Verleih mfa+         Spieldauer:  100 Min.     Kinostart: 20. Sept. 2012

Eine liebenswerte Komödie von Lena Koppel in Zusammenarbeit mit “Aktion Mensch”

Zum Trailer: Die Kunst sich die Schuhe zu binden   Originaltitel: Hur många lingon finns det i världen

Eine scheinbar gewöhnliche Geschichte nimmt ihren Lauf um einen jungen Mann mit viel Talent und wenig Glück, weil er gerade aus der Wohnung seiner Freundin geworfen wird und sein Arrangement beim Theater verloren hat. Sich darauf um Arbeit bewirbt und eine Stelle in einer Gruppe mit Menschen die eine geistige Behinderung haben findet. Weit entfernt von seinem bisherigen Aufenthaltsort tritt er seine neue Stelle an. Lernt Schritt für Schritt die Eigenheiten der Einrichtung kennen und deckt Missstände des täglichen Lebens mit der Gemeinschaft auf. So wird den Menschen beigebracht, sich die Schuhe binden zu lernen, weil das wichtig für das ganze Leben ist. Nach und nach nimmt er sich ein Herz und entfaltet eine eigene Dynamik, indem er seine Liebe zum Theater und sein verlorenes Arrangement auf die neue Gruppe überträgt. Er fasst den Plan zusammen mit den anderen, bis nach Stockholm zu gehen, um an einem internationalen Theaterwettbewerb teilzunehmen.

Der Film ist der Versuch Menschen mit geistiger Behinderung am täglichen Leben der Normalmenschen teilhaben zu lassen. Eine geglückte Filmkomödie, die etwas Frohsinn in die Herzen des Zuschauers bringt. Inwieweit ein pädagogischer Zweck damit erfüllt ist, sei dahingestellt. Insgesamt lässt sich sagen, dass solche herzhaften Bemühungen um Menschen in der Gesellschaft mit Behinderungen nur selten einen so glücklichen Ausgang haben. Die Realität sieht einfach anders aus, aber andererseits sind es immer wieder die Bemühungen nach verbesserung, die zum Erfolg führen.

Die Geschichte des Glada Hudik-Theaters begann 1996, als Pär Johansson, der als Betreuer in einem Tageszentrum für  Menschen mit geistiger Behinderung in Hudiksvall arbeitete, ein Theaterprojekt ins Leben rief. Das Theater sollte zunächst nur eine der verschiedenen Möglichkeiten sein, aus denen Menschen mit Behinderung eine oder mehrere Aktivitäten auswählen konnten. Obwohl die Reaktion der Kollegen gemischt war, erhielt Johansson die Erlaubnis, seine Idee umzusetzen. Bis das Debüt der Theatergruppe seine Premiere feierte, musste Johansson allerdings gegen starke Widerstände und Proteste, nicht zuletzt von den Familien der beteiligten Schauspieler, kämpfen. Zu seinem Glück wurde die Show ein Riesenerfolg, und Pär Johansson setzte mit seinem Kollegen Olle Hillström die Arbeit fort. Jede neue Erfahrung bestärkte sie in ihrem Vorhaben, und die Darsteller zeigten große Begeisterung fürs Theater und das Schauspielern.

Die Produktionen

Die erste Produktion des Glada Hudik-Theaters TOMTAR PÅ RYMMEN (dt.: Weihnachtsmänner im Weltall) wurde 1996 uraufgeführt. 400 begeisterte Zuschauer sahen sich damals die Show an. 1998, nachdem die Gruppe zwei weitere Stücke einstudiert und aufgeführt hatte, besaß das Theater bereits im lokalen Rahmen eine gewisse Bekanntheit. Dies bestärkte Pär Johansson und seine Darsteller, an das nächste Projekt professioneller heranzugehen. 1999 schafften sie ihren Durchbruch, als sie INDIANER I DJUNGELN (dt.: Indianer im Dschungel), eine Kollaboration mit dem Volkstheater Gävleborg, auf die Bühne brachten. Im darauffolgenden Jahr wurde DET STORA BANKRÅNET (dt.: Der große Bankraub) uraufgeführt. Hierbei verwendete die Gruppe zum ersten Mal Film als Stilmittel bei ihren Auftritten, ein Merkmal, das sich später wiederholen sollte.

 

2001 folgte das Stück HA EN UNDERBAR SEMESTER (dt.: Hab einen schönen Urlaub), und ihre frische und originelle Herangehensweise an dieses wie auch an die nächsten Stücke brachte ihnen wachsende Publikumsresonanz ein. Das Medley ihrer besten Stück, DET BÄSTA UR GLADA HUDIKTEATERN (dt.: Das Beste vom Glada Hudik-Theater), wurde 2003 bereits von 8.500 Zuschauern angesehen.

 

Ihr bisher größter Erfolg sollte aber noch kommen. ELVIS wurde 2005 uraufgeführt und brach alle Zuschauerrekorde in Hudiksvall. In den letzten Jahren war das Glada Hudik-Theater auf Tour und spielte ELVIS in solch großen Spielstätten wie dem Cirkus in Stockholm und dem Lorensbergtheater in Göteborg. Bis 2010 begeisterte die Gruppe mit ihrer Show über 110.000 Menschen und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Juni 2010 wartete ein weiteres großes Abenteuer auf die sympathischen Darsteller und ihren Theaterleiter: ELIVS wurde am Broadway in New York aufgeführt.

