Das zweisemestrige Projekt „Sozial-ökologische Transformation des Stadttheaters“ des Masterstudiengangs Dramaturgie/CDPR des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt untersucht künstlerisch-wissenschaftlich die Zukunft der Frankfurter Theater am Willy-Brandt-Platz, die für mindestens 1,3 Milliarden Euro abgerissen und neu gebaut werden sollen.
Es stellt grundlegende Fragen: Wie sieht das Stadttheater von morgen aus? Welche Architektur braucht es? Wie kann es die demokratische Öffentlichkeit stärken? Da diese Fragen nirgendwo in Frankfurt sonst ausführlich erörtert werden, wird das Jahresprojekt herauszufinden versuchen, welche neuen Formen des Stadt- und Staatstheaters durch welche Formen des Baus oder Umbaus heutiger Theatergebäude vorweggenommen werden und was getan werden muss, um ein Theater zu schaffen, das ein Ort des Austauschs für die sich rapide wandelnde Stadtgesellschaft unserer Zeit wird. In Form von Briefen an das zukünftige Stadttheater sammelt das Projekt Perspektiven von Künstler:innen, Architekt:innen, Aktivist:innen und Bürger:innen.
Es greift dabei die Ideen des 18. Jahrhunderts unter einer kritischen Sichtweise auf und hinterfragt kolonial gebliebene Strukturen, wie das Design der Häuser, ihre Lage in der Stadt und ihre Verbindung mit anderen Zwecken als derjenigen der Theaterkunst im klassisch gewordenen Sinne dazu beitragen kann. Die Rolle für die Demokratie und die Ermöglichung eines offenen Diskurses in demokratischen Stadtgefügen zu stärken und für das 21. Jahrhundert neu zu definieren.
Die dramaturgische Vorbereitung des Projekts findet im Rahmen des Kolloquiums von Prof. Nikolaus Müller-Schöll statt. Für den ersten Teil des Projekts kommen im Wintersemester (5. November 2025 – 26. März 2026) die Künstler:innen deufert&plischke ans Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt, um mit den Studierenden zu arbeiten.
deufert&plischke (aka Kattrin Deufert und Thomas Plischke) arbeiten seit 2001 zusammen und schaffen Werke in den Bereichen Tanz, Theater, Film, Fotografie und Musik. Sie bringen ihr Projekt „Just in Time“ nach Frankfurt am Main – mit einer neuen Ausrichtung. Seit 2016 werden in Workshops und Tanzbällen Briefe an den Tanz verfasst. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der Theaterlandschaft wird es gemeinsam mit Studierenden neu formuliert: Im Zentrum steht die Frage, was Theater in Zukunft sein kann, welche Räume und welche Menschen es dafür braucht. Für das Sommersemester 2026 ist eine öffentliche Veranstaltung zur Präsentation der Ergebnisse und deren Publikation in einer noch zu findenden Form geplant, für die ebenfalls eine Künstler:in nach Frankfurt geholt werden wird. Vorgesehen ist eine Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie sowie den internationalen Partneruniversitäten/-theaterakademien der CDPR (Helsinki, Oslo, Brüssel, Paris).
Das Projekt findet in Kooperation mit der Initiative Zukunft Städtische Bühnen statt und ist Teil der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.
www.zukunft-buehnen-frankfurt.de/2025/sozial-oekologische-transformation-des-stadttheaters

