Kunst als Ausdruck von Widerstandskraft – Ukrainische Ausstellung im Kulturspeicher Würzburg Laufzeit: vom 5. Juli bis 2. November 2025

Plakatmotiv zur Ausstellung „EMBODIMENT – Lviv National Academy of Arts “ (Detail) Torso, 2025 © LNAA • Künstler u. Foto: Viktor Brazhnyk • Gestaltung: studio +fronczek

Das Würzburger Museum im Kulturspeicher zeigt bis zum 2. November 2025 die Sonderausstellung „Embodiment – Lviv National Academy of Arts” zu sehen. Die Werke der junger Künstler:innen entstanden in der Ukraine unter oft extremen Bedingungen: bei Taschenlampenlicht, in Notunterkünften oder in den wenigen Momenten der Ruhe zwischen Luftangriffen. Im Mittelpunkt steht der menschliche Torso – als Sinnbild für Fragen nach Identität, Verletzlichkeit und Widerstandskraft. Die Gemälde zeigen eindrucksvoll, wie Kunst auch in Zeiten des Kriegs als Ausdruck von Resilienz, Hoffnung und dem Glauben an eine friedlichere Zukunft wirken kann. Die Ausstellung ist Ergebnis einer engen Kooperation mit der Kunstakademie in Lviv, Würzburgs ukrainischer Partnerstadt seit 2023. Alle Werke sind käuflich zu erwerben, der Erlös kommt der Ausbildung an der Akademie in Lviv zugute.

Bereits zehn Werke zu Gunsten der Lviv National Academy of Arts verkauft

Mit großem Publikums- und Medieninteresse wurde am 4. Juli die Ausstellung „EMBODIMENT“ im Museum im Kulturspeicher (MiK) Würzburg eröffnet. Gezeigt werden bis zum 2. November 15 großformatige Gemälde von Studierenden der Lviv National Academy of Arts, entstanden während des Krieges – in Notunterkünften, bei Taschenlampenlicht oder in kurzen Pausen zwischen Luftalarmen. Jedes Werk ist zugleich künstlerisches Statement und eindrucksvolles Zeugnis von Widerstandskraft, Kreativität und Hoffnung.

Sofiia Hubal, Studentin der Lviv National Academy of Arts

Zur Eröffnung reisten sechs Studentinnen und zwei Lehrkräfte aus Lviv an – allesamt Frauen, da Männern die Ausreise aus der Ukraine derzeit nicht gestattet ist. Sofiia Hubal schilderte stellvertretend für die Gruppe die Bedeutung des Projekts:

„Es ist für uns eine große Ehre, in Deutschland ausstellen zu dürfen. Der Krieg ist längst ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Wir mussten lernen, auch unter diesen Bedingungen zu studieren und kreativ zu arbeiten. Diese Ausstellung in Würzburg trägt aktiv zur Unterstützung unserer Arbeit in der Ukraine bei und ist für uns ein Zeichen der Hoffnung. Dafür danken wir allen Beteiligten und allen Besuchenden von Herzen.“

Wer mehr über das Projekt und die ausgestellten Werke erfahren möchte, ist herzlich zum Kunstaperitif eingeladen. MiK-Direktor Marcus Andrew Hurttig gibt Einblicke in das Konzept der Schau und stellt die Werke vor. Im Anschluss an die rund 20-minütige Kurzführung bietet sich bei einem Getränk Gelegenheit zum Austausch in lockerer Atmosphäre. Eintritt: 7 €, 5 € ermäßigt, inklusive Getränk. Weiterer Termin: Dienstag, 23. September 2025, 18 Uhr.

Bereits zwei Drittel der Werke verkauft

Schon während der Vernissage fanden fünf der 15 Gemälde aus Lviv begeisterte Käufer*innen. Inzwischen sind bereits zehn Arbeiten der 200 x 100 cm großen Bilder verkauft. Alle Werke sind zum Preis von je 400 € erhältlich. Der Erlös kommt der Studierendengemeinschaft in Lviv zugute und unterstützt deren Ausbildung unter den schwierigen Bedingungen des Krieges.

