Im Film spielen Gärten und Parks häufig die Rolle eines natürlichen oder historisierenden Hintergrunds. Als bedeutungsvolle Orte, die den Menschen und seine Gefühle im Verhältnis zur Natur offenbaren, nehmen sie oft aber auch Stellung zur Handlung und werden selbst zu Protagonisten. Ausgehend von der Ausstellung „Die Stadt und das Grün – Frankfurter Gartenlust“ des Historischen Museum Frankfurts, beschäftigt sich die Filmreihe im Kino des DFF mit Gärten und Parks als filmische Figur. Dies scheint gegenwärtig besonders bedeutsam, kommen doch Grünflächen, Gärten und Parks im Zuge von Wohnungsknappheit und Klimawandel eine immer zentralere Rolle im privaten und städtischen Raum zu.
In der Filmreihe zeigen Spielfilme wie Michelangelo Antonionis BLOW-UP oder THE INNOCENTS des britischen Regisseurs Jack Clayton Gärten und Parks als Handlungsraum, als Ort des Unheimlichen oder des Verbrechens. LE AFFINITA‘ ELETTIVE der Taviani-Brüder nimmt Goethes Wahlverwandschaften als Ausgangspunkt und verlegt die Handlung auf ein Anwesen in der Toskana. In LA FERDINANDA: SONATE FÜR EINE MEDICI-VILLA der renommierten Künstlerin Rebecca Horn wiederum erlebt eine illustre Reisegesellschaft um eine Opernsängerin auf einem Anwesen mit Gartenanlage wundersame Begebenheiten. Der Autor und Regisseur Dai Sijie begreift den Garten in seinem Film LES FILLES DU BOTANISTE über ein weibliches Liebespaar im China der 1980er als Ort der Zuflucht sowie des Erwachens der eigenen Sinnlichkeit.
Die Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur, der er künstliche Gestaltungen abzuringen versucht, wird in Filmen wie Alan Rickmans A LITTLE CHAOS über den Bau der Gärten von Versailles sowie THE SECRET GARDEN von Agnieszka Holland thematisiert. Derek Jarman wiederum arbeitet in THE GARDEN mit seinem eigenen zwischen einem Atomkraftwerk und dem Meer gelegenen Grundstück.
Der Dokumentarfilm DIE SONNENINSEL des 2019 verstorbenen Filmwissenschaftlers Thomas Elsaesser verwebt persönliche Eindrücke und Familiengeschichte mit Landschaften und ihrer Nutzung. Frederick Wiseman blickt in CENTRAL PARK auf eine der größten Parkanlagen der Welt und die Menschen, die dieses New Yorker Wahrzeichen mit Leben füllen. Auch die internationale Experimentalfilmszene hat sich schließlich immer wieder dem Thema angenähert.
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