Otello ist eine Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi mit einem Libretto von Arrigo Boito nach dem gleichnamigen Schauspiel Othello von William Shakespeare. Die Uraufführung fand am 5. Februar 1887 an der Mailänder Scala statt. Hier in der Aufführung vom 10. Juli 2024 an der Oper Frankfurt. Den Schlüssel zu seiner Inszenierung von Giuseppe Verdis hochdramatischer Oper sieht Regisseur Johannes Erath in dem Shakespeare-Zitat »Wenn ich dich, Desdemona, nicht liebe, dann kehrt das Chaos zurück!«. Mit dem Chaos umschreibt Otello sein entbehrungsreiches Leben als Soldat und die Erfahrung der Ausgrenzung. Der Abend beginnt mit einem fulminanten Auftakt, einem Unwetter und dem jubelnden Auftritt eines geretteten Protagonisten, und endet tragisch in E-Dur.
Doch mehr zum Inhalt: Die Handlung der Oper ist im 15. Jahrhundert auf Zypern angesiedelt. Der Feldherr Otello kehrt mit seinem Schiff siegreich aus dem Türkenkrieg in seine Hafenstadt zurück. Der Sturm bricht während der Aufführung sofort auf, es gibt keine Ouvertüre. Otello wird als Mohr bezeichnet, stammt aus einem fremden Kulturbereich und darf sich daher als „muslimische“ Mauren vorstellen, obwohl er in vielen Inszenierungen ein Afrikaner dunkler Hautfarbe war. In der Inszenierung an der Oper Frankfurt überraschend gespielt und gesungen von dem Tenor Alfred Kim , gebürtiger Koreaner, der seiner Rolle als Otello gerecht wird, indem er zur Schau trägt, was den Anforderungen an einen Feldherrn genüge tut. Die Bühne ein kunstvoller Bretterverschlag, der den Fußboden dekorierte, zeigt umso eindringlicher die historische Dimension des Stückes, um nachzuformen, was letztlich auf Shakespeare mit seiner weltveränderlichen Dynamik zurückgeht. Der in Seoul, Frankfurt und Karlsruhe ausgebildete Sänger Alfred Kim begann seine Laufbahn in den Staatstheatern Kassel und Wiesbaden.

Der 1. Akt ist ein Schwelgen der Liebe. Otello wird von seinen Mitstreitern und dem Volk mit Applaus empfangen, mit Ausnahme von Jago. Otello fühlt sich bei der Beförderung Cassios zum Hauptmann untergangen. Jago plant einen Rachefeldzug. Zunächst versucht er, Cassio zu beseitigen, indem er Jago bei einer Freudenfeier über die Rückkehr Otellos betrunken macht. Er versteht es dann, Roderigo, der ebenso wie Cassio Otellos Frau Desdemona anbetet, auf Cassio zu hetzen. Cassio zieht den Degen, und als der frühere Statthalter Montano den Streit schlichten will, verletzt er ihn mit dem Degen. Otello wird von dem Vorfall informiert. Daraufhin wird Cassio degradiert. Das Volk wird entlassen. Otello und Desdemona sind allein und versichern einander ihre Liebe.

Doch das ist noch nicht das Ende vom Lied. Shakespeare wie Verdi stellen die Frage deren Antwort lautet, es ist eine Tragödie. Trotz aller Leistungen, Heirat, Aufstieg, fehlt Otello die gesellschaftliche Anerkennung. In der Einführung wurde erwähnt, dass das „Credo“ in „Otello“ einen großen Stellenwert einnimmt. Die Szene der Oper bietet dem Zuschauer einen Einblick in das Seelenleben Jagos und seine Motivation, Böses zu tun. Die Form des Credos ist im Text bei Shakespeare so nicht vorhanden. Jago wird gesungen und gespielt von dem Bariton Iain MacNeil.
| Musikalische Leitung Sesto Quatrini
Otello Alfred Kim Jago Iain MacNeil Desdemona Nino Machaidze Emilia Claudia Mahnke Cassio Michael Porter Rodrigo Jonathan Abernethy Lodovico Kihwan Sim Montano Magnús Baldvinsson Herold Seungwon Choi |
Chor und Kinderchor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und MuseumsorchesterInszenierung Johannes Erath Szenische Leitung der Wiederaufnahme Caterina Panti Liberovici Bühnenbild Dirk Becker Kostüme Silke Willrett Licht Joachim Klein Chor Tilman Michael Dramaturgie Norbert Abels |


