
Die szenischen Abläufe des Films wirken plausibel, wie Antonia gezeichnet vom kargen Lagerleben der Sowjetunion mit ihrem Gepäck nach Hause in die DDR und nach Fürstenberg gelangt, um Aufgehoben und Geborgen zu sein mit eigenem zu Hause, mit Freunden und Bekannten die Unterstützung bieten, zuvorkommend und freundlich gesinnt sind. Die Wahrheit dahinter spricht jedoch eine verborgene Sprache, die das mühsam erarbeitete Vertrauen wieder zurück in den Schatten stellt. Im Namen der Loyalität werden hier Dinge eingefordert, die nicht ohne weiteres akzeptabel sind. Was nützen Vorzüge, wenn ein Aufbegehren gegen gesellschaftliche Missstände verboten bleibt? Das ist ein Widerspruch, wenn es nur ein Entweder oder gibt. Wahrheit oder Geborgenheit. Ein dumpfes Gefühl bleibt zurück. Es ist ein Gefühl der Unvollkommenheit. Das zeigt mir, die DDR war kein vollwertiger Staat, der seine Bürger vor dem Unrecht zu schützen wusste. Das zeigt aber auch, dass erst durch die Wiedervereinigung beider deutschen Staaten jene zu vollwertigen Bürgern werden konnten, was nur durch ein System gelingt, welches ohne Unterdrückung und ohne Ausschaltung der Meinungsfreiheit eine Existenz in einem freilebenden Staat ermöglicht. Ohne diese Grundlage wäre dieser Film nicht möglich geworden, denn was hier beschrieben wird, ist eine Rückschau auf ein veraltetes System, das heute keine Gültigkeit mehr hat. Nur die Erinnerung und ein wehmütiges Heimatgefühl daran bleibt.


