Etwas blass und einfach die Geschichte die erzählt wird, wenn Qiao auf der Suche nach ihrer Gangsterliebe ist und diese nicht finden kann. Sie müsste sich doch bewusst sein, was sie getan hat und wofür sie eingesperrt worden ist. Ihre bedingungslose Hingabe bringt ihr nur Ärger. Dennoch wird die gesamte Situation des Films damit verklärt. Aus einem Gangsterleben wird eine Liebesgeschichte, welcher sich Qiao hingebungsvoll mit all ihren unsichtbaren Fäden hingibt. Sie erduldet und bemerkt nicht, dass sie längst auf Abwegen ist. Begleitet wird sie von Landschaftsbildern und pulsierenden Städten in den Weiten Chinas, die sie durchquert. Der Spannungsbogen eines Kriminalfilms westlicher Prägung sähe ganz anders aus. Es gäbe vielleicht poetische Momente mit Liebespaar und Mondschein, aber nicht eine so ausgedehnte Reiseerzählung, die sich hinter Tatenlosigkeit und Dauer des Verharrens verliert. Französischer Film Noir kennt diese Szenen, untermalt mir der Trompete von Miles Davis. Doch das ist längst Vergangenheit, die immer wieder mal sehr wirksam auferweckt werden kann, wenn Menschen auf der Suche nach sich selbst einen Ausweg aus verlorener oder unerfüllter Liebe finden wollen.
Eine Filmrezension von Kulturexpress
Zum Trailer: Asche ist reines Weiß Spieldauer: 135 Min. Verleih: Neue Visionen
FSK ab 12 freigegeben Originaltitel: Jiang Hu Er Nü
Darsteller: Zhao Tao, Liao Fan, Xu Zheng, Casper Liang, Feng Xiaogang, Diao Yinan u.a.

Crew
Buch und Regie Jia Zhang-Ke
Kamera Eric Gautier
Schnitt Matthieu Laclau, Xudong Lin
Musik Giong Lim
Ton Yang Zhang, Olivier Goinard
Produzent Shozo Ichiyama
Koproduzent Produktion
Koproduktion Dong Zhang, Shaokun Xiang, Juliette Schrameck
Produktion Shanghai Film Group Corporation, Xstream Pictures, Huanxi Media Group Limited, MK Productions
Koproduktion Arte France Cinéma


