Die Südtiroler Landesregierung hat im Rahmen der letzten von drei Förderrunden 2019 eine Gesamtsumme von 766.000 Euro für elf Projekte zugesagt. Neun der elf geförderten Filmvorhaben sind aus Italien – vier davon aus Südtirol –, eines aus den Niederlanden und eines aus Frankreich. Die in Entwicklung und Produktion unterstützten Projekte generieren insgesamt rund 101 Drehtage in Südtirol, der erwartete Territorialeffekt beträgt rund 1,8 Millionen Euro.

Eine Förderung erhält die Mailänder Produktionsfirma Indiana Production S.p.A. für ihre Netflix-Serie „Curon“. Der Mehrteiler bedient sich der Geschichte von Graun im Vinschgau. Im Sommer 1950 wurden dort 677 Hektar Grund und Boden überflutet und damit nahezu 150 Familien ihrer Existenz beraubt. Aus dem Wasser ragt heute nur der Kirchturm, dessen Glocken in den 50er Jahren entfernt wurden. Doch nach Erzählungen sind die Klänge noch immer zu hören. Vor diesem Hintergrund spielt die fiktive Mystery-Serie, in welcher eine Mutter mit ihren beiden Teenager-Kindern in ihre Heimat Graun zurückkehrt, um mysteriöse Geheimnisse zu lüften. Seit September wird die Serie nach den Drehbüchern von Head Writer Ezio Abate, Ivanco Fachin, Tommaso Matano und Giovanni Galassi mit 59 von 61 geplanten Drehtagen in Südtirol realisiert. Mit dabei sind auch zahlreiche lokale Filmschaffende.

Reinhold Messner erweckt mit „Niemandsland“, produziert von seiner Bozner Dolomites GmbH, die spektakuläre Erstbesteigung der Marmolada-Südwand durch die Engländerin Tomasson und die Dolomitenbergführer Bettega und Zagonel am Vorabend des Ersten Weltkriegs zu neuem Leben. 10 der 19 geplanten Drehtage werden in den Dolomiten und im Messner Mountain Museum stattfinden.

Ein originelles Porträt des italienischen kulturellen und politischen Widerstands ist Gegenstand des Dokumentarfilms „A Noi Rimane Il Mondo“ der Altrove Films aus Pergine Valsugana. Regisseur Armin Ferrari untersucht Wu Mings experimentelles Geschichtenerzählen und den kollektiven Umgang mit Literatur, Kunst und Politik im 21. Jahrhundert in Italien. Gedreht wird in Bozen und in Studios in Südtirol.

Die Bozner Albolina Film GmbH erhält Unterstützung für die Dokumentation „Der Raketenmann. Max Valier: Der Traum vom Weltall“. Max Valier war ein Pionier der Raumfahrttechnik. In den 1920er Jahren sorgte er in Deutschland mit spektakulären Raketentests für internationales Aufsehen. Regisseur Thomas Hanifle erzählt die fantastische und tragische Geschichte eines Kommunikators, der trotz aller Widerstände unermüdlich für die Idee der Raumfahrt kämpfte.

Der außergewöhnliche und interdisziplinäre Musikfilm „Mahler – The Echo of Being“ von Symphonic Cinema Factory, Amsterdam, des Regisseurs Lucas van Woerkum wird ebenfalls unterstützt. Der Film zielt darauf ab, die philosophische Frage des Sterbens durch die Erfahrungen von drei Individuen einer Familie zu beantworten. Im Mittelpunkt stehen Alma Mahler, Gustav Mahler sowie deren Tochter Maria, die ihren eigenen Lebensweg gehen, aber dennoch miteinander verbunden sind. Alle drei erleben ein dramatisches Ereignis, das durch ihre eigene Perspektive gefilmt wird.

