Ungebremste Dynamik: Immobilienpreise klettern um 4,2 Prozent

• Wertentwicklung seit 12 Jahren in Folge im positiven Bereich

• Wohnimmobilienindex übertrifft Gewerbe deutlich

• Preissteigerung bei Wohnimmobilien flächendeckend bis in D-Städte messbar,

bei Gewerbeimmobilien nur in Verdichtungsräumen

• Schere zwischen Immobilienpreiszuwachs und Inflationsrate bleibt geöffnet

Der heute vorgelegte neue bulwiengesa-Immobilienindex

beschreibt zum 41. Mal in Folge die Immobilienpreisentwicklung. Die Methodik und die lange

Reihe, in dem er erhoben wird, machen ihn zu einem wichtigen Gradmesser für nachhaltige Entscheidungen

in Immobilienmarkt, Stadtentwicklung und Geldpolitik; die Daten fließen unter

anderem in die Preisindizes der Deutschen Bundesbank ein.

Die Ergebnisse für 2016 auf einen Blick:

• Gesamtindex (segmentübergreifend): 4,2 Prozent

• Teilindex Wohnimmobilien: 5,5 Prozent

• Teilindex Gewerbemarkt: 1,8 Prozent.

Damit weist der bulwiengesa-Immobilienindex nun zwölf Jahre in Folge ein positives Vorzeichen

auf, seit sechs Jahren sogar mit Steigerungen von mehr als 3,5 Prozent pro Jahr. Die Schere zwischen

Immobilienpreiszuwachs und Inflationsrate (Inflationsrate 2016: +0,5 Prozent) bleibt weit

geöffnet.

Wohnen

Der Wohnungsmarktindex übertrifft das Vorjahresergebnis deutlich, vor allem durch die gestiegenen

Erwerbspreise. Mit dem Plus von 5,5 Prozent (Vorjahr: 4,8 Prozent) steigt der Teilindex

auf den höchsten Wert seit den turbulenten Jahren nach der Wiedervereinigung und setzt den

bemerkenswerten Trend von ca. 5,0 Prozent pro Jahr seit 2011 fort. Durch den Niedrigzins begünstigt,

ist „Betongold“ noch immer ein flächendeckender Trend. Die Betrachtung der Einzelvariablen

nach ABCD-Städten verdeutlicht jedoch ein differenziertes Wachstum: So steigen die

Kaufpreise von Neubau-Reihenhäusern in A-Städten (8,8 Prozent) deutlich stärker als in DStädten

(5,5 Prozent).

Im Bestandsmietmarkt hingegen ist kaum ein Unterschied zwischen den Stadttypen feststellbar.

Im Neuvermietungsbereich können C- und D-Städte die höchsten Zuwächse verbuchen und bei

Kaufpreisen für Eigentumswohnungen sind es sogar die D-Städte, die mit 7,9 Prozent die höchste

Steigerung aufweisen.

bulwiengesa-Vorstand Andreas Schulten: „Die Zahlen zeigen, was eigentlich auf der Hand liegt:

Wohnen hat eine flächendeckende Funktion. Dies sorgt zunächst für Preissteigerungen in allen

Städtetypen, wirft aber im Detail Fragen der regionalen Bewertung von Wohnraumbedarfen

und der Erschwinglichkeit auf.“

Gewerbe

Der Gewerbemarkt hat im deutschlandweiten Durchschnitt ein wenig von seiner Dynamik eingebüßt.

Grund für das verlangsamte Wachstum ist der Einzelhandel. Entgegen der gestiegenen

Einzelhandelsumsätze stagnierte das Mietpreiswachstum in Deutschlands HauptEinkaufsstraßen

(0,1 Prozent). Ähnlich verhält es sich in städtischen Nebenlagen.

Büromieten (2,9 Prozent) und Gewerbegrundstückspreise (3,8 Prozent) hingegen sind die Treiber

des gewerblichen Immobilienindex. Stärker als im Wohnungsmarkt müssen hier funktionale

Zusammenhänge und die Rolle der Wirtschaftsagglomerationen beachtet werden. Denn die

Büromieten und Gewerbegrundstückspreise steigen in A-Städten (4,6 bzw. 5,1 Prozent) deutlich

stärker als im Rest der Republik. Für die Büromieten pendeln die Werte in den B- und DStandorten

lediglich zwischen 1,1 und 1,4 Prozent, die Kaufpreise bei Gewerbegrundstücken

stiegen zwischen 2,1 und 2,3 Prozent.

Die gute Erwerbstätigenquote mit gestiegenen Bürobeschäftigtenzahlen, erstarkte Produktionsstandorte

und der Wandel der klassischen Lagerhalle zum hochtechnisierten Servicezentrum

treiben den Gewerbemarkt an.

Ausblick

Welche Effekte hat die anhaltend positive Immobilienentwicklung für das laufende Jahr 2017?

Die Löhne steigen, die Beschäftigtenentwicklung ist positiv. Gerade Immobilien in Kernstädten

profitieren über alle Marktsegmente von Nachfrageüberhang und hohen Auslastungsgraden,

die für einen stabilen Cashflow sorgen. Zudem sorgt die Niedrigzinspolitik noch immer für eine

Verknappung renditeträchtiger Anlageformen, was weiterhin zu einer Entkopplung von Investment-

und Mietmärkten führt – die Preise werden steigen. Für in- und ausländische Investoren

bleiben Immobilien in Deutschland auch 2017 ein Stabilitätsanker.

www.bulwiengesa.de