Die Idee

Die Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung hat vor allem eins zum Ziel:  Ihnen soll – soweit  wie möglich  – ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Doch oft enden  Menschen mit geistiger Behinderung, die in einem Tageszentrum eingebunden sind, in von Menschen ohne Behinderung getrennte Gruppen.  Pär Johansson und sein Kollege Olle Hillström waren sich dieser Problematik bewusst und haben daher aktiv versucht, verschiedene Verbindungen zu externen Theatercompanies und Organisationen zu knüpfen.

 

Schüler aus ortsansässigen Schulen wurden beauftragt, bei den Projekten mitzuwirken, z.B. spielten sie Musik, malten das Bühnenbild und fertigten Requisiten, nähten Kostüme und arbeiteten Backstage für das Theater. Andere Gruppen und professionelle Organisationen stellten Licht- und Tontechnik zur Verfügung und kümmerten sich um das Make-up der Darsteller. Lokale Handelspartner fungierten als Sponsoren und waren auch begeisterte erste Zuschauer der Stücke. Es gab Kooperationen mit Schulen, bei denen die Schauspieler im Unterricht und auf der Theaterbühne mit Schülern zusammentrafen.

 

Im traditionellen Betreuungsumfeld  besteht die Gefahr, dass Menschen mit geistiger Behinderung  zu umsichtig behandelt werden und bei ihnen vor jeder Art von Erwartung und Zielsetzung zurückgeschreckt wird. Johansson und Hillström dagegen haben sich niemals gescheut für ihre Schauspieler Ziele zu setzen, die sie mit ihnen gemeinsam erreichen wollten. Sie haben ihre Gruppe dazu motiviert, sich ohne Bedenken zu engagieren, immer mit dem Herzen dabei zu sein und ihr Bestes auf der Bühne zu geben.

Die Methode

Zu Beginn seiner Theaterarbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung musste Pär Johansson eine geeignete Herangehensweise an das Projekt finden. Manche der Schauspieler können nicht lesen, andere nicht sprechen. Wieder andere haben Schwierigkeiten sich zu bewegen  oder können Gruppensituationen nicht ertragen. Hier war und ist entsprechend Geduld und ein solides Fundament im pädagogischen Bereich nötig, um aus dem Potenzial der Darsteller einen  Theaterauftritt mit Dialogen, Tanz, Gesang und Musikeinzuüben. Es hat sich bewährt, die Produktionen auf Grundlage der Ideen der Gruppe auszuarbeiten, in dem zu Beginn gefragt wird: „Wer willst du sein? Wen willst du spielen? Und wie?“.

Um diese Charaktere herum, die langsam zum Leben erweckt wurden, bildeten sich einfache Geschichten heraus. Das Glada Hudik-Theater arbeitete zu Beginn nicht mit fertigen Drehbüchern und Theaterstücken und es wurden keine Leseproben veranstaltet. Sobald die   Charaktere und die Geschichte eines Theaterstücks Form annahmen, versuchten die Leiter der Gruppe sicherzustellen, dass die Schauspieler  ihr Gelerntes nicht vergessen. Johansson und Hillström  entwickelten hierfür eine Reihe von Techniken , um den Schauspielern dabei zu helfen, ihre Texte zu merken. Auch die Komposition von Songs geschah spontan, und Melodie und Text wurden  so selbständig wie möglich von der Gruppe erarbeitet. So konnten sich die Schauspieler einfacher Musik, Text und Ablauf in Erinnerung rufen.  

Die Darsteller des Glada Hudik-Theaters wachsen an ihren Aufgaben  und können mittlerweile erstaunliche Fortschritte aufweisen. Spätestens seit ELVIS arbeitet die Theatergruppe mit fertigen Drehbüchern und vorab komponierter Musik Selbst Lieder auf  Englisch stellen kein Probleme  dar.

Mehr Informationen unter: http://www.gladahudikteatern.se/en-start.asp

Regisseurin Lena Koppel

Lena Koppel wurde in Oskarshamn, Schweden geboren, wuchs aber im kanadischen Toronto auf. Sie studierte Regie bei der Stiftung FOCAL in Berlin und Zürich sowie Drehbuchschreiben an Stockholms dramatiska högskola, Stockholm Academy of Dramatic Arts (SADA).

 

 

Besetzung
Glada Hudik-Theater:
Ebbe  –  Bosse Östlin
Leif  –  David Gustafsson
Katarina  –  Ellinore Holmer
Kristina  –  Maja Karlsson
Filippa   –  Theresia Widarsson
Kjell-Åke –  Mats Melin
Alex  –  Sverrir Gudnason
Hanna  –  Vanna Rosenberg
Lisa –  Cecilia Forss
Josefin  –  Sísí Uggla
Peter  –  Claes Malmberg
Leifs Mutter  –  Eva Funck
Annalena    –   Marie Robertson u.v.a.
 
Crew
Regisseur                                            Lena Koppel
Produzent                                             Peter Possne & Peter Kropenin
Kamera                                                Rozbeh Ganjali
Drehbuch                                             Lena Koppel, Trine Piil & Pär Johansson
Basierend auf                                       der Arbeit von Pär Johansson & dem Glada Hudik-Theater
Schnitt                                                 Patrick Austen & Mattias Morheden
Art Director                                          Madeleine Lundberg
Kostüme                                              Margareta Altin
Maske                                                 Agneta Widin
Musik                                                  Josef Tuulse
Ton                                                     Josef Tuulse & Aleksander Karshikoff
Produktion                                          Sonet Film AB
Koproduktion                                        Nordisk Film Post Production AB, Europa Sound Production AB, Filmgården HB
In Zusammenarbeit mit                          HOB
Gefördert von                                       Swedish Film Institute/ Film Commissioner Suzanne
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Bildformat                                            DCP, 16:9 (2.35:1)
FSK                                                    ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung 
 
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