Die Zeitschrift HÄUSER gibt in ihrer aktuellen Ausgabe 02.13 (EVT 11.03.13) die mit Spannung erwarteten Preisträger des Architekturwettbewerbs HÄUSER AWARD 2013 zum Thema »Die besten Familienhäuser Europas« bekannt. Die Redaktion verleiht ihren renommierten Preis mit einem Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro bereits zum zwölften Mal. Die begleitende Buchpublikation der Autorin Sandra Hofmeister erscheint bei DVA und präsentiert die 20 besten Familienhäuser aus dem Wettbewerb. Jedes dieser Gebäude überzeugt mit Konzepten, die genug Platz für Gemeinschaftsflächen, aber auch für individuelle Rückzugsräume der großen und kleinen Bewohner vorsehen. Eine vorausschauende Planung sowie nachhaltige Bauweisen und Materialien denken die Gebäude zudem langfristig in die Zukunft. Mit seinen über 225 Abbildungen, 100 Plänen und Grundrissen sowie allen relevanten Baudaten zu den einzelnen Häusern gibt das Buch einen umfassenden Überblick. Es eignet sich ideal als Inspirationsquelle und Planungshilfe für Bauherren und Architekten.
Den ersten Preis gewinnen Marte.Marte Architekten aus Vorarlberg für einen schlanken, frei stehenden ˈMädchenturmˈ mit drei übereinander gestapelten Kinderzimmern für die drei ältesten Töchter der Familie. Der Turm erweitert das vierzehn Jahre alte Wohnhaus von Stefan Marte, das für die mittlerweile auf sieben Personen angewachsene Großfamilie nicht mehr ausreichend Platz bot, um rund 190 Quadratmeter zusätzlichen Wohnraum. Der Turm bildet ein vertikales Pendant zum liegenden Sichtbetonvolumen des Haupthauses und geht in Materialität und Form einen spannungsreichen Dialog mit ihm ein: Hell und Dunkel, Beton und Cortenstahl fügen sich zu einer ungewöhnlichen Einheit aus klaren, einfachen Baukörpern. Die drei Bewohnerinnen können am Familienleben teilnehmen oder sich in ihre Turmzimmer zurückziehen. In Zukunft können die Flächen im Turm auch als separate Wohneinheit mit eigener Küche und eigenem Eingang genutzt werden.
Den zweiten Preis erhalten Seidl Kern Architekten für ein ländlich gelegenes Hofhaus in der Nähe von München. Das flache Haus legt sich L-förmig um einen ruhigen Innenhof mit zwei großen Eschen und viel Sonne und nutzt eine vorgelagerte Scheune als zusätzliche Begrenzung. Die Jury begeisterte sich darüber hinaus dafür, wie dieses Gebäude praktikable Raumlösungen für den Alltag moderner Familien findet. Durch die geschickte Organisation des Grundrisses sind die Wohnfläche von insgesamt 204 Quadratmetern und die zusätzliche Bürofläche (87 Quadratmeter) miteinander verzahnt, bei Bedarf aber auch voneinander trennbar. So lässt es mit seiner raffinierten Grundrissgestaltung ebenso viel Privatsphäre wie Gemeinschaftsleben zu.
Für den dritten Preis qualifizieren sich Bottega + Erhardt Architekten mit dem Haus K2 in Stuttgart – einem polygonalem Raumwunder auf einem verwinkelten Grundstück. Das Haus leistet einen innovativen Beitrag zum Wohnen mit Kindern im städtischen Raum, einerseits durch seine Art der Nutzung eines ungünstigen Grundstücks, andererseits durch seine ressourcenschonende Bauweise. Der kompakte und dennoch großzügige Grundriss schafft vielseitige, abwechslungsreiche Räume und Ausblicke, die die Jury überzeugten. Es steht zudem für eine Neuinterpretation nachhaltigen Bauens und damit für eines der sinnfälligen Themen beim Bauen für Familien mit Kindern.
Im Buch »Häuser für Familien – Wohnen mit Kindern. Die Besten der Besten« werden insgesamt 20 Projekte gezeigt, die das gesetzte Thema erstklassig umgesetzt haben. Sandra Hofmeister stellt Familienhäuser vor, deren durchdachte und kreative Konzepte auf die Wünsche von Eltern und Kindern eingehen und die zeigen, wie gut unterschiedliche Wohnansprüche unter ein Dach passen, wenn die Architektur sie berücksichtigt. Die Beispiele zeigen eine spannende Bandbreite, wie kompakte und preiswerte Lösungen für urbane Situationen ebenso wie für ländliche Strukturen realisiert werden können. Und die Zukunft ist auch mitgeplant – schließlich ist nichts von Dauer, und die Kinder werden groß und ziehen aus.


