Die Einbeziehung technischer Assistenzsysteme wird die medizinische Versorgung in der häuslichen Umgebung revolutionieren und völlig neue Möglichkeiten der Selbstständigkeit, autonomen Lebensführung und Gesunderhaltung für Nutzer und betroffene Personen eröffnen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland könnte laut Statistischem Bundesamt bis 2030 auf 3,4 Millionen Menschen ansteigen. Begründet wird dies vor allem durch die kontinuierlich zunehmende Zahl älterer Menschen in Folge einer stetig besser werdenden medizinischen Versorgung. Bis zum Jahr 2020 werden laut einer Studie des GdW dafür etwa drei Millionen altersgerechte Wohnungen benötigt. Das ist mehr als das Vierfache des heutigen Bestandes. Bau, Wohnen, Pflege und Gesundheit — diese Branchen hängen unmittelbar zusammen, wirft man einen Blick in die Zukunft. Die Folgen der gesellschaftlichen Veränderung durch den demografischen Wandel bieten großes Potenzial für ein mittel- und langfristiges Umdenken genauso wie für innovative, interdisziplinäre Branchensegmente.

„Wir wollen vor allem mitteständische Unternehmen dabei unterstützen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Kooperationen zwischen IKT-Dienstleistern, Herstellern medizinischer Geräte und der Wohnungswirtschaft sind dabei wichtig“, sagt Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Schirmherrin der Zukunft Lebensräume. Sie hält nach der Eröffnung durch den Geschäftsführer der Messe Frankfurt, Uwe Behm, und den Vorstandsvorsitzenden des VDE, Ansgar Hinz, einen Plenarvortrag zum Thema „Vernetztes Wohnen und Mobiles Leben“.

Unter dem Leitgedanken, Menschen ein „Aktives Assistiertes Leben“ (AAL) zu ermöglichen, veranstalten die Messe Frankfurt und der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik – VDE – am 20. und 21. April 2016 die Zukunft Lebensräume im Congress Center und der Halle 5.1 auf dem Messegelände in Frankfurt am Main. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt, der mit Hilfe von neuen Wohnkonzepten und technischen Assistenzsystemen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen kann, vorzugsweise in den eigenen vier Wänden. Die diesjährigen TOP-Themen fokussieren auf Selbstständigkeit, Komfort und Gesundheit im demografischen Wandel. Präsentiert und diskutiert werden unter anderem die neuesten Wohnkonzepte und Technologien von barrierefreier Quartiersentwicklung sowie intelligentem und altersgerechtem Wohnen bis hin zu Expertenvorträgen und Best-Practice-Beispielen.

Das Rahmenprogramm der Zukunft Lebensräume Fachmesse ist vielfältig: Das Filmsymposium „The one and oldie“ widmet sich mit Gesprächen, Diskussionen und anhand vieler Filmausschnitte der Fragestellung, welches Bild vom Alter und Altern in Film und Fernsehen entworfen wird und welche Funktion das Medium Film für ein gelungenes Miteinander der Generationen einnehmen kann.

Die Sonderschau der Zukunft Lebensräume präsentiert sich mit einem Bewegungsparcour, der exemplarisch die Gestaltungsmöglichkeiten im Wohnumfeld aufgreift und zum Mitmachen einlädt. Die Expertenrunden widmen sich den Arbeitswelten (Arbeitsplatz Pflege), städtischen Welten (generationenübergreifende Raumgestaltung) und Gestaltungswelten (Einfluss der Architektur auf Raum und Milieu). Franz Müntefering als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) wird einen Plenarvortrag zum Thema „Selbstständiges Leben im Alter“ halten.

Technische Assistenzsysteme, Architektur und Wohnkonzepte im demografischen Wandel sowie häusliche Pflegeassistenz – das Vortragsprogramm des Zukunft Lebensräume Kongresses ist breit gefächert und beinhaltet Technologien und Services für die Einsatzbereiche von heute bis übermorgen. Mehr als 80 hochkarätige Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden präsentieren und diskutieren in Podiumsdiskussionen, Fachworkshops und Vorträgen im Zukunft Lebensräume Kongress mit den neuesten Branchenentwicklungen.

Foto: Fraunhofer ALIAS sprachgesteuertes, mobiles Robotersystem, Meldung: Messe Frankfurt GmbH, Marketing Communications Technology & Production
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