Kinostart 09. Januar 2020: Der Film erzählt eine Geschichte, die nicht alltäglich ist. Das geheime Leben der Pflanzen ist allemal ein aufregendes Thema mit dem sich noch viele Menschen beschäftigen werden. Die Einen versuchen dem Geheimnis der Pflanzen eher sachlich und naturwissenschaftlich auf die Spur zu kommen. Hierbei wurden auch schon viele Erfolge der Wissenschaft erzielt. Deshalb ist es auch erlaubt einmal eine subtile Geschichte zu erzählen, die auf faszinierende Weise das Leben der Pflanzen und einer bestimmten neugeschaffenen Blumensorte aufgreift. Es geht auch nicht immer nur um Ausbeutung der Blume als verkäufliche Nutzpflanze, obwohl auch in diesem Film “Little Joe” wirtschaftliche Interessen vordergründig das Sagen behalten. Die Auslöser sind, um bestimmte Handlungen auszuführen, was sonst nicht so einfach zu bewerkstelligen wäre. Wie schon im Spielfilm “Der Unschuldige” (2019), in dem eine religiöse Gemeinschaft, in der Schweiz lebend, die Grundlage bildet, um freiwillig Tierversuche im Namen der Wissenschaft durchzuführen. Es geht um ein Experiment, bei dem die Gehirnverpflanzung von einem Affen zum anderen vollzogen werden soll. Wenn das überhaupt möglich ist, ist das eine Spur abstoßender als der Plot im österreichischen Film. “Little Joe” zieht nicht die gleichen Konsequenzen aus den Handlungen, aber auch hier ist die Freiwilligkeit im Namen der Wissenschaft gefordert.

Die alleinerziehende Mutter und Wissenschaftlerin Alice hat sich voll und ganz ihrem Beruf verschrieben. Als Botanikerin hat sie eine purpurrote Blume erschaffen, die eine ganz einzigartige Wirkung hat – bei idealer Raumtemperatur und ausreichender Zuwendung macht ihr Duft die Menschen glücklich! Heimlich nimmt Alice eine der Pflanzen für ihren 13jährigen Sohn Joe mit nach Hause, sie nennen sie „Little Joe“. Doch je weiter die geheimnisvolle Blume wächst, desto mehr verändern sich die Menschen in Alices Umfeld. Ihr Verdacht wird zunehmend stärker, dass ihre Schöpfung womöglich nicht so harmlos und glückverheißend ist, wie es ursprünglich geplant war.

In faszinierend schönen Bildern und mit feiner Ironie erzählt die österreichische Regisseurin Jessica Hausner in LITTLE JOE – GLÜCK IST EIN GESCHÄFT die Geschichte der Mutter und Wissenschaftlerin Alice, die eine Blume erschafft, die den Menschen glücklich machen soll. Allerdings ohne sich über mögliche Konsequenzen ihrer Schöpfung zunächst bewusst zu sein.
Hausner inszeniert eine kluge, bisweilen komische Metapher auf unsere Gesellschaft, die fast schon besessen nach dem eigenen, perfekten Glück strebt, ohne darauf zu achten, was sonst in unserer Welt passiert.

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