Ab 27. März 2020 auf DVD: Erzählt die Lebensgeschichte der zu Unrecht verurteilten DDR Bürgerin Antonia Berger (Alexandra Maria Lara), die nach vielen Jahren in der Sowjetunion im Jahre 1952 in das kleine Fürstenberg in der früheren DDR kam, um dort eine neue Heimat zu finden. Stückweise wie ein Heimatfilm erzählt, der seine eigene filmische Ausdrucksform findet. Von der örtlichen Kreisleitung wird Antonia in allen Ehren empfangen, man kümmert sich um ihre schwer kranke Tochter, gibt ihr eine schöne Wohnung und eine würdevolle Arbeit. Antonia, die dies nach vielen Jahren voller Schmerz und Einsamkeit nicht mehr für möglich gehalten hatte, schöpft neuen Mut. Die Solidarität, die sie in dem jungen Land erfährt, erneuert ihren Glauben an die Zukunft im Geiste der Gerechtigkeit. Sie verliebt sich in den Arzt Konrad, der sich gegen das bequeme Leben seiner in Hamburg ansässigen Familie entschieden hat. Antonia gewinnt ein neues Leben und soll dafür aber einen Preis zahlen: denn von ihrer Zeit, die sie in der Sowjetunion verbracht hat, soll sie schweigen. Die Wahrheit, so fürchtet die junge Deutsche demokratische Republik, könnte die so fragile Nation ins Wanken bringen. Antonia soll Teil des Aufbruchs in eine neue und bessere Welt werden, dennoch wird sie stets auf unangenehme Weise mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, die sie nie haben wollte.

Filmposter

Die szenischen Abläufe des Films wirken plausibel, wie Antonia gezeichnet vom kargen Lagerleben der Sowjetunion mit ihrem Gepäck nach Hause in die DDR und nach Fürstenberg gelangt, um Aufgehoben und Geborgen zu sein mit eigenem zu Hause, mit Freunden und Bekannten die Unterstützung bieten, zuvorkommend und freundlich gesinnt sind. Die Wahrheit dahinter spricht jedoch eine verborgene Sprache, die das mühsam erarbeitete Vertrauen wieder zurück in den Schatten stellt. Im Namen der Loyalität werden hier Dinge eingefordert, die nicht ohne weiteres akzeptabel sind. Was nützen Vorzüge, wenn ein Aufbegehren gegen gesellschaftliche Missstände verboten bleibt? Das ist ein Widerspruch, wenn es nur ein Entweder oder gibt. Wahrheit oder Geborgenheit. Ein dumpfes Gefühl bleibt zurück. Es ist ein Gefühl der Unvollkommenheit. Das zeigt mir, die DDR war kein vollwertiger Staat, der seine Bürger vor dem Unrecht zu schützen wusste. Das zeigt aber auch, dass erst durch die Wiedervereinigung beider deutschen Staaten jene zu vollwertigen Bürgern werden konnten, was nur durch ein System gelingt, welches ohne Unterdrückung und ohne Ausschaltung der Meinungsfreiheit eine Existenz in einem freilebenden Staat ermöglicht. Ohne diese Grundlage wäre dieser Film nicht möglich geworden, denn was hier beschrieben wird, ist eine Rückschau auf ein veraltetes System, das heute keine Gültigkeit mehr hat. Nur die Erinnerung und ein wehmütiges Heimatgefühl daran bleibt.

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