Ab 27. Dez. auf DVD: Ein Teenager-Mädchen, genannt „Tochter“ (Clara Rugaard) lebt in einem unterirdischen Hochsicherheitsbunker und wird von einem humanoiden Roboter namens „Mutter“ aufgezogen. Der Androide wurde entwickelt, um die Erde nach der Auslöschung der Menschheit neu zu besiedeln. Die besondere Beziehung zwischen den beiden wird bedroht, als unerwartet eine blutüberströmte fremde Frau (Hilary Swank) vor der Luftschleuse des Bunkers auftaucht und völlig aufgelöst um Hilfe schreit. Die bloße Existenz dieser Fremden stellt „Tochters“ komplette Welt auf den Kopf. Nach und nach beginnt sie, ihr einziges Elternteil als potenzielle Gefahr zu betrachten. In einem atemberaubenden Finale muss sich „Tochter“ der „Mutter“ von Angesicht zu Angesicht stellen, um die Wahrheit über ihre Welt und ihre wahre Mission herauszufinden.

Filmwebsite:   I am mother       Spieldauer: 114 Minuten        FSK:  ab 12 Jahren       Verleih:  Concorde Filmverleih     DVD, Blu-ray u. digital: ab 27. Dezember 2019

Die Idee zu diesem Science-Fiction hat durchaus spannende Momente in petto, da sich mit der Handlung ein Widerstandsdrama anbahnt. Es geht um Identitätsfindung, immer ein Anspruch an dem festzuhalten bleibt. “Tochter” wird in verschiedenen Lebens- und Altersphasen dargestellt, ein Zeichen, das zeigen soll, es geht um eine Entwicklung und den Reifeprozess im Inneren des menschlichen Individuums. In dieser Phase, die entscheidend für die Filmhandlung ist, will “Tochter” herausfinden, was sich hinter der Umzäunung befindet in der sie lebt. In diesem Fall sind dies unüberwindliche Bunkermauern, die zu überwinden nur über Schleusen möglich ist. Doch diese zu öffnen Bedarf der Handlungsgewalt, die der “Tochter” nicht obliegt. Ihre “Mutter” ist sehr streng und beobachtet jeden Schritt, den das Kind unternimmt. Das Innere des Bunkers wirkt wie eine überdimensionierte Krankenstation in einer ausgebauten Fabrikhalle unbeeinflusst vor äußerlichen Einflüssen. Den Schutz den “Tochter” genießt, ist maschinengewollt und wird computergesteuert. Um sich aus der Umklammerung zu befreien, muss sie die Flucht antreten in eine unbekannte Außenwelt. Die Gefahren die dort lauern, kann sie nicht abschätzen, denn sie weiß nicht, was sie dort erwartet.

Die Fremde im Sicherheitstrakt (Hilary Swank)

Ein fürchterlicher Weltkrieg hat die Menschheit massiv dezimiert und die Erdoberfläche vollständig kontaminiert. Jetzt ist „Tochter“ die erste einer neuen Generation von Menschen, die die Aufgabe hat, den verwüsteten Planeten neu zu besiedeln. Aufgezogen wird sie von „Mutter“ einem freundlichen Droiden. Irgendwann will sie die Welt da draußen erkunden dürfen. Deshalb beschließt sie eines Nachts, die Warnungen ihrer Maschinenmutter in den Wind zu schlagen und versucht, die kontaminierte Erdoberfläche auf eigene Faust zu erkunden.

In diesem Zweipersonenstück ist die stärkere Schauspielerin meiner Meinung nach jedoch die Rolle der fremden Frau, gespielt von Hilary Swank, die vor der Luftschleuse auftaucht und auf Bitten und Flehen in das Innere des Traktes hineingelassen wird. Das bleibt jedoch ein Geheimnis, ansonsten wäre es um den Eindringling geschehen. In diesem Punkt sind Roboter unerbittlich, deren Auftrag lautet, den Sicherheitsbereich vor den Gefahren der Außenwelt konsequent abzuschotten. Die Folgen der Missachtung sind absehbar, nach Aufdeckung wird eine aufreibende Fluchtaktion organisiert, was in einem Wettrennen gegen Beobachtungskameras und Sensorik der auf den Menschen trainierten Roboter mündet. Ein Ausgang ist ungewiss.

