
Das geschieht momentan an folgenden Bildtafeln: Die Verkündigung und Die Auferstehung Christi, Kreuzigung, Der Heilige Sebastian, Der heilige Antonius und die Beweinung Christi. Dennoch ist die Furchtlosigkeit bestaunenswert, mit welcher die Restauratoren tätig sind. Dabei zeigt sich, wie gefährdet die einzelnen Bildteile offen liegen, wenn sie unter den Augen der Besucher abmontiert, transportiert und zum Zwecke der Restaurierung zwischengelagert werden. Mir scheint die Körperhaltung der Restauratoren symptomatisch dafür zu sein, welche Anstrengung hinter jedem einzelnen Reinigungsvorgang steht. Hierbei kann es keine Routine geben, sondern konzentrierte Arbeit ist erforderlich, um die Bildtafeln vorsichtig vom Schmutz zu reinigen. Zu zerbrechlich ist dieses großartigste Kunstwerk und seine Bedeutung innerhalb der europäischen Kunstgeschichte.
Das 19-köpfige Team des italienischen Chefrestaurators Anthony Pontabry ist intensiv mit der Reinigung der Bildtafeln befasst. Laut Protokoll, vom wissenschaftlichen Beirat für die Restaurierung verabschiedet, hob das Team mehrere Firnisschichten von zwei Bildtafeln ab: Engelskonzert und der Besuch des Heiligen Antonius beim Heiligen Paulus Eremita sowie Die Geburt Christi und Die Versuchung des Heiligen Antonius sind betroffen.
Während der Arbeit enthüllte diese Etappe der Arbeiten eine Frische der Farben, die auf den Bildtafeln lagert und die bestehenden Kontraste zwischen matten, seidenmatten und glänzenden Farbflächen hervorhebt, was eine besondere Betonung in der Tiefenwirkung ermöglicht. Die gelben Höhungen und Glanzeffekte im Gesicht des Engels wie auch die Farbwechsel von Orange bis Rosa auf dem Gewand der Jungfrau des Engelskonzerts sind wieder sichtbar geworden. Auch die Palmenzweige, aus denen das Rot der Datteln hervorleuchtet, weisen wieder die ursprüngliche gelb gemaserte grünliche Tönung auf. Die restaurierten Bildtafeln: Das Engelskonzert, Besuch des Heiligen Antonius beim Heiligen Paulus Eremita und Die Geburt Christi, Die Versuchung des Heiligen Antonius sind seit Juli 2019 im gereinigten Zustand wieder zu besichtigen.

Foto (c) Kulturexpress
Siehe auch: Restaurierung des Isenheimer Altars



