Die Ausstellung im DAM ist zum Glück milder gestimmt in seiner Aussage. Sport und Bewegung sind entscheidend für ein aktives Miteinander und das Zusammenleben in der Stadtgemeinschaft. In den Städten ist dieser Trend seit einigen Jahren sichtbar und wird zusätzlich gefördert: Öffentliche Grün- und Freiflächen werden zu temporären oder sogar dauerhaften Orten für Sport, Spiel und Bewegung. Dies geschieht anfänglich auf eine sehr subtile Art, indem Trampelpfade durch das Dickicht gebahnt werden, deren Nutzung allmählich zur Gewohnheit wird und die so erscheinen, als wären sie schon immer an dieser Stelle gewesen. Solche Gewohnheiten werden von städtischer Seite nicht immer gern gesehen. Es liegt an den zuständigen Behörden, derartige Veränderungen im Bereich der Infrastruktur zu beobachten entweder gutzuheißen oder abzuschaffen.
Allerdings sind Schleichwege letztlich ein probates Hilfsmittel und bleiben in ihrer Natur unvermeidlich. Sie bestimmen somit die Wirklichkeit. Sie können zudem praktische Hilfestellung bei der sportlichen Entfaltung bieten. Solche Wege, die zu Treffpunkten geworden sind und zum Sporttreiben einladen, sind schließlich auf organischem Wege durch Mensch und Tier oder durch Pflanzenbewuchs Zustande gekommen. Das Organische sollte deshalb im städtebaulichen Kontext stärker ins Bewusstsein gerückt werden, da dies auch dem Sport hilft. Andererseits können gerade statische Elemente von enormer Bedeutung für die Ausübung einer Sportart sein. Ich denke an Wettrennen, die meist auf schnurgerader Strecke stattfinden, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Rollschuhbahnen oder Inline-Skater sind ebenfalls auf bauliche Vorrichtungen angewiesen, um ihrer Sportart zu frönen. Eine besonders gefährliche Sportart kann der Parkurlauf in seiner Extremform darstellen, wenn Fassadenwände wie Linienzüge missbräuchlich dazu verwendet werden, um sie zu besteigen oder zu erklimmen. Das hat dann oftmals nicht mehr viel mit Akrobatik zu tun, sondern kann tödlich beziehungswiese mit ernsthaften Schäden an Leib und Seele enden. „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, heißt eine sprichwörtliche Redewendung. Das gilt auch für den Sport.
Die Ausstellung, die ihren ersten Auftritt im Frankfurter Stadtraum feierte, präsentiert in erweiterter Form zwölf Projekte aus Europa, die sportliche Aktivität und Bewegung auf innovative Weise in den Stadtraum integrieren – vom urbanen Fußballfeld in bester Innenstadtlage über Flussuferparks mit vielfältigen sportlichen Angeboten bis hin zu Schulhöfen, die sich mit ihren Spiel- und Sportmöglichkeiten der umliegenden Nachbarschaft öffnen. Die in den vergangenen 15 Jahren umgesetzten Projekte reichen von ehrgeizigen Neugestaltungen über Nutzungsänderungen und Umprogrammierungen bis hin zu minimalen gestalterischen Eingriffen am bestehenden Bestand.


Zudem präsentiert sich im DAM das Erdgeschoss als Spielfeld für Sport und Fitness: Ein Mattenbereich, diverse Calisthenics-Geräte, eine Cross-Cricket-Station und eine Kegelbahn laden alle ein, gemeinsam zu trainieren. Darüber hinaus bringt das DAM durch Workshops und Sportevents, die in Zusammenarbeit mit dem Sportkreis Frankfurt organisiert werden, regelmäßig Menschen zusammen – mach mit und sei dabei! Was versicherungstechnisch unternommen wurde, wenn eine Person bei der Ausübung an den Sportgeräten zu Schaden kommt, ist nicht eindeutig im Ausstellungsbericht geklärt. Vor dem Aufsuchen der Ausstellung an der Rezeption nachfragen, kann deshalb hilfreich sein und vorbeugend wirken. R.M.
Siehe auch: Städte in Bewegung: Beispiele aus ganz Europa – Teil 2 – kulturexpress.info