Die Welt außerhalb der Ummauerung ist ein Kapitel für sich und bringt völlig neue Dimensionen in die gesamte Handlung hinein. Eine phantastische Welt mit trostlosen Einöden und einsamen Meeresstränden werden zur Schau gestellt. Der Überlebenskampf nimmt seinen Lauf mitsamt seinen Flüchtlingen, wobei die Fremde die Überlegnere ist, denn sie kennt sich in der Außenwelt aus und hat Freunde, die ihr helfen können. Im Unterschied zu ähnlichen Science-Fiction Widerstandsdramen, wie DIE INSEL (2005) in der Regie von Michael Bay oder “FLUCHT INS 23. JAHRHUNDERT” (1976) in der Regie von Michael Andersson trägt “I AM MOTHER” eine andere Handschrift, denn hier entscheiden größtenteils weibliche Personen über den Ablauf der Handlung. Sie bleiben die alleinigen Protagonistinnen des Films.

Ein anderer Film bei dem Roboter vermenschlicht und liebgewonnen werden, ist BUMBLEBEE (2018) in der Regie von Travis Knight, wobei Bumblebee  agiler reagiert, zu Späßen aufgelegt ist mit weniger Endzeitdrama, obwohl auch hier das galaktische Intermezzo seinen Part im Film mitbekommt. Ganz nutzlos scheinen Maschinen im Kampf gegen die Übermacht für den Menschen also nicht zu sein.      

DIE BESETZUNG

Clara Rugaard (Tochter)
Hilary Swank (Frau)
Luke Hawker (Mutter)
Summer Lenton: (Kleinkind)
Tahlia Sturzaker: (Mädchen)

 

DIE FILMEMACHER

Grant Sputore (Regie)
Michael Lloyd Green (Drehbuch)
Timothy White (Produktion)
Kelvin Munro (Produktion)
Anna Vincent (Koproduktion)
Steven D. Annis (Kamera)
Hugh Bateup (Produktionsdesign)
WETA WORKSHOP (Roboter-Design)

 

Die Tochter (Clara Rugaard)

Die Australian Film Corporation war als Investor mit eingestiegen, im Mai 2017 begann die Vorproduktion in den Adelaide Studios. Production Designer Hugh Bateup kam ins Team und die Arbeit am Drehort, an dem unterirdischen High-Tech-Bunker von „Mutter“ und „Tochter“, wurden aufgenommen: „Adelaide hat zwei große Bühnen, auf denen wir fast alles, was wir brauchten, unterbringen konnten,“ berichtet Grant Sputore. „Auf Bühne 1, der größeren von beiden – sie hat um die 1.000 Quadratmeter – bauten wir den Großteil des Bunker-Komplexes: ‚Mutters‘ Unterkunft, die Krankenstation, das Labor und das ‚Netzwerk‘ von Korridoren. Die ‚Luftschleuse‘ errichteten wir auf Bühne 2. Trotz des vom Drehbuch vorgegebenen übersichtlichen Schauplatzes waren Hugh und ich darauf fixiert, diese Welt so groß und umfassend wie möglich zu gestalten. Also haben wir jeden Zentimeter dieser Bühnen genutzt, und auf Bühne 2 bauten wir das Set sogar bis zur Tür hinaus, um möglichst viel Platz zu haben. Wir genossen sogar den Luxus, ‚360 Grad‘-Sets zu bauen. Das bedeutet, dass egal wo die Kamera hinzeigt, in allen Richtungen das Set zu sehen war. Special Effects-Firma WETA Workshop übernahm das Design und den Bau von ‘Mutter’.” Für die Arbeit am Set sollte unbedingt eine echte Roboterattrappe gebaut werden.

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