Global – Neutral – Architektur aus Österreich in Afrika und Asien 1955–1989 Architekturzentrum Wien - Ausstellungshalle 2 - vom 16. April – 05. Oktober 2026


Die Ausstellung „Global – Neutral“ folgt den Spuren österreichischer Architekt*innen, die zwischen 1955 und 1989 in afrikanischen und asiatischen Ländern tätig waren – in einer Zeit weltpolitischer Umbrüche, in der viele Staaten ihre Unabhängigkeit von Kolonialmächten erlangten und internationale Kooperationen vom Kalten Krieg geprägt waren.

Atelier P+F (Herbert Prader, Franz Fehringer): Studie eines Wohnhauses für einen Freund tropischer Flora, 1957, Gebäudemodell © Architekturzentrum Wien, Sammlung

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts rückte Architektur zunehmend in einen globalen Zusammenhang. Politische Umbrüche und neue Allianzen veränderten die Welt – viele neu gegründete Staaten in Asien und Afrika wurden zu wichtigen Schauplätzen internationaler Architektur- und Städtebauprojekte. Dabei spiegelten Architektur und Stadtplanung auch politische Haltungen in einer neu entstehenden Weltordnung wider. Österreichische Architektinnen agierten in diesem Zusammenhang aus einer besonderen Position heraus: Aufgrund der politischen Neutralität ihres Landes traten sie nicht als Vertreterinnen eines ideologischen Blocks auf, sondern als scheinbar unabhängige Partner*innen ohne koloniale Vergangenheit. Doch auch ihre Projekte – unter anderem in Ländern wie Burkina Faso, Indien, Iran, Irak, Kuwait, Nepal oder Tansania – waren in politische, wirtschaftliche und kulturelle Interessen verwoben: Sie waren Teil von Entwicklungsprogrammen, dienten als Symbole diplomatischer Annäherung und waren Schauplätze transnationaler Zusammenarbeit.

Eilfried Huth: Hotel in den Tropen, Studienprojekt an der Technischen Universität Graz, Gebäudelehre 1, Österreich, 1950–1956 , Perspektive von Süden © Architekturzentrum Wien, Sammlung
Walter Jaksch: Fertighaus Typ „Beyrouth“ für Thermobau Wien, Grundriss, Perspektive © Architekturzentrum Wien, Sammlung

Pläne, Fotografien und Modelle aus der umfangreichen Sammlung des Az W machen diese vielschichtigen Verbindungen sichtbar. Anhand realisierter und geplanter Projekte von rund 25 österreichischen Architekt*innen, darunter Carl Auböck, Djamshid Farassat, Eugen Gross, Eva Mang-Frimmel und Karl Mang, Norbert Heltschl, Hans Hollein, Helene Koller-Buchwieser, Shahrzad Seradj- Kraupp, Hannes Lintl, Carl Pruscha, Roland Rainer und Anton Schweighofer, eröffnet die Ausstellung „Global – Neutral“ neue Perspektiven auf österreichische Architektur im Spannungsfeld von Politik, Kultur und Globalisierung.

Kuratorinnen: Monika Platzer, Susanne Rick

Gestaltung und Grafik: Steinbrener/Dempf & Huber

Publikation:
Zur Ausstellung erscheint das Buch Global – Neutral. Architecture from Austria in Africa and Asia 1955–1989 bei Park Books. Herausgegeben von Monika Platzer, Susanne Rick und dem Architekturzentrum Wien.

Mit Beiträgen von:
Esra Akcan, Reza Alirezaieyan, Camilo Antonio, Warebi Brisibe, Roberto Fabbri, Berthold Molden, Clara Neuhold, Monika Platzer, Susanne Rick, Biresh Shah, Setiadi Sopandi

Global – Neutral – Architekturzentrum Wien