DER SCHIMMELREITER Regie: Francis Meletzky (BRD) Die literarische Vorlage nach Theodor Storm Hinweisgeber zu einem Klimaschutz der Gegenwart an erster Stelle

Kinostart ab 05. Februar 2026: Der Schimmelreiter verbindet die literarische Vorlage von Theodor Storm mit Problemen der Jetztzeit: Erzählt wird die Geschichte von Hauke Haien, einem Mann, der die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels erkennt und alles riskiert, um seine Heimat vor einer Katastrophe zu bewahren, bis er sich für die Mission opfert, um dafür das Richtige für die Zukunft zu machen. Mit der Literaturverfilmung nach einer Idee von Jan Richard Schuster und Michael Luda gelingt mit dem Transfer der Handlung in die Gegenwart ein spannender Eventfilm, der mit dem Klimawandel eines der relevantesten Themen unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt. Zahlreiche Adaptionen der literarischen Verfilmung um Theodor Storms Novelle aus dem 19. Jahrhundert sind mittlerweile auf dem Markt, so dass die adaptive Weitererzählung einfühlend aufs neue auf ihr Bestehen nach literarischer Vorlage überprüft werden kann. 

Hauke (Max Hubacher) verteidigt seine Pläne @ Anke Neugebauer

Nach dem Tod seines Schwiegervaters übernimmt der ehrgeizige und im Einklang mit der Natur lebende Außenseiter Hauke Haien (Max Hubacher) gleich zwei wichtige Funktionen im Küstenschutz. Er wird Deichgraf und Direktor des Küstenschutzes. Doch seine Warnungen vor den dramatischen Auswirkungen des Klimawandels werden als Hysterie abgetan, einzig Haukes Frau Elke (Olga von Luckwald) unterstützt ihn. Umsichtig und klug gelingt es ihr, Hauke Gehör zu verschaffen und seine Gegner zu beschwichtigen. Haukes Ansätze stoßen auf ein positives Echo in der Politik. Man verspricht, ihn zu unterstützen, doch bald wird bekannt, dass seine Pläne sehr viel weiter reichen, als er selbst bisher kundgetan hat: Nach dem Rückbau der ersten Deichlinie muss eine zweite geflutet werden, bei der die meisten Einwohnerinnen und Einwohner der Region Haus und Hof verlieren würden. Für dieses Unterfangen findet er kein Verständnis bei seinen Mitmenschen, niemand will Land aufgeben, das die Vorfahren dem Meer über Jahrhunderte abgetrotzt haben. Die aufziehende Katastrophe lässt sich nicht mehr abwenden.  

Filmposter

Filmwebsite:  DER SCHIMMELREITER, der Film im Arsenal Filmverleih – Jetzt im Kino

BESETZUNG

Hauke Haien MAX HUBACHER

Elke Haien OLGA VON LUCKWALD

Wienke Haien ELINA LEITL

Ole Petersen NICO HOLONICS

Vollina Petersen LISA HOFER

Carsten JOSHUA JAGERSBERGER

Janne Manners ANNETTE FRIER

Klaas Haders TILL FIRIT

Trine RAMONA KUNZE-LIBNOW

Iven CHRISTOPH GLAUBACKER

Brigitte MARGARETHE TIESEL

Tede Volkerts HARALD WINDISCH

Ann Grete KRIEMHILD HAMANN

Clara JOSEPHINE BLOÉB

Ministerin von Holten KATHARINA PICHLER

Wienke Haien erwachsen IMKE SIEBERT

Malte EMANUEL FELLMER

Frau Boysen STEFANIE SMITS

Stabsleiter TIM EHLERT

u.a.

Technische Daten

Drehzeit: 07.11.2023 – 20.12.2023

Drehorte: Wustrow, Stendal, Schillig

Länge: 94 Min.

Gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung, MFG Filmförderung Baden-Württemberg, FilmFernsehFonds Bayern, MV Filmförderung, Nordmedia – Film und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH, Deutscher Filmförderfonds und dem Freistaat Thüringen.

STAB

Regie FRANCIS MELETZKY

Drehbuch LÉONIE-CLAIRE BREINERSDORFER

(frei nach Theodor Storm)

Produktion MICHAEL LUDA

JAN RICHARD SCHUSTER

WOLFGANG CIMERA

Ko-Produktion RUBERT HENNING

ISABELLE WELTER

ANNEGRET WEITKÄMPER-KRUG

Redaktion PETRA TILGER (ZDF)

MARTIN GERHARD (ZDF / ARTE)

Kamera BELLA HALBEN

Schnitt JÖRG KROSCHEL

CHRISTIAN LONK

STINE MUNCH

Musik KYRRE KVAM

Kostümbild CATERINA CZEPEK

Szenenbild SUSANN BIELING

Maskenbild JUDITH KRÖHER-FALCH

ELISE TILLMANN

AMAL BOULOS

Casting SANDRA KÖPPE

Originalton UVE HAUßIG

JOHANNES DOBERENZ

ALEXANDER SCHINDLER

Sound Design SEBASTIAN SCHMIDT

Tonschnitt & ADR SEBASTIAN HEYSER

Mischung OLAF MEHL

Producer ROBERT SCHAEFER

Herstellungsleitung HEINZ-GEORG VOSKORT

MICHAEL LUDA

Produktionsleitung JANNIS STAHNSDORF

Production Supervision ISABELLE WELTER

Dramaturgie RUPERT HENNING

Postproduction Supervisor ARNE MÖLLER

Colorist JONAS SCHMID

u.a.

