Die Wespen sind schließlich keine Außerirdischen, keine Kreaturen aus dem All“, erklärt Produzent Robert Kulzer. „Für uns hatte diese Spezies definitiv einen reptilienartigen Ursprung, und wir erfanden eine Mythologie, nach der diese fliegenden Reptilien seit Millionen von Jahren in einem sehr ausgedehnten Höhlensystem festsaßen. Dort haben sie sich an ein Leben in Dunkelheit und mit wenigen Ressourcen gewöhnt und sich so weiterentwickelt, dass sie sich in eine Art Stillstand versetzen und all die Zeit überdauern konnten. Doch sobald sie freigelassen werden und auf schier unbegrenzten Futternachschub stoßen, vermehren sie sich rasant weiter.“ 

Die Gebärdensprachen-Lehrerin Catherine Joelle MacKinnon, die seit ihrer Geburt taub ist, war während der gesamten Dreharbeiten am Set, um die Schauspieler und Filmemacher zu unterstützen und zu beraten. Gebärdensprache besteht aus Zeichen, die durch die Bewegung der Hände in Kombination mit Gesichtsausdrücken und Körperhaltung entstehen, und es war MacKinnons Aufgabe darauf zu achten, dass alles natürlich und real wirkte. „Die Zusammenarbeit mit den Schauspielern am Set war fantastisch“, sagt MacKinnon. „Ich bin hier, um sicherzustellen, dass sie akkurat gebärden und dass der Ton stimmt. Und wenn sie Fragen haben, bin ich zur Stelle, unterstütze sie und übe mit ihnen.“

Von dem Moment an, als Shipka mit einer Rolle besetzt wurde, stürzte sie sich sofort auf das Erlernen der Gebärdensprache, die sie sich zunächst selbstständig aneignete, bevor sie mit Lehrern gezielt an den Dialogen des Drehbuchs arbeitete. „Wir haben viel Zeit damit verbracht, herauszufinden, in welchen Situationen Ally am ehesten gebärden würde und wie viel Raum diese Sprache in ihrer Welt einnimmt“, erklärt die Schauspielerin. „Ihr Umgang mit der Gebärdensprache verändert sich im Laufe des Drehbuchs. Anfangs spricht sie manchmal auch mit ihren Eltern; das ist ein Hin und Her, genau wie es ihrer Persönlichkeit entspricht. Doch je mehr sich die Situation zuspitzt, desto mehr muss sich die Familie auf das Beherrschen der Gebärdensprache und damit die Kommunikation im Stillen verlassen.“

BESETZUNG

Hugh Andrews   –   Stanley Tucci
Ally Andrews   –   Kiernan Shipka
Kelly Andrews   –   Miranda Otto
Lynn   –   Kate Trotter
Glen   –   John Corbett
Jude Andrews   –   Kyle Breitkopf

STAB

Regie: John R. Leonetti
Drehbuch: Shane Van Dyke und Carey Van Dyke,
basierend auf dem Bestseller von Tim Lebbon
Produzenten: Robert Kulzer, Alexandra Milchan, Scott Lambert
Executive Producer: Martin Moszkowicz
Kamera: Michael Galbraith
Produktionsdesign: Bon Ziembicki
Schnitt: Michele Conroy
Kostüm: Lea Carlson
Visual Effects: Dennis Berardi, Matt Glover

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