Das Haus war bis in die Ränge oben voll. Stimmungsvoller Softrock, so voll habe ich die Alte Oper Frankfurt lange nicht gesehen. Das aktuelle Programm liefert ganz neue und die alten Songs aus dem Repertoire der Band. Die musikalische Umsetzung ist souverän. Deutsch-Rock bewahrt seine Authentizität seit 50 Jahren. Angefangen haben KARAT in der DDR, in Frankfurt am Main spielte die Band erstmals 1985, sind zuversichtlich auch zukünftig am Austragungsort vor Publikum zu spielen – es gab Beifall – Steht somit außer Zweifel, denn es mangelt nicht an Spannung und Vermittlung zwischen Interpret und Publikum. Bekanntestes Lied der Band ist „Über sieben Brücken mußt du gehn“, wurde zum Abschluss des Konzerts präsentiert. „Hohe Himmel“ ist das Studioalbum der deutschen Rockgruppe KARAT aus dem Jahr 2025.
Sprachlich hätte die Akustik deutlicher sein können. Man konnte nicht jedes Wort verstehen, das aus der Anlage kam, obwohl auf Deutsch gesungen wurde. Stellenweise wirkte die Lautsprecheranlage im Großen Saal leicht übersteuert, was auch Vorteile haben kann, um rockiger zu wirken. Meiner Meinung ist der Saal in der Alten Oper Frankfurt nicht unbedingt auf lautstarke Rockkonzerte ausgelegt, wobei Softrock geliefert wurde, bei dem gängige Themen aus Liebe und Sehnsucht dominieren. Inhaltlich steckt was dahinter, dient der grenzüberschreitenden Verständigung und zeigt, auch auf Deutsch gesungen, bringt alles mit, um die Stimmung am Laufen zu halten.
2023 trennte sich die Band von mehreren Mitgliedern, an deren Stelle traten Daniel Bätge und Heiko Jung, der das Schlagzeug übernahm. Claudius Dreilich, der aus der Familienbande erwachsene Frontmann der Band meisterte seine Aufgabe vor dem Frankfurter Publikum, von einem Song zum anderen führte er souverän durch den Programmabend. Kommentare oder Anspielungen zum Tagesgeschehen standen nicht im Vordergrund, vielmehr sollte der Eindruck eines stimmungsvollen Ablaufs entstehen, um KARAT im Original zu haben.