Produktionsnotizen

Die Produzenten sind fasziniert von der Aktualität des „Schimmelreiter“. Obwohl 1888 erschienen, ist die zum friesischen Nationalepos avancierte Novelle Theodor Storms heute so gültig wie im Entstehungsjahr. Das Werk, in dessen Mittelpunkt das tragische Ende des visionären Deichgrafen Hauke Haien und seiner Familie steht, ist eine aufrüttelnde Parabel über hochaktuelle Themen wie Machthunger und Hybris. Und besonders angesichts der globalen Klimaveränderung wird deutlich, wie ausgeliefert der Mensch trotz seines Schöpfungsdranges den Elementen ist.

Die Autorin Léonie-Claire Breinersdorfer entwirft einen Schimmelreiter unserer Zeit, der die Warnzeichen, welche die Natur sendet, richtig deutet. Knapp 130 Jahre nach Erscheinen der Novelle steigt der Meeresspiegel viel schneller als zu Theodor Storms Zeiten. Nach aktuellen Berichten des Weltklimarates ist der Anstieg mit 3,6 Millimeter im Jahr doppelt so hoch wie der Durchschnitt im 19. Jahrhundert.

Eine damit einhergehende Bedrohung der Küstenregion entlang der Nordsee verlangt ein kollektives Zusammenhalten aller. In Storms Novelle geht es um einen Mann, der die Natur versteht, der schon als kleiner Junge am liebsten auf dem Deich saß und das Meer und seine Gezeiten beobachtete. Ein Mann, der eine besondere Verbundenheit zur Natur, ihrer Schönheit, aber auch ihrer Zerstörungskraft verspürt. Auch der moderne Hauke Haien ist ein solcher Mann. Er wird von vielen belächelt, doch insgeheim bewundert für sein Wissen, dass er sich durch die Beobachtung des Meeres und während seines Ingenieurstudiums für Meeres-, Umwelt- und Küstenschutz angeeignet hat.

Haien ist ein Visionär, der erkennt, welch große Bedrohung der Klimawandel für die Menschheit bedeutet. Er zögert nicht, diese Missstände im Umgang mit der Natur aufzuzeigen. Er mahnt, dass es Zeit ist für massive Änderungen im Küstenschutz und dass der Zeitpunkt für diese Änderungen jetzt ist und nicht immer wieder verschoben werden kann. Um diese Änderungen in die Realität umzusetzen, muss Hauke Haien gegen erbitterte Widerstände kämpfen. Damals wie heute reagieren die Menschen einsichtsvoll, wenn es um das Große und Ganze geht, verweigern sich aber, sobald der Kampf um das Überleben der Menschheit das eigene Leben beeinträchtigt. Storms Schimmelreiter ist kein unfehlbarer Held. Hauke Haien ist ein Mann, der auf einsamem Posten kämpft. Ein Mann, der seiner Vernunft und seiner Vision folgt und sie nie in Zweifel stellt. Für sein Unterfangen findet er kein Verständnis bei seinen Mitbürgern. Keiner will Land aufgeben, das die Vorfahren dem Meer über Jahrhunderte abgetrotzt haben. Die allgegenwärtigen Widrigkeiten, die Kleinlichkeiten und der Hass, den Hauke durchleben muss, setzen ihm zu. Das hat fatale Auswirkungen auf seine Familie und sein direktes Umfeld. Die aufziehende Katastrophe lässt sich nicht mehr abwenden. Das führt zu seinem Untergang und dem seiner Familie. Wir erzählen auch eine Geschichte, in der die Idee vom modernen Küstenschutz auf das Alte und Bewährte trifft. Wir erzählen es vor der Kulisse der alles beherrschenden Natur, die schon in Storms Novelle von elementarer Bedeutung war.

Das Meer, die Gezeiten, der Wind, der Sturm. Und die Menschen, die mit aber auch gegen die Natur leben. Die sie seit Jahrhunderten immer wieder eingrenzen, beherrschen, jedoch nicht besiegen können. Denn die Natur sucht sich immer wieder einen Weg, um dem Menschen aufzuzeigen, wie klein und verletzlich er letztendlich ist. Der Schimmelreiter in dieser modernen Adaption ist ein zeitgemäßes Abbild unserer Gesellschaft, ein Drama über unsere Unvernunft, der Natur zu folgen. Es geht um Verantwortung für die nachfolgenden Generationen, vernünftiges und ehrenhaftes Handeln, 9 aber auch um die Schuld Einzelner und das Versagen der Gesellschaft bei der drohenden Klimakatastrophe.