Die Band um Sänger Mick Hucknall entwickelte seit Mitte der 80er-Jahre ihren unverwechselbaren Sound aus Soul, Pop, Jazz und Funk. Viele Hits, Millionen verkaufte Alben und Klassiker wie „Stars“, „If You Don’t Know Me By Now“, „Something Got Me Started“ oder „Fairground“ machten Simply Red weltweit erfolgreich. Charakteristisch sind vor allem Mick Hucknalls markante Stimme, die eleganten Arrangements und Songs, die Emotion und Groove gleichermaßen verbinden.
Genau diese Mischung machte auch „The Right Thing“ im Kurpark erlebbar. Die sechs Musiker um Sänger Manfred Lohuis präsentierten die Musik mit hörbarer Leidenschaft und großer Nähe zum Original. Unterstützt von Kiki Schröer am Bass, Mario Jervers am Schlagzeug, Alex Rosenhof an der Gitarre, Wolfgang Elsig an den Keyboards und Bernhard Graweloh an Saxophon, EWI und Percussion entstand ein druckvoller, zugleich geschmeidiger Sound, der den Charakter der Originale bewahrte. Die Hits von Simply Red reihten sich fast nahtlos aneinander. Bei „Money’s Too Tight To Mention“, „Stars“ und „Fairground“ sang das Publikum begeistert mit. Viele der Songs inspirierten das Publikum auch zum Tanzen und die Stimmung an dem warmen Sommerabend war grandios.
Manfred Lohuis, der auf eine lange musikalische Laufbahn zurückblickt – vom Kinderchor über bekannte Bands und Studioarbeit bis hin zur Teilnahme an „The Voice of Germany“ – überzeugte mit warmem Timbre und Bühnenpräsenz. Lediglich bei den Ansagen zwischen den Songs wirkte er nicht immer ganz souverän. Dem musikalischen Gesamteindruck schadete dies allerdings kaum und seine mangelnden rhetorischen Fähigkeiten machte er mit vollem Körpereinsatz bei seiner Performance wett. Er bewegte sich permanent über die gesamte Bühnenbreite und intensivierte damit den Kontakt zum Publikum. Optisch erinnerte allenfalls seine Frisur an Mick Hucknall, der in den 1980er-Jahren ebenfalls lange Haare trug. Deren rote markante Farbe inspirierte maßgeblich den Bandnamen Simply Red.
Der Konzertabend wurde zu einer Reise durch vier Jahrzehnte Soul- und Popgeschichte. „The Right Thing“ bewies eindrucksvoll, dass eine Tribute-Band weit mehr sein kann als eine bloße Kopie: Sie kann Erinnerungen wecken, musikalische Qualität auf hohem Niveau bieten und das Lebensgefühl einer ganzen Epoche wieder lebendig werden lassen. Der Homburger Sommer bot dafür die ideale Bühne. Die Band, das schöne Ambiente und ein bestens aufgelegtes Publikum machten den Abend insgesamt zu einem rundum gelungenen Auftakt des 40. Bad Homburger Sommers.
Text und Fotos: Barbara Altherr