Eine aktuelle Übersicht über die Werke und ihren Verkaufsstatus ist auf der Museumswebseite abrufbar: kulturspeicher.de. Interessierte wenden sich bitte per E-Mail an verwaltung.kulturspeicher@stadt.wuerzburg.de oder telefonisch unter 0931 32225-44. Alle Werke verbleiben bis zum Ende der Ausstellung im MiK.

Der Torso als zentrales Element und Kunstobjekt

Die Werke – jeweils im Format 200 x 100 cm – kreisen alle um ein zentrales Motiv: die Erkundung des menschlichen Torsos, reduziert auf Rumpf – ohne Kopf, Arme oder Beine. Diese fragmentierten Körperbilder symbolisieren gleichermaßen Verletzlichkeit wie Stärke, Vollständigkeit wie Fragmentierung, Zerstörung und innere Integrität. Dieser Leitgedanke ist auf jedem der ausgestellten Bilder in einer individuellen, künstlerischen Ausdrucks weise umgesetzt. Für die Studierenden ist es eine Suche nach neuen Bedeutungen, Seh- und Ausdrucksweisen in einer Zeit, in der der menschliche Körper und seine Präsenz eine besondere Bedeutung haben. Alle gezeigten Werke sind zum Preis von je 400 € käuflich zu erwerben. Der Erlös aus dem Verkauf der Kunstwerke ist für die Unterstützung der Lviv Studentengemeinschaft bestimmt. Er wird dazu beitragen, die Ausbildung an der Akademie zu stärken und die Studierenden, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, zu unterstützen.

Seit 2023 verbindet Würzburg und Lviv eine offizielle Städtepartnerschaft, getragen vom Wunsch nach konkreter Hilfe und langfristiger Zusammenarbeit. Die Ausstellung im MiK ist ein sichtbares Zeichen dieser  Verbundenheit – kulturpolitisch wie menschlich. Sie bringt Stimmen aus Lviv nach Würzburg, macht Erfahrungen sichtbar und schafft Raum für Di alog, Empathie und kulturelles Lernen. Präsenz der ukrainischen Studierenden vor Ort Bereits in den Tagen vor der Eröffnung am 4. Juli 2025 reisten die beteiligten Studierenden nach Würzburg und platzieren ihre Werke persönlich im Museum.  Freuen sich über Kunst, Kultur, Alltag und ihren Umgang damit in einer kriegsgezeichneten Gegenwart.

Mit Werken von: Anna PodoletsZlata LevkovaViktor BrazhnykSofiia HubalYehor HarbuzMariia IlynychOrest PrykhodaAnna LiubchenkoAnastasiia TsymbaliukYaroslav YurkevychYuliia HrytsyshynaEleonora FiloniukSofiia VovkAnfisa KutsenkoSofiia Katolyk

Am  Dienstag, den 23. September, stellt MiK-Direktor Marcus Andrew Hurttig im Rahmen eines „Kunstaperitifs“ das Ausstellungsprojekt sowie die gezeigten Werke vor. Nach der etwa 20 minütigen Kurzführung bietet sich bei einem Getränk in lockerer Atmosphäre Gelegenheit, sich über das Gesehene und Gehörte auszutauschen.

Die Ausstellung wird gefördert von der Sparkasse Mainfranken Würzburg und dem Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e.V.

kulturspeicher.de   lnam.edu.ua/uk

Hintergrund • Lviv National Academy of Arts: Seit dem Krieg in der Ukraine hat sich Lviv aufgrund seiner scheinbar weiten Entfernung zum Frontverlauf zu einem bedeutenden Zentrum für die Entwicklung von Kunst und künstlerischer Ausbildung entwickelt. Die talentiertesten Studentinnen und Studenten aus dem ganzen Land kommen hierher, um sich Wissen und Fähigkeiten in der Kunst anzueignen.

Meldung: Tourismusverband Franken e.V., Nürnberg und Museum im Kulturspeicher (MiK), Würzburg