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Die Verlegerin Helga Pato wird während einer Zugfahrt von dem Psychiater Ángel Sanagustin angesprochen. Um die Zugfahrt etwas angenehmer zu gestalten, beginnt er, ihr seine Lebensgeschichte und insbesondere von seinem ungewöhnlichsten Fall zu erzählen: Die Geschichte des Patienten, der Soldat war: Im Krieg begegnete er einer Ärztin, die ein Kinderkrankenhaus unter den widrigsten Umständen erhalten möchte und dabei auf eine zwielichtige Gestalt stößt, die Verstörendes erblickt. Nach dem Matroschka- Prinzip wird Helga Pato in immer tiefere Schichten der Erzählung hineingezogen. Das zufällige Zusammentreffen mit dem Psychiater wird unwiderruflich die Zukunft der Verlegerin als auch die der Figuren aus den Geschichten bestimmen, die in einer Serie von unvorhersehbaren Ereignissen verwickelt sind, die sich Schicht für Schicht ineinander verweben, bis sie einen wahnsinnigen Höhepunkt erreichen.

Der szenische Ideenablauf im Film ist gelungen. Der Zuschauer bekommt nicht zu viel versprochen, die surreale Ansicht der Welt erreicht eigenständige Dynamik. Einziges Manko in diesem Zusammenspiel ist meiner Meinung die Szene, in der die Frau zum Hund degradiert wird. Ich frage mich, inwieweit hier ein Mechanismus angesprochen wurde, der sich ab einem gewissen Punkt verselbständigt, so dass sich gar nicht mehr die Frage nach einer surrealen Idee stellt, sondern ein tiefgründiger Vorwurf zum Vorschein kommt, wonach Frau ein Wesen ist, das unter dem Mann steht, indem sie wie ein Hund mit Halsband auf allen Vieren läuft. Folgt sie nicht der Aufforderung, so zu tun als wäre sie ein Hund, muss sie mit Strafe rechnen. Wie bestimmungslos muss eine Frau eigentlich sein, um auf diese Weise behandelt zu werden? Wo ist der Unterschied zwischen Tier und Mensch geblieben? Der Geist des Menschen wird auf Verhaltensweisen eines Hundes herabgewürdigt. Was will der Mann von der Frau, wenn er solche Handlungen verlangt? Bloßer Fetisch ist zu wenig um als surreale Idee Wirkung zu bewahren und tragend zu sein. Die Handlung kann nur im Kontext zum gesamten Film „Obskure Geschichten…“ gesehen werden. Mir jedenfalls ist die Szene des zum Hund werden zu stark gewesen, zynisch und zu wenig künstlerisch ausgestaltet, so dass Akteure Gelegenheit haben sich zu artikulieren, um nicht unvermittelt in eine negative Täter-Opfer Rolle gedrängt zu werden.
Spanischer Originaltitel: Ventajas de viajar en tren Spieldauer: 103 Minuten FSK: ab 16 Jahren Verleih: Neue Visionen Filmverleih
CastMartin Urales de Úbeda Luis Tosar Helga Pato Pilar Castro Ángel Sanagustin Ernesto Alterio Emilio Quim Gutiérrez Amelia Urales de Úbeda Belén Cuesta Rosa Macarena García Cristóbal de la Hoz Javier Godino Doctora Linares Stéphanie Magnin Padre de Martin Ramón Barea W Alberto San Juan besondere Zusammenarbeit mit Leandro Cabrea Gilbert Melki Gárate Javier Botet |
CrewRegie Aritz Moreno Drehbuch Javier Gullón Romanvorlage Antonio Orejudo Produzenten Merry Colomer, Leire Apellantz, Juan Gordon Ausführende Produzenten Pilar Benito, Eric Tavitian Kamera Javi Agirre Erauso Art Director Mikel Serrano Soundtrack Cristóbal Tapia de Veer Schnitt Raúl López Sound Alazne Ameztoy, Carla Silván, Laure Arto Kostüme Virgini Alba |


