Bildungsorte sind Orte konsequenter Durchlässigkeit, was Durchgang und Passierbarkeit auch für Außenstehende der Schule garantieren soll. Dennoch will Schule weiterhin der Anziehungspunkt sein, um sich besser zu orientieren, weiterzubilden und auf Ausbildung zu setzen. Hierfür wird die pädagogische Einmischung nötig sein, um Aspekte der Vermittlung zu erfüllen, und entscheiden, ab wann etwas zulässig oder Grenzen erreicht sind. Das ist ein hoher Anspruch, den sich die Beteiligten gesetzt haben, wenn sie sich inklusiv dem Fremden öffnen und nach Außen hin nicht verschließen.

Einbezogen sind vorhandene Freiräume der Schule, die zu Unterrichtszwecken oder für Projekte zur Verfügung stehen, wie schuleigene Park- oder Grünanlagen. Schulhöfe ohne Umzäunung sind vorgesehen, das heißt, sobald eine Altersgruppe von der Aufsichtspflicht entbunden werden kann. Zugleich soll der Raum öffentlich zugänglich gemacht werden, wie auf dem Campus Schönhof-Viertel. Dort befinden sich mäandernde Grünanlagen auf dem Außengelände zur Fußgängerzone, die mit einer Regenwassersammelanlage verbunden sind. Zudem sind auf der Anlage mehrere Mulden eingerichtet, die in Mengen Regenwasser auffangen können.
Mehrere Referentenbeiträge des BDA Symposiums am 20. Mai 2026 „Bildungsorte – Demokratische Stadtbausteine“ zeigten, wie Schulen und Gemeinden diese Aufgaben angehen, welche Erfahrungen vorhanden sind und welche Perspektiven für die Stadtentwicklung von ihnen ausgehen. Eine Veranstaltung des BDA Hessen im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, in Kooperation mit dem Dezernat XI – Bildung, Immobilien und Neues Bauen der Stadt Frankfurt.

Am Vormittag des 20. Mai stand zunächst ein Besuch der im Rohbau befindlichen Baustelle der ersten Hybrid-Schule Deutschlands, einer Grundschule auf dem Campus des Schönhof-Viertels auf dem Tagesprogramm, noch etwas unschlüssig zwischen den Stadtteilen Frankfurt-Rödelheim und Frankfurt-Bockenheim weiter im Westen der Stadt gelegen, als großartiger und neu angelegter Erschließungsraum und damit zukünftig beide Stadtteile nachhaltig prägend. Den Anfang machte eine Besprechung im Baucontainer der Bauleitung. Erläuterungen zum weiteren Ablauf des Tages gaben Antje Voigt, Architektin BDA, als auch Steffen Poschik, von a+r Architekten aus Stuttgart, dem Büro das den 1. Preis für den Bauentwurf einer Grundschule im Schönhof-Viertel gewonnen hatte.
Hybridschule und Wohnungsbau Schönhof-Viertel Frankfurt Baufeld G
Ein parkähnlicher Grünanlagenzug, der in Ost-West-Richtung verläuft, wird das zukünftige Schönhof-Viertel prägen. Die als „Spange“ bezeichnete Struktur aus zwei Baukörpern, die quer verlaufend angelegt ist, überspannt in der Mitte des Viertels den Grünzug und markiert zusammen mit dem Quartiersplatz das Zentrum des Viertels. Der multifunktionale Gebäudekomplex im Süden soll neben Wohnräumen auch eine zwei Stockwerke in die Höhe reichende gesamte Grundschule mit Sporthalle umfassen.

Ziel ist die Fertigstellung eines Hybridgebäudes mit einem Gesamtgebäude für Gewerbe, Grundschule mit Sporthalle und Wohnungen im Frankfurter Schönhof-Viertel. Auftraggeber ist die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH mit Sitz in Frankfurt. Das Bauvolumen beträgt ca. 86,8 Mio. Euro. Die Baumaßnahmen sollen im Februar 2027 abgeschlossen sein. Überwiegend sozial geförderter Wohnungsbau sind im Gebäude vorgesehen.

Zentrum der Hybridschule im Schönhof-Viertel bietet meiner Meinung die im Kellergeschoss untergebrachte und bis in den 1. Stock hinaufreichende, riesige Turnhalle der Schule, auf deren Dach sich ein Schulhof befindet, der zugleich Blick auf den Innenhof des Wohnhauses bildet. Eine Erschließung des Wohnhauses ist über umlaufende Laubengänge um den Innenhof und über dem Schulhof organisiert. Die Turnhalle verfügt über zwei zentrale Eingänge. Zum einen wird die Halle schulintern direkt von den Schul- und Klassenräumen zu erreichen sein, wobei im Erdgeschoss praktisch ein umlaufender Gang um die Halle herum für Schüler und Schülerinnen existiert. Ein zweiter externer Eingang in die Halle jedoch soll auch den Zugang für Sportler, Sportvereine und Träger sportlicher Aktivitäten von außerhalb her und außerhalb der Schulzeiten ermöglichen. Die Sporthalle ist barrierefrei. Die Grundschule wird für rund 500 Schüler und Schülerinnen gedacht sein. Nach aktuellem Stand stehen jedem Kind etwa 3,2 qm Platz in der Schule zur Verfügung, das liegt etwas unter der Forderung von 5 qm je Kind in der Schule.
Mein erster Eindruck, die Wände der Halle sind sehr hoch, zugleich liegt der Fußboden sehr tief, wodurch ein Raum mit enormer Größe entsteht. Doch in der Rohbauphase sind subjektive Vereinnahmungen noch verfrüht, da erst Innenausbau und der Einbau umfangreicher Technik neues Licht in die Halle bringen werden.
![]() |
![]() |
| Eines der vier Treppenhäuser im Inneren des Gebäudes | Brückenbildende Barocktreppe im Zentrum der Grundschule |
![]() |
![]() |
Das gesamte Gebäude, Schule und Wohnhaus zusammen verfügen über vier Treppenhäuser, die im Innenbereich in der Nähe der vier Außennecken des Gebäudes platziert sind und durchlaufend von unten nach oben führen. Highlight ist eine Barocktreppe, die zentral gelegen, große Teile der Schule seitenübergreifend miteinander verbindet. R.M.