Eine Förderung erhält auch der Dokumentarfilm mit dem Arbeitstitel „Südtirols Hoher Norden – Wildes, ursprüngliches Land an der Spitze Italiens“, produziert von Albolina Film GmbH, Bozen. Eine Dokumentation von Jochen Hemmleb über das Bergsteigen, die landschaftliche und historisch-kulturelle Vielfalt der Tauferer-Ahrntal Region. Im Mittelpunkt stehen dabei, der Spitzenkletterer Simon Gietl und dessen Bruder Manuel. 12 der 14 Drehtage werden im Ahrntal, der Rieserfernergruppe, dem Hochgallmassiv und im Reintal stattfinden.

Mit „Amate Sponde“ hat sich ein weiterer Dokumentarfilm im dritten Fördercall behaupten können. Die Turiner Produktionsfirma EiE film Srl wird für die Dokumentation „Amate Sponde“ von Regisseur Egidio Eronico unterstützt: Italien erzählt in Bildern und durch Musik. Die Geschichte eines Territoriums, wie es sich heute präsentiert, aber auch eines Landes in stetiger Veränderung. Gedreht wird unter anderem in Wolkenstein in Gröden und Umgebung, im Langental und auf der Seiser Alm.

Produktionsvorbereitungsförderung

Das Land Südtirol fördert die Produktionsvorbereitung von „Lullaby“ der Pariser Black Sheep Films SAS, dessen Entwicklung im Script Lab RACCONTI von IDM seinen Anfang nahm. Nach einer Idee von Manuela Piemonte wird der Film nun zusammen mit den Tutoren Wiktor Piątkowski und Mathieu Van de Velde produziert. Der Thriller erzählt die Geschichte von einem abgelegenen Tal in den Alpen, in dem unmittelbar nach einer Lawine eine mysteriöse Schlaf-Epidemie ausbricht. Alle Erwachsenen werden plötzlich ohnmächtig, während das ganze Dorf die Verbindung zur Außenwelt verloren hat. Die übrigen Jungen müssen sich nun organisieren, um zu überleben und die Gemeinschaft zusammenzuhalten.

Die italienisch-polnische Koproduktion der römischen Disparte S.r.l. „The Adventure Hunters“ von Krzysztof Komander, der gemeinsam mit Wojciech Pagórski und Piotr Rzepka das Drehbuch schreibt, wird ebenfalls in der Produktionsvorbereitung gefördert. Der Familien- und Abenteuerfilm erzählt die Geschichte einer abenteuerlichen Reise, von Mut und echter Freundschaft.

Der Dokumentarfilm „Commons“, von der Bozner Miramonte Film OHG erhält ebenfalls einen Zuschlag. Nach einem Treatment von Andreas Pichler und Nuno Escudeiro beleuchtet der Film Fragen wie „Wem gehört die Luft, die wir atmen, die Wälder, durch die wir gehen, das Wasser, das wir trinken, die Schulen, in denen wir lernen, das Krankenhaus, in dem unsere Großmutter liegt?“ und versteht sich als Ratgeber darüber, wie man Dinge anders macht, wie Menschen Ressourcen sinnvoll einsetzen und Ideen zum Wohle ihrer Gemeinschaft in die Praxis umsetzen.

Schließlich fördert die Autonome Provinz Bozen „Fabula“ der Produktionsfirma Lumen Films S.r.l., Rom. Der Abenteuerfilm von Regisseur Lorenzo Puntoni, der gemeinsam mit Giulio Rizzo und Stefano Sardo das Drehbuch schreibt, erzählt die Geschichte von Lucio, der sich bei einer Jagd im Wald verirrt und in eine absurde Welt gerät, die weder Vergangenheit noch Gegenwart ist, bevölkert von Figuren aus Märchen.

Die Einreichfrist für die nächste und erste Förderrunde 2020 endet am 28. Januar. Die Entscheidungen fallen innerhalb 18. März. Die Einreichfrist für die zweite Förderrunde 2020 endet am 5. Mai – Entscheidung bis 24. Juni. Und für den dritten und letzten Fördercall sind bis zum 22. September die Anträge einzureichen, über die bis zum 11. November entschieden wird. Die Anträge können jederzeit über das Online-Portal der IDM erstellt, bearbeitet und abgeschickt werden.

wwww.filmfund.idm-suedtirol.com

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