
Multifunktionsarena Frankfurt – Forderung nach Architekturwettbewerb
Ebenfalls nicht Bestandteil der Ausstellung „Die Stadt ist der Sport“ im DAM ist die im Waldstadion geplante Multifunktionsarena, die aber über große Bedeutung für die Stadt und über die Stadtgrenzen hinaus verfügt. Daher ist ein transparenter Architekturwettbewerb nach RPW (Richtlinie für Planungswettbewerbe) erforderlich. Nur so werden die baukulturelle Qualität, die Vergleichbarkeit der städtebaulichen und architektonischen Konzepte sowie die Potenziale dieses Standorts für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar und öffentlich sichtbar.
Der BDA ist es, der mit Besorgnis die Nachricht über die europaweite Ausschreibung der Generalplanung für die frühen Planungsphasen der Multifunktionsarena am Waldstadion zur Kenntnis genommen hat. Es sollte jedoch in Erwägung gezogen werden, ob die sachliche Auseinandersetzung mit Architektur und Stadtraum bereits in den ersten Leistungsphasen hinreichend gewährleistet ist, wenn ein Generalplanungsunternehmen beauftragt wird.
Es handelt sich um eine Planung, die keine Diskussion über grundlegende Alternativen umfasst, das kann nicht den Anforderungen an eine Arena gerecht werden, die den professionellen Hallensport fördern und gleichzeitig als Veranstaltungsort für nationale und internationale Kultur- und Sportevents dienen soll. Sicher ist, diese Arena wird über viele Jahre hinweg den Stadtraum, die Identität und die Baukultur prägen.
Daher fordert der BDA Frankfurt die Durchführung eines Architekturwettbewerbs nach RPW, der mit der Hessischen Architekten- und Stadtplanerkammer abgestimmt ist. Die Durchführung eines Wettbewerbs garantiert auf transparente Weise, dass die am besten geeignete Lösung in Bezug auf Funktionalität, Stadtgestaltung und Design für den spezifischen Ort und die Bauaufgabe gefunden wird. Zudem stellt eine unabhängige Jury sicher, dass die Auswahl qualitätsorientiert erfolgt.
Nike Experience Hub, Berlin, Deutschland, 2022
Landschaftsarchitektur: capattistaubach urbane landschaften, Berlin
Kooperation: Blossity Urban Strategy Consultancy, Rotterdam
Ein beliebtes touristisches Pilgerziel ist das ehemalige Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin. Es ist ein weitläufiger Orientierungspunkt. Eine Sanierung des Gebäudeensembles, einschließlich der Außenflächen, war 20 Jahre nach der Fertigstellung und einem Eigentümerwechsel erforderlich. Die monumentalen, bis zu 40 Meter hohen Glasfassaden brauchten eine neue Intimität in einem menschlicheren Maßstab, da die Freiräume mit Buchsbaumhecken und wenigen Pappelbäumen makellos waren. Weitere wichtige Ziele der Neuprogrammierung der Freiflächen waren eine stärkere Belebung, biologische Vielfalt und Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel. Einige der Außenflächen konnten durch eine Zusammenarbeit mit dem Sportunternehmen Nike zu einem bunten Trainingsbereich aus Nike Grind umgebaut werden, einem Granulat aus zermahlenen Schuhsohlen, das mit Expoxidharz überzogen ist. Gleichzeitig wurde ein Blickfang und eine Toolbox mit einem spiegelnden Kubus eingebaut. Heutzutage gibt es auf der Sportfläche regelmäßig Sportveranstaltungen wie zum Beispiel Workouts. Es gibt verschiedene Stahl- und Natursteinsitzflächen, die es auch den Zuschauern ermöglichen, daran teilzunehmen. Sie können aber auch in das sportliche Training integriert werden. Eichenholzschwellen bieten dort Sitzgelegenheiten zum Entspannen und einen dichten Wald aus skulpturalen und zugleich robusten Felsenbirnen, der den früheren Baumbestand ergänzt.
Bauprojekt unter dem Sportplatz an der Reinfelder Schule in Berlin

Nicht Thema der Ausstellung im DAM aber ebenso interessant ist, dass in Deutschland der Anteil der Gebäudeenergie am Endenergieverbrauch bei 35 bis 40 Prozent und an den CO2-Emissionen bei etwa 30 Prozent liegt. Eine der grundlegendsten Herausforderungen unserer Zeit ist die Inanspruchnahme nachhaltiger Energiegewinnung. Erdwärme ist ein bedeutender Bestandteil.
Im Auftrag des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf wird hiermit auf einen Schlag die Energie für vier öffentliche Gebäude gewonnen. Über ein kaltes Nahwärmenetz und Wärmepumpen werden 8.800 Erdwärmekollektoren drei bestehenden Schulen sowie einer Turnhalle erneuerbare, CO2-freie Wärme bereitgestellt. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant, was nur 14 Monate nach Beginn der Bauarbeiten ist. Das Projekt ist eine Blaupause für Tausende weitere Sport-, Fußball- und Kunstrasenplätze in allen Kommunen Deutschlands, darauf wiesen Fachberater, Ralf Janssen von der bauleitenden Consulting Janssen GmbH, Volkmar Frotscher, Fachberater für erneuerbare Energiesysteme und Michael Roos vom Berliner Planungsbüro Techno Care anlässlich eines Vor-Ort-Besuchs an der Baustelle dieser deutschlandweit einzigartigen Erdwärme-Anlage unter einem Sportplatz am 20. Februar 2026 hin.. R.M.
Siehe auch: Die Stadt ist der Sport – Teil 1 – kulturexpress.info
Siehe auch: Städte in Bewegung: Beispiele aus ganz Europa – Teil 2 – kulturexpress.info